Von news.de-Redakteur Frank Willberg - 26.05.2013, 11.06 Uhr

Tod durch Unterlassung: Ärzte wollen Herzpatienten nicht helfen

Seit über 130 Jahren ist ein Kraut gegen kranke Herzen gewachsen. Aber die Hochschulmedizin mag Strophanthin nicht. Dabei hilft es überragend gegen Angina Pectoris, Myokardinfarkt und Herzschwäche. Also warum ist es nicht in den offiziellen Leitlinien der Herzbehandlung?

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Es müsste nicht sein, dass 300.000 Deutsche jährlich einen Herzinfarkt erleiden und jeder Fünfte daran stirbt. Dr. med. Berthold Kern behandelte in 40 Jahren etwa 15.000 Herzpatienten mit Strophanthin. Und kein einziger starb!

Einige erlitten einen Reinfarkt, aber alle überlebten. Ihre Herzen waren gestärkt duch Strophanthin. Es wirkt vorbeugend wie auch im Notfall. Kern entwickelte Strophoral, ein Präparat zum Schlucken, welches das Injezieren überflüssig macht und Überdosierung vermeidet.

«Die Nichtanwendung von Strophanthin kommt einem ärztlichen Kunstfehler gleich», betonte Professor Ernst Edens schon lange vor Kern. Die Wirkung des pflanzlichen Heilmittels aus der afrikanischen Liane wurde vor 150 Jahren per Zufall entdeckt.

Die beeindruckendste Demonstration lieferte Professor Manfred von Ardenne: Er schnürte einem Hund die Koronararterie zu, der dadurch einen künstlichen Herzinfarkt erlitt. Durch die Gabe von Strophanthin wurde dieser völlig aufgehoben, obwohl die Zuschnürung weiterhin bestand.

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Der Erfolgsgeschichte den Erfolg geraubt

Sind die Ärzte nicht reif für eine Welt ohne Infarkttote? «Neidische Kleinkariertheit» unterstellt der Heilpraktiker Wolf-Alexander Melhorn der Schulmedizin, weil Dr. Kern, ein Provinz-Internist, ohne Hochschulprofessur und Forschungslabor fachlich mehr leistete als sie.

Strophanthin ist wie Doping für die Kontraktionsfähigkeit des Herzmuskels. Kerns Erfolge im Kampf gegen den Infarkttod sprachen sich rum. Bis Mitte der 1970er Jahre gehörte es in jeden Notfallkoffer. Obwohl die Hochschulmedizin Digitalis als Mittel der Wahl zunehmend bevorzugte.

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Todesursache Nummer eins
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Dann kam das fürchterliche Tribunal. Es war ein persönlicher Feldzug des einflussreichen Professor Schettler, der den jahrzehntealten Strophanthin-Streit mit Macht beendete. Schettler lud Kern zu einer Diskussion nach Heidelberg ein, um ihn vor 150 versammelten Medizinern plus Presse als Scharlatan niederzumachen.

Nach dem «Heidelberger Tribunal» trauten sich immer weniger Kardiologen, das gebranntmarkte Strophantin anzuwenden. Dabei konnte die von Strophanthingegnern angeführte angeblich zu geringe Aufnahmerate des oral eingenommenen Strophanthins in mehreren Studien widerlegt werden, so Facharzt Yatin Shah.

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