Fruchtbarkeit: Das Sterben der Eizellen

Frauen über 30 müssen sich sputen, wenn sie schwanger werden wollen. Von Millionen Eizellen bleiben nur sehr wenige übrig, die befruchtet werden können. Wie viele es gibt und warum die meisten zugrunde gehen, erklärt news.de.

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Der Grund, weshalb Frauen ab 30 die Zeit davon rennt, ist ihre biologische Uhr. Sie gibt den Takt für die Fruchtbarkeit vor. Wie schnell sie tickt, ist genetisch vorgegeben - und damit auch die Anzahl der Eizellen und wann diese aufgebraucht sind.

«Schon im Mutterleib wird jede Frau mit einem individuellen Paket ausgestattet», erklärt Najib Nassar, Fortpflanzungsmediziner aus dem Zentrum für Reproduktionsmedizin novum in Essen. Dieses «Paket» besteht aus ein bis acht Millionen Eibläschen, in denen sich die Eizellen befinden. «Das erscheint erst einmal viel. Der größte Teil geht jedoch zugrunde», relativiert der Spezialist gegenüber news.de.

Bis zur Pubertät bleiben laut Nassar gerade einmal 400.000 Eibläschen übrig.«Jedoch verkümmern monatlich viele Eizellen oder bilden sich zurück. Von etwa 1000 Eibläschen pro monatlichem Zyklus verschwinden die meisten, ohne Chance auf einen Eisprung», sagt der Experte. Dem Mediziner zufolge bleiben nur fünf bis 15 Eibläschen übrig, die darum kämpfen, welches von ihnen zum Eisprung kommt. Am Ende seien es pro Zyklus nur ein bis zwei, denen das gelingt. Bis zur Menopause - der letzten Regelblutung - bekommt eine Frau gerade einmal um die 400 Eisprünge.

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Die Chancen auf eine Schwangerschaft schwinden

Dieses «Fruchtbarkeitspaket», wie es Nassar nennt, reiche im Durchschnitt bis zum 41. Lebensjahr. «Dennoch gibt es Abweichungen. Bei manchen Frauen ist es bis zum 37. oder früher, bei anderen erst ab dem 48. Lebensjahr aufgebraucht - und zwar etwa zehn Jahre vor der eigentlichen Menopause.» Im Schnitt beginnen die Wechseljahre mit 51,4 Jahren. Wie viele solcher Eibläschen noch vorhanden sind - die so genannte «Eierstockreserve» - lässt sich mithilfe von Blut- und Ultraschalluntersuchung gut schätzen.

Die Chancen überhaupt schwanger zu werden, nehmen mit dem Alter rapide ab. Bei Frauen bis 25 liegt die Wahrscheinlichkeit monatlich bei etwa 30 Prozent. Innerhalb eines Jahres werden etwa 80 Prozent der jungen Frauen, die zwei- bis drei Mal wöchentlich Sex haben, schwanger. Nur etwa halb so groß ist die Chance für Frauen ab 35. Mit 40 Jahren sinkt sie auf zehn Prozent je Zyklus. Ab diesem Alter nistet sich nur noch jede achte befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. Mit der Entscheidung für ein Kind sollten Frauen deshalb nicht zu lange warten. Daher erkundigen sich immer mehr Frauen nach einer Möglichkeit, bereits in jungen Jahren ihre Eizellen einfrieren zu lassen.

sis/som/news.de

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3 Kommentare
  • dedale

    24.10.2011 11:47

    Und bitte nicht zu vergessen die Männer, welche keine Lust auf die soziale und finanzielle Verantwortung und den scheinbaren Verlust ihrer Freiheit haben. Oder schlichtweg Schiss, lebenslängliche Verbindlichkeiten einzugehen. Oder die Frauen jenseits der 30, mit eben jener tickenden biologischen Uhr, wahlweise als alterende Zumutung/Versorgersuchende/verhindertes Muttertier empfinden. Da kann man als Frau wollen, soviel man will.

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  • Julia Burkhardt

    22.10.2011 22:32

    bei einem teil der frauen mag es wohl an der karriere liegen aber ein großer teil fühlt sich der verantwortung noch nicht gewachsen und das ist ein wichtiger grund. 20 jährige mädchen oder jünger besitzen bei weitem nicht die nötige reife sich um ein kind zu kümmern. manche frauen wünschen sich früh eine familie und einen mann aber viele auch nicht ohne das die karriere ein grund wäre.

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  • HHA

    22.10.2011 17:52

    Kinder vor Karriere - Karriere vor Kinder, das ist die entscheidende Frage für die Fortpflanzung und nicht die 1 bis 8 Millionen Eizellen.

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