Beziehungsaus Warum Frauen eher Schluss machen  

Natalie Harapat (Foto)
Die junge Kölnerin Natalie Harapat ist Trennungsexpertin: 33 Männer und Frauen hat sie zum Thema Liebesaus interviewt und ein trauriges, absurdes und zugleich witziges Buch darüber geschrieben. Bild: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag/Moritz Thau

Corina BroßmannVon news.de-Redakteurin
Natalie Harapat hat sich für Ihr Buch Schluss. Aus. Ende. auf die Suche nach den witzigsten, absurdesten und gemeinsten Trennungen gemacht und 33 Frauen und Männer zu ihren Erfahrungen mit dem Liebesaus befragt. News.de sprach mit der Kölnerin.

Wurden Sie selbst schon einmal mies verlassen oder haben Ihrerseits einem Mann das Herz gebrochen?

Natalie Harapat: Das einzige Mal, an das ich mich erinnere, dass mit mir Schluss gemacht wurde, war in der 8. Klasse. Danach war es immer an mir, Tacheles zu reden. Wobei ich nicht glaube, Herzen gebrochen zu haben. Beziehungen, die ich mit Worten beenden musste, hatten ihr emotionales Ende meist wesentlich früher.

Funktioniert es Ihrer Meinung nach, Beziehungen nach einer Trennung aufzuwärmen?

Harapat: Meiner Meinung nach hat das Beenden einer Beziehung immer einen Grund. Und dieser Grund verschwindet meistens nicht, wenn man sich ein paar Tage nicht gesehen hat. Manche Paare brauchen einen Reload, um mit der Trennung als solches besser fertig zu werden. Es fällt ihnen leichter sich doch zu trennen, wenn sie beim zweiten Mal sehen, dass es einfach nicht mehr geht. Aber ich würde es nicht empfehlen. Oft verlangsamt eine Reunion die Trennungsprozedur nur schmerzhaft.

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Wie lang sollte man sich nach dem Schluss machen eine Auszeit gönnen, bevor man wieder Kontakt aufnimmt?

Harapat: Man sollte sich so viel Zeit nehmen, wie man braucht. Manche überwinden Beziehungen schneller als andere - sagen sie zumindest. Am besten sollte man ehrlich gegenüber sich selbst bleiben. Kommen Gefühle auf, wenn ich den Expartner sehe, höre, rieche? Dann sollte man um des eigenen Wohles willen lieber wieder auf Abstand gehen.

Sie schreiben, Frauen trennen sich rigoroser, Männer sind meist zu feige. Warum merken Frauen eher, dass es nicht mehr funktioniert?

Harapat: Meiner Erfahrung nach war es so, dass sich häufiger Frauen trennten als Männer. Das lag aber nicht daran, dass sie die Schieflage der Beziehung früher erkannt haben. Ich glaube, dass Frauen weniger genügsam sind und oft anspruchsvoller. Deshalb gehen ihnen Sachen schneller und häufiger gegen den Strich. Frauen haben zwar eine schier endlose Geduld, doch ist diese einmal aufgebraucht, gibt es häufig kein Zurück mehr.

Schlussmachsituationen haben manchmal auch ein komisches Potenzial. Was war die lustigste Trennungsgeschichte, die Ihnen jemand erzählt hat?

Harapat: Lustige Situationen gab es wirklich viele. Ein Protagonist erzählte mir, dass er seine Exfreundin so lange mit herumliegenden Handtüchern schikaniert hat, bis diese ihn aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen hat. Ein anderer hat einen superromantischen Ausflug mit seiner Freundin gemacht, um auf der Rückfahrt dann ganz unvermittelt mit ihr Schluss zu machen. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas gab es bei vielen Erzählungen auch etwas zu lachen - obwohl das natürlich auch eine Art Galgenhumor ist.

Wie könnte die perfekte Trennung aussehen, wenn es so etwas gäbe?

Harapat: Soweit ich weiß gibt es perfekte Trennungen. Die sind nur leider weniger aufregend als die nicht perfekten. Am besten spricht man sich in einem ruhigen Ton aus, bringt dem Partner den nötigen Respekt entgegen und akzeptiert dessen Entscheidungen. Man sollte nicht vergessen, dass man mit dem Gegenüber für eine gewisse Zeit sehr viel geteilt hat und sich am besten so verhalten, wie man es selbst gerne hätte: offen, ehrlich und respektvoll.

Lesetipp: Schluss. Aus. Ende. - 33 wahre Geschichten von fiesen Herzensbrechern, verletzten Verlassenen und spektakulären Trennungen, Natalie Harapat, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Oktober 2011, 240 Seiten, 9,95 Euro.

ham/som/news.de

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