Die Wahrheit über Alkohol
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 08.01.2009
TV-Werbeverbot vor 20 Uhr, Senkung der Promillegrenze - um Alkohol wird in Politik und Wirtschaft derzeit wieder heftig gestritten. Um die Droge ranken sich viele Mythen und Märchen. News.de hat sie unter die Lupe genommen und verrät, was stimmt und was nicht.
Schnaps hilft bei der Verdauung: Das stimmt nicht. Die beliebten «Verdauungsschnäpse» nach einer Mahlzeit verdünnen nicht das fette Essen, sondern die Säuren im Magen, die das Fett zerlegen sollen. Auf diese Weise braucht die Verdauung viel länger, um die Fette der Mahlzeit abzubauen. Außerdem schädigt hochprozentiger Alkohol die Magenschleimhaut. Auch Kräuterschnäpse helfen nicht, obwohl Kräuter an sich die Verdauung ankurbeln. Der Alkohol hebt jedoch deren Wirkung wieder auf. Wer sich nach dem fettigen Festtagsbraten wieder besser fühlen will, sollte zu Pfefferminztee oder Kamillentee greifen.
Wer viel und fettig isst, verträgt mehr Alkohol: Auch das ist falsch. Eine üppige Mahlzeit bewirkt lediglich, dass Alkohol nicht so rasch ins Blut gelangt und man nicht so schnell betrunken wird. Das bedeutet aber nicht, dass man mehr Alkohol verträgt.
Durcheinandertrinken macht schneller beschwipst: Das ist eine Schnapsidee. Denn beim Konsum von verschiedenen Alkoholsorten kommt es auf die Menge an, nicht auf die Reihenfolge, entlarvt Buchautor und Gesundheitsexperte Sven Siedenberg einen Mythos. Das Problem: Werden neben Bier oder Wein auch süße Liköre, Cocktails und kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt oder Cola mit Rum konsumiert, schießen diese schnell ins Blut und fördern die Schwipsgefahr.
Alkohol macht aggressiv: Das passiert bei einigen, bei anderen nicht. US-Forscher haben einen Verdacht, warum das so ist: Alkohol macht nach einer Studie der University of Kentucky oftmals deswegen aggressiv, weil dieser Stoff das Kurzzeitgedächtnis beeinflusst. Wer alkoholisiert ist, bekommt demnach nur einen geringen Ausschnitt seiner Umgebung mit. Die Aufmerksamkeit verengt sich – und wer sich dann ärgert, kann sich so richtig in dieses Gefühl hineinsteigern. Deutsche Suchtexperten sagen, dass Alkohol enthemmt und Charakterzüge verstärkt.
Wer eh ein aufbrausender Mensch ist, bei dem kann sich das durch Alkoholgenuss noch verstärken. Wer jedoch durch Alkohol schnell ermüdet, der bleibt meist ruhig, egal wie cholerisch er sonst ist.
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