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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 08.01.2014, 10.28 Uhr

Die Wahrheit über den Unfall: Schumi fuhr grundlos abseits der Piste

Über eine Woche liegt Michael Schumacher bereits im Koma. Seit dem Skiunfall wird spekuliert, wie sich Schumi so schwer am Kopf verletzen konnte. Laut Staatsanwaltschaft war Schumacher nicht zu schnell unterwegs und ist ohne Not neben die Pistenmarkierung gefahren. Die Pressekonferenz zum Nachlesen im news.de-Liveticker.

Liveticker

Wie schnell war Fuhr er mutwillig abseits der Piste im Tiefschnee oder war die Strecke nicht gut gekennzeichnet? Und warum stürzte der Formel-1-Rekordweltmeister so schwer, dass er sich eine solche schwere Verletzung zuzog?

Mit Zeugenbefragungen, den Bildern von Michael Schumachers Helmkamera sowie dem Handyvideo eines Touristen hat die Staatsanwaltschaft den Unfall rekonstruiert. Ab 11 Uhr wurden die Erkenntnisse im Justizpalast in Albertville von Staatsanwalt Patrick Quincy präsentiert. News.de berichtete im Liveticker von der Pressekonferenz.

Die Ereignisse um den tragischen Schumacher-Unfall
Formel-1-Legende Michael Schumacher im Koma
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N24 und N-TV übertrugen die Pressekonferenz live im TV und als Livestream im Netz.

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10:31 Uhr - Ullrich Kroemer:

In einer halben Stunde beginnt im Justizpalast von Albertville die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft. Auf Grundlage der Ermittlungen des Staatsanwaltes wird es nach all den Spekulationen gesicherte Informationen über den genauen Hergang von Michael Schumachers schweren Unfall geben.

10:39 Uhr -

Erstmals hat sich Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zu Michael Schumachers schwerer Verletzung geäußert. Bei «Sport-Bild» schreibt Vettel: «Als ich von Michaels Unfall erfahren habe, war ich tief schockiert.» Er wünschte Schumi und seiner Familie «ganz viel Kraft». Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug schreibt: «Wenn einer das ganz Besondere schafft, dann Du. Bitte, bitte, schaffe es jetzt auch!»

10:47 Uhr -

Vor dem Justizpalast herrscht erwartungsgemäß großer Medienrummel. Am Eingang in der Avenue des Chasseurs Alpins kontrolliert ein halbes Dutzend Polizeibeamte die Medienvertreter. Im ersten Stock des Palais de Palais de Justice Albertville drängten sich etwa zwei Dutzend Kamerateams in dem Verhandlungssaal, in dem Staatsanwalt Patrick Quincy gleich über die Ermittlungen zum schweren Skiunfall von Michael Schumacher berichtet.

10:48 Uhr -

Einige der Berichterstatter waren schon am Vorabend angereist, von 8.30 Uhr war das Justizgebäude für Journalisten geöffnet.

10:51 Uhr -

Das Video von Michael Schumachers Helmkamera belegt nach einem Bericht des französischen Senders BFMTV die These von einer geringen Geschwindigkeit des Ex-Formel-1-Weltmeisters vor seinem Skiunfall. Das sei das Ergebnis der Untersuchung der Gendarmerie Chambéry, berichtet der Fernsehsender. Die Bilder bestätigten die Angaben von Begleitern Schumachers, wonach der 45-Jährige vor seinem schweren Sturz vor gut einer Woche langsam zwischen zwei Pisten im Skigebiet von Méribel unterwegs gewesen sein soll. Mal sehen, ob Staatsanwalt Quincy das bestätigt.

10:53 Uhr -

Quincy ist seit 2009 Staatsanwalt in Albertville. Eine solche Aufmerksamkeit für seine Arbeit gab es noch nie.

11:02 Uhr -

Jetzt beginnt die PK. Im Blitzlichtgewitter nimmt Staatsanwalt Quincy Platz.

11:02 Uhr -

Der 62-Jährige ist im Kongo geboren. Jetzt begrüßt Quincy die Journalisten.

11:04 Uhr -

Quincy veröffentlicht die Ermittlungsergebnisse auch deshalb, damit die Spekulationen um den Unfallhergang aufhören.

11:04 Uhr -

Nicht alle Medienvertreter haben im Hauptsaal Platz. In einem Nachbarsaal gibt es eine Übertragung der PK.

11:05 Uhr -

Quincy weist noch einmal daraufhin, dass Schumis Familie in Ruhe gelassen werden will.

11:07 Uhr -

Die Staatsanwaltschaft hat zahlreiche Zeugen befragt, Skifahrer und Skiausleiher, den Film ausgewertet, der auf Schumis Helmkamera zu finden war. In Meribel wurde der Unfall nachgestellt. Die PK soll übrigens insgesamt eine halbe Stunde dauern.

11:08 Uhr -

Das Handyvideo eines Touristen hat die Staatsanwaltschaft bislang trotz Nachfrage nicht erhalten. Quincy sagt, er habe seine Zweifel, ob das Video tatsächlich existiert.

11:08 Uhr -

In jedem Winter werden von der Staatsanwaltschaft Albertville etwa 50 Skiunfälle untersucht.

11:10 Uhr -

Quincy sagt: «Herr Schumacher hat die Stelle zwischen einer roten und einer blauen Piste befahren, hat eine Wende zwischen drei und sechs Metern Abstand von der markieren Piste gemacht und ist dort auf einen Felsen gestürzt.»

11:11 Uhr -

8,5 Meter von der Piste entfernt prallte Schumacher dann mit dem Kopf auf einen Felsen. Die Bilder auf der Helmkamera sind verwertbar. Schumis genauer Weg wird noch von einem Experten nachgestellt.

11:13 Uhr -

Zur Geschwindigkeit, mit der Schumacher unterwegs war, kann Quincy noch nichts sagen. Auf Grundlage der Bilder der Helmkamera wird das noch genauer ermittelt.

11:15 Uhr -

Die Pistenmarkierung und die Warnung vor gefährlichen Stellen wurden eingehalten. Also ist der Pistenbetreiber wohl eher nicht haftungspflichtig.

11:18 Uhr -

Ski, Bindung und Helm wurden beschlagnahmt und werden derzeit ebenfalls von Experten untersucht. Die Skier waren in perfekten Zustand, sie sind sicher nicht die Ursache für den Unfall. Auf den Skiern sind Kratzerspuren von einem Felsen, also ist Schumi erst auf einen Felsen gefahren, ausgehoben worden und dann auf einen weiteren, etwa fünf Meter entfernten Felsen gestürzt.

11:23 Uhr -

Die Helmkamera hat zunächst die Familie bei sich behalten. Erst nach fünf Tagen wurde die Kamera ausgewertet. Die Schumachers seien sehr kooperativ gewesen.

11:24 Uhr -

Dass Schumacher jemandem am Pistenrand zu Hilfe gekommen sein soll, wird nicht bestätigt. Auf der Helmkamera ist das nicht festgehalten. Das Video ist etwa zwei Minuten lang.

11:25 Uhr -

Ob es strafrechtliche Ermittlungen geben wird, kann der Staatsanwalt noch nicht sagen.

11:26 Uhr -

Weieter Unfälle in diesem Bereich in Meribel habe es bisher nicht gegeben.

11:28 Uhr -

Auf der Helmkamera sind Bild und Ton festgehalten. Man höre jedoch nur das Geräusch von Ski auf Pulverschnee, sagt der Staatsanwalt.

11:28 Uhr -

Man sieht auf dem Video die zwei Minuten vor dem Sturz.

11:31 Uhr -

Stephane Bozon, Leiter der Gebirgsgendarmerie, sagt, dass Schumi kleine Wenden und Schwünge gefahren sei, fast parallel zum Hang. Die Geschwindigkeit sei angemessen gewesen. Alles spricht also für einen extrem unglücklichen Unfall.

11:33 Uhr -

Die Ermittlungen dauern möglicherweise noch einige Wochen an. Der Staatsanwalt wartet auf die Gutachten der Experten aus den weiteren Auswertungen der Helmkamera und des Materials.

11:36 Uhr -

Es gibt bislang keinen Anhaltspunkt, warum Schumacher die Piste verlassen hat. Staatsanwalt Quincy geht davon aus, dass Schumi aus freien Stücken neben der Markierung gefahren ist. Dabei kenne Schumacher das Skigebiet in Meribel sehr gut, er sei dort öfter unterwegs gewesen.

11:37 Uhr -

Der Staatsanwalt bittet noch einmal mögliche Zeugen, Material oder Wissen zur Verfügung zu stellen.

11:39 Uhr -

Die Markierung sei in dem Teil, wo der Sturz geschah, deutlich zu erkennen gewesen, sagt der Leiter der Gebirgsgendarmerie. Wegen der Wetterverhältnisse habe es nur eine dünne Schneedecke im Bereich neben der Piste gegeben.

11:39 Uhr -

Klagen, die zu strafrechtlichen Ermittlungen führen könnten, gibt es bisher nicht.

11:41 Uhr -

Es wird noch einmal bestätigt, dass der Helm tatsächlich nicht mehr in einem Stück ist. Damit ist die PK beendet. Noch einmal das Wichtigste zusammengefasst.

11:44 Uhr -

+++ Michael Schumacher ist wohl ohne Not abseits der Piste gefahren.+++

+++ Von einem Skifahrer, dem Schumi zu Hilfe gekommen sein soll, weiß die Staatsanwaltschaft nichts. +++

+++ Er war nicht zu schnell unterwegs, fuhr in kleinen Wenden und Schwüngen fast parallel zum Hang. +++

+++ Der auslösende Sturz ereignete sich 3 bis 6 Meter neben der Piste. Etwa 8,5 bis 9 Meter neben der Piste pralle Schumi zwischen einer blauen und einer roten Skipiste mit dem Kopf auf einen Stein. +++

+++ Wegen der Wetterverhältnisse lag nur eine dünne Schneedecke im Bereich neben der Piste. Das wurde Schumacher zum Verhängnis. +++

+++ Zweiminütiger Film mit Tonaufnahmen dokumentiert Schumis schrecklichen Sturz. +++

+++ Ein Verschulden des Pistenbetreibers oder Skiausleihers wird nicht angenommen. +++

12:05 Uhr -

Nicht zu schnell, aber grundlos abseits der Piste unterwegs: Nach der Pressekonferenz sieht bislang alles danach aus, als sei Schumi selbstverschuldet und äußerst unglücklich gestürzt. Damit verabschieden wir uns vom Liveticker von der Pressekonferenz aus Albertville.

kru/fro/news.de

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