27.07.2020, 07.32 Uhr

Peter Green ist tot: "Fleetwood Mac"-Legende mit 73 Jahren gestorben

Gemeinsam mit Mick Fleetwood, Bob Brunning und Jeremy Spencer gründete Peter Green die Rockband "Fleetwood Mac" - jetzt ist der Sänger und Gitarrist im Alter von 73 Jahren gestorben.

"Fleetwood Mac"-Gründungsmitglied Peter Green ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Bild: Mark Lennihan / AP / picture alliance / dpa

Genialer Gitarrist, Drogenmissbrauch, religiöser Kult: Der britische Gitarrist und Mitgründer der Band Fleetwood Mac, Peter Green, ist tot. Er sei friedlich im Schlaf im Alter von 73 Jahren gestorben, teilten Familienmitglieder am Samstag in einer offiziellen Stellungnahme mit. Green gründete gemeinsam mit Schlagzeuger Mick Fleetwood 1967 in London die legendäre Band Fleetwood Mac. Seine Familie kündigte eine weitere Stellungnahme für die nächsten Tage an. Musiker wie Peter Frampton würdigten ihn als großartigen Gitarristen.

Peter Green ist tot: Mitbegründer von "Fleetwood Mac" mit 73 Jahren gestorben

Peter Greens Leben glich einer Achterbahnfahrt. Er galt als einer der besten Gitarristen ("The Ende of The Game", "In the Skies"). Die Gruppe Fleetwood Mac feierte ihre größten Erfolge allerdings ohne ihn. Denn schon drei Jahre nach der Gründung stieg der Musiker wieder aus der Band aus - es folgte ein sozialer Abstieg.

Peter Green von "Fleetwood Mac" nach Drogenexzessen und Psycho-Problemen gestorben

Der Blues-Rock-Gitarrist,der 1946 als Peter Allen Greenbaum in London geboren wurde, litt unter Drogenmissbrauch und Schizophrenie, wie Biografen berichteten. Lange Zeit wurde Green in der Psychiatrie behandelt. Den Großteil der 1970er Jahre verschwand der Musiker von der Bildfläche. Er soll zeitweise auf der Straße gelebt, als Friedhofsgärtner gearbeitet und eine Zeit in einem israelischen Kibbuz verbracht haben, hieß es.

Peter Green eiferte als Gitarrist seinem Idol Eric Clapton nach

Green wurde 1946 als Sohn einer jüdischen Arbeiterfamilie im Londoner Stadtteil Bethnal Green geboren. Schon in jungen Jahren begeistert er sich für US-Bluesmusiker wie B.B. King und Muddy Waters. Mit elf Jahren lernte er die ersten Gitarrengriffe. Im Alter von 15 Jahren begann der Teenager professionell Gitarre zu spielen und bekam fünf Jahre später die Chance, als Leadgitarrist für die Instrumentalband Peter B's Looners auf der Bühne zu stehen. Wenig später wurde er als Ersatz für sein Idol Eric Clapton bei den Bluesbreakers engagiert.

Peter Green konnte dem Erfolgsdruck bei "Fleetwood Mac" nicht standhalten

Mitten im Blues-Boom gründete Peter Green im Sommer 1967 Fleetwood Mac, zusammen mit seinen Bluesbreakers-Kollegen Fleetwood und John McVie. Der von Green komponierte Song "Albatross" bescherte der Gruppe im Winter 1968/69 den ersten Nummer-1-Hit und katapultierte sie an die Spitze der britischen Musikszene.

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Doch der schnelle Aufstieg zeigte bald seine Schattenseiten: Green verkraftete den Medienrummel nicht und seine Experimente mit der Droge LSD wurden immer extremer. Sein Leben zwischen Musik und Drogen kommentierte er später einmal in einem Interview: "Das Schlimmste, was mir im Leben passiert ist, sind die Drogen - das Beste war, einen Nummer-1-Hit zu landen."

Peter Green konnte an die Erfolge von "Fleetwod Mac" zeitlebens nicht anknüpfen

Gegen Ende des Jahrzehnts gelang Green 1979 überraschend ein Achtungserfolg mit einem von religiösen Themen inspirierten Album. Fleetwood Mac schwamm währenddessen in neuer Formation auf einer Erfolgswelle. Das 1977 erschienene Album "Rumours" verkaufte sich weltweit mehr als 40 Millionen Mal.

Trotz verschiedener kleiner Solo-Erfolge gelang Green kein größeres Comeback, bis er 1996 mit einer Gruppe befreundeter Musiker neu an den Start ging. Der britische "Daily Telegraph" sprach damals vom auf die Erde zurückgekehrten Rockstar. Frei von Drogen veröffentlichte Green mit der Peter Green Splinter Group einige Alben, bis sich die Band 2004 auflöste. Für Musikexperten war er schon zu Lebzeiten eine Blues-Legende und mit seinem sanften Sound einer der einflussreichsten Gitarristen der vergangenen Jahrzehnte.

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loc/news.de/dpa

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