Donald Trump: Eklat nach Gebet im Weißen Haus - Bischöfe wenden sich gegen US-Präsidenten
Nachdem sich Donald Trump mit mehreren Geistlichen zu einem vertraulichen Gespräch im Weißen Haus getroffen hatte, herrscht große Empörung unter den Bischöfen. Ein Video von einem gemeinsamen Gebet wurde offenbar ohne ihre Zustimmung veröffentlicht. Jetzt entschuldigen sich einige der Beteiligten bei ihren Gemeinden.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Donald Trump traf Bischöfe im Weißen Haus
- Video von gemeinsamem Gebet im Oval Office auf X ohne Zustimmung der Geistlichen veröffentlicht
- Bischöfe sehen sich für Wahlkampf missbraucht und entschuldigen sich bei ihren Gemeinden
Kurz vor den Zwischenwahlen in den USA, die für die Republikaner im Desaster enden könnten, unternimmt Donald Trump offenbar noch einmal alles, um seine treuen Anhänger zu mobilisieren. Bereits in der vergangenen Woche empfing der US-Präsident zwölf katholische Bischöfe im Weißen Haus. Kurz darauf tauchte auf dem "Trump War Room"-Account bei X (vormals Twitter) ein Video der Zusammenkunft auf, das die Geistlichen beim gemeinsamen Gebet mit Trump im Oval Office zeigt. Nun entwickelt sich daraus ein handfester Eklat.
Gebetsvideo mit Donald Trump: Bischöfe nach Veröffentlichung empört
Das Problem: Keiner der Teilnehmer hatte der Veröffentlichung des Clips zugestimmt. Die US-amerikanische Bischofskonferenz warf dem Weißen Haus daraufhin laut "Raw Story" vor, die Botschaft der Kirchenvertreter zu "missbrauchen". Mehrere der beteiligten Bischöfe gingen am Wochenende öffentlich auf Distanz zur Regierung und entschuldigten sich bei ihren Gemeinden.
Catholic Archbishops and Bishops gather in the Oval Office to pray with President @realDonaldTrump. ✝️ https://t.co/O6SQgR76wH
— Trump War Room (@TrumpWarRoom) October 22, 2026
Geistliche entschuldigen sich bei ihren Gemeindennach Treffen mit dem US-Präsidenten im Oval Office
Erzbischof Jeffrey Grob aus Milwaukee veröffentlichte am Sonntag eine Stellungnahme unter dem Titel "Eine öffentliche Entschuldigung". Darin schilderte er den Ablauf des Treffens: "Uns wurde mitgeteilt, dass es sich um ein vertrauliches Treffen handeln würde, dass möglicherweise einige katholische Kabinettsmitglieder anwesend sein würden und dass es Gelegenheit geben könnte, mit dem Präsidenten privat zu beten. "Trump habe die Bischöfe begrüßt, sich an seinen Schreibtisch gesetzt und ihnen Erinnerungsstücke überreicht. Anschließend seien sie aufgefordert worden, sich hinter ihm aufzustellen und zu beten – danach seien Fotos gemacht und die Gruppe hinausbegleitet worden.
"Ich empfinde tiefe Traurigkeit", schrieb Grob, "nicht nur wegen des Leids, das ich verursacht habe, sondern auch wegen der Tatsache, dass etwas so Heiliges wie das Gebet auf diese Weise manipuliert wurde. Wir kamen in gutem Glauben, um uns für das Wohl unserer Mitmenschen einzusetzen, ihr Leid zu lindern, das Gemeinwohl zu fördern und mit einem Präsidenten zu beten, nicht um für ein politisches Foto zu posieren, das einigen wenigen nützt." Grob beteuerte weiterhin: "Bitte seien Sie versichert, dass es niemals meine Absicht war, Verwirrung, Ärger oder Enttäuschung bei den mir anvertrauten Menschen hervorzurufen."
Auch Bischof William Joensen aus Des Moines räumte laut dem "Spiegel" Fehler ein: "Ich wünschte, ich wäre klüger und weniger naiv gewesen, so wie jene, die unser Treffen für parteipolitische Zwecke ausgenutzt haben." Eingeladen hatte die Bischöfe das Büro für Glaubensfragen des Weißen Hauses – offiziell sollte es um Migration, Sozialpolitik und Bildung gehen. Der heikle Zeitpunkt kurz vor den Zwischenwahlen sei den Geistlichen durchaus bewusst gewesen, betonte Joensen, doch niemand habe beabsichtigt, eine Partei oder einen Kandidaten zu unterstützen.
Weißes Haus reagiert ausweichend auf Kritik
Auf die zentrale Frage, ob die Zustimmung der Bischöfe zur Veröffentlichung des Materials eingeholt wurde, verweigerte die Pressestelle des Weißen Hauses gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press jede Auskunft. Sprecherin Taylor Rogers wich stattdessen ins Allgemeine aus: "Es gab noch nie einen besseren Präsidenten für katholische Amerikaner als Präsident Trump, und seine beeindruckende Bilanz beweist dies."
Die Haltung der US-Bischöfe gegenüber Trump ist dem "Spiegel" zufolge ohnehin alles andere als einheitlich. Während etwa Bischof Robert Barron aus Minnesota seine Bereitschaft erklärte, in Trumps Kommission für Religionsfreiheit mitzuarbeiten – einem Gremium, das nahezu ausschließlich aus konservativen Christen bestand –, kritisierten andere Kirchenvertreter die rigide Einwanderungspolitik der Regierung scharf als unvereinbar mit der katholischen Soziallehre.
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