Horst Seehofer: Vertrauen ist "angeknackst" - Ex-CSU-Chef wettert gegen Merz

Die Union will aus der Krise raus. Ausgerechnet aus Bayern hagelt es jetzt Kritik am Bundeskanzler. Horst Seehofer verurteilt Friedrich Merz und wirft ihm einen "massiven Glaubwürdigkeitsverlust" vor.

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Ex-CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz. (Foto) Suche
Ex-CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz. Bild: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
  • Horst Seehofer kritisiert Friedrich Merz scharf
  • Ex-CSU-Chef wirft dem Bundeskanzler vor, Wahlversprechen gebrochen zu haben
  • Seehofer fordert einen anderen Kurs

Die Politik von Friedrich Merz sorgt immer wieder für Unmut. Nun erfährt der Bundeskanzler aus Bayern einen Seitenhieb. Der frühere CSU-Chef Horst Seehofer hat den CDU-Chef kritisiert und eine dringende Kurskorrektur angemahnt.

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Horst Seehofer wettert gegen Friedrich Merz

"Friedrich Merz hat durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Das Sofortprogramm von CDU und CSU versprach an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle - passiert ist nichts", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Er zog einen Vergleich zu Angela Merkel. "„Angela Merkel hat 2005 auch die Mehrwertsteuer erhöht. Aber sie hat danach die Weltwirtschaftskrise gut gemanagt, und die Menschen haben es ihr verziehen." Vertrauen sei für ihn authentisch und "die wichtigste Stellgröße in der Politik". Diese habe Merz nicht. "Wenn das Vertrauen einmal angeknackst ist und ständig neue, unerfüllte Versprechen folgen, funktioniert es nicht mehr", so Seehofer.

Ex-CSU-Chef verurteilt Bundeskanzler

Besonders scharf verurteilte er Merz' Aussagen über die Arbeitsmoral in Deutschland: "Aussagen, die Deutschen würden zu wenig arbeiten und zu viel krankfeiern, verletzen die Menschen. Was sagen Sie damit einer Krankenschwester, die ohnehin schon Wochenend- und Nachtschichten schiebt?", fragte Seehofer. "Bei Audi erlebe ich Arbeitnehmer, die gerne mehr arbeiten würden, denen man aber stattdessen Aufhebungsverträge anbietet. Diese pauschale Sprache geht völlig an der Realität vorbei." 

Union in der Krise - Seehofer fordert "Tempo"

Mit Blick auf die schwarz-rote Bundesregierung forderte Seehofer "deutlich mehr Tempo" und "deutlich weniger Selbstbeschäftigung". Man benötige keine neuen Kommissionen mehr, da ein Spitzenpolitiker selbst Position beziehen müsse. "Ein Politiker, der in der Bundesliga spielt, muss selbst eine Haltung haben - beispielsweise bei der Pflege - und auf dieser Basis Lösungen in der Koalition durchsetzen." 

Die CDU sucht heute und Montag bei einer Führungsklausur nach Wegen aus ihrer tiefen Krise. Das Treffen des Parteipräsidiums mit seinen etwa 25 Mitgliedern war angesetzt worden, nachdem die CDU Ende September in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landtag geflogen war.

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