Donald Trump: Washington soll wieder sicherer werden – Trump macht Jagd auf Moskitos

Donald Trump nimmt sich einen ungewöhnlichen Gegner vor: invasive Moskitos. Bis 2028 soll ihre Population auf bestimmten Bundesflächen in Washington D.C. um 90 Prozent reduziert werden. Auch Zecken stehen im Visier des US-Präsidenten.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump erklärt invasiven Moskitos den Krieg. (Foto) Suche
Donald Trump erklärt invasiven Moskitos den Krieg. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Trump startet ungewöhnliche Moskito-Offensive
  • 90 Prozent weniger invasive Mücken bis 2028
  • Auch Zecken werden zum Ziel der neuen Maßnahmen

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag (29.09.2026) per Executive Order den Kampf gegen Moskitos ausgerufen. Das ambitionierte Ziel: Innerhalb von nur 60 Tagen soll die Population bestimmter invasiver Mückenarten um 90 Prozent gesenkt werden. Innenminister Doug Burgum und Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins wurden angewiesen, gemeinsam mit weiteren Bundesbehörden eine entsprechende Kampagne zu entwickeln und umzusetzen. "Fremde, invasive Moskitos vermehren sich überall in den Vereinigten Staaten und sind in einigen Gebieten zur dominierenden Art geworden", heißt es in der Anordnung.

Weitere Meldungen rund um Donald Trump finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump erklärt Moskitos den Krieg

Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: In Florida wütet derzeit ein ungewöhnlicher Dengue-Fieber-Ausbruch mit 190 lokal erworbenen Infektionen in sechs Bezirken. Drei Counties haben bereits den Notstand erklärt. Das von Aedes-Mücken übertragene Virus hat sich in den vergangenen Jahren weltweit rasant ausgebreitet. Das Epizentrum des Ausbruchs liegt im Hillsborough County, auf das mit 170 Infektionen der Löwenanteil der landesweit 190 lokal erworbenen Dengue-Fälle entfällt. Insgesamt sind sechs Bezirke in Florida betroffen, drei davon haben den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Ein Sprecher des Hillsborough County bezeichnete die Lage gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press als "völlig ungewöhnlich für uns".

Als wahrscheinlicher Treiber der Epidemie gelten heftige Regenfälle, die ideale Brutbedingungen für die Überträgermücken schaffen. Dengue-Fieber wird durch infizierte Aedes-Moskitos – vor allem die Art Aedes aegypti – auf den Menschen übertragen. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC treten die meisten Dengue-Fälle normalerweise bei Reiserückkehrern auf, doch eine lokale Ausbreitung sei grundsätzlich möglich. Die Krankheit ist vor allem in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet.

Brutstätten beseitigen, aber bitte ohne Chemie

Die Executive Order setzt auf einen bemerkenswert technologieoffenen Ansatz. Bundesbehörden werden angewiesen, einen regulatorischen Rahmen für neuartige Bekämpfungsmethoden gegen Mücken und Zecken zu schaffen – mit besonderem Augenmerk auf nicht-chemische Verfahren, die nach Angaben der Regierung sicher und wirksam seien. Konkret soll die Kampagne Brutstätten auf sämtlichen Bundesflächen in Washington D.C. beseitigen, wobei laut Anordnung "vernünftige und technische Ansätze" zum Einsatz kommen sollen. Bei der Umsetzung wird ausdrücklich auf kommerzielle Kapazitäten und Kooperationsvereinbarungen gesetzt. Darüber hinaus sieht die Anordnung einen Ausbau der Forschung zu Prävention und Behandlung von durch Mücken und Zecken übertragenen Krankheiten vor. Neue Preiswettbewerbe, staatliche Forschungsprogramme und öffentlich-private Partnerschaften sollen Innovationen in diesem Bereich beschleunigen.

Zeckenbisse, die Steaks zum Feind machen

Neben den Moskitos nimmt die Anordnung auch Zecken ins Visier. Binnen zwei Jahren soll deren Population auf Bundesflächen in der Hauptstadtregion um die Hälfte reduziert werden. Die Gesundheits- und Wissenschaftsbehörden wurden zudem angewiesen, bestehende Maßnahmen gegen Lyme-Borreliose und andere durch Zecken und Mücken übertragene Krankheiten auszubauen und neue Technologien zur Eindämmung der Überträgerpopulationen zu erforschen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem sogenannten Alpha-Gal-Syndrom – einer potenziell schwerwiegenden Fleischallergie, die durch Zeckenstiche ausgelöst werden kann. Die Bundesbehörden wurden angewiesen, Kennzeichnungsoptionen für Produkte zu prüfen, die erhebliche Mengen an Alpha-Galactose enthalten. Damit rückt eine bislang wenig beachtete Gesundheitsgefahr in den Fokus der Bundespolitik.

Schöner, gesünder, moskitofrei: Trumps Vision für die US-Hauptstadt

Die Mücken- und Zeckenoffensive fügt sich nahtlos in zwei übergeordnete Projekte der Trump-Administration ein. Zum einen ist sie Teil der "Make America Healthy Again"-Agenda, unter deren Dach der Präsident bereits zahlreiche gesundheitspolitische Maßnahmen auf den Weg gebracht hat. Zum anderen steht sie im Zusammenhang mit umfassenden Verschönerungsinitiativen für Washington D.C., die im Zuge der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der Vereinigten Staaten im vergangenen Sommer angestoßen wurden.

Die Anordnung schließt mit einem Satz, der den doppelten Anspruch auf den Punkt bringt: "Amerikaner sollten die Schönheit und Gesundheit der Hauptstadt unserer Nation genießen können, ohne die Bedrohung durch weit verbreitete invasive Zecken- und Moskitopopulationen. Präsident Trump macht D.C. wieder sicher und schön."

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/bos/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.