Lars Klingbeil: Linnemann: Klingbeil muss Verpflichtungen nachkommen

Die SPD tritt bei der geplanten Pflegereform auf die Bremse und fordert eine Beteiligung der Privatversicherten. Der Gesundheitsminister kontert mit einer Gegenforderung an den Koalitionspartner.

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Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, bei einer Pressekonferenz. (Foto) Suche
Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, bei einer Pressekonferenz. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Im Streit um die geplante Pflegereform fordert Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) seinen für Finanzen zuständigen Kabinettskollegen Lars Klingbeil (SPD) zu einem Entgegenkommen auf. "Wenn man strukturelle Änderungen in der Pflegeversicherung will, muss man diese auf eine solide finanzielle Grundlage stellen", sagte Linnemann der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen müssen wir über die versicherungsfremden Leistungen reden und nicht über den Griff in fremde Kassen."

Linnemann will an diesem Mittwoch einen Gesetzentwurf im Bundeskabinett vorlegen, um ein drohendes Milliardendefizit der gesetzlichen Pflegeversicherung in diesem Jahr zu verhindern. Die SPD hatte am Wochenende mit Blockade eines reinen Spargesetzes gedroht und strukturelle Verbesserungen gefordert. Konkret verlangen die Sozialdemokraten eine Deckelung der Pflegekosten für die Betroffenen im Heim sowie eine Kostenbeteiligung der privaten an der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Linnemann weist beide SPD-Vorschläge zurück

Linnemann hielt dem entgegen: "Bei einem Finanzausgleich zwischen Privater und Sozialer Pflegeversicherung, egal welcher Art, bestehen höchste verfassungsrechtliche Zweifel." Das Bundesfinanzministerium müsse jetzt "seinen Verpflichtungen" nachkommen und die mehr als fünf Milliarden Euro Corona-Hilfen, um die es gehe, an die Pflegeversicherung zurückzahlen. "Das sind versicherungsfremde Leistungen."

Auf die SPD-Forderung eines "Pflegedeckels" bei den Heimkosten hatte Linnemann bereits am Sonntag in der ARD ablehnend reagiert. So eine Begrenzung brächte nur eine Entlastung von einigen hundert Euro. "Wir würden das Problem nicht lösen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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