Friedrich Merz: "Es funktioniert nicht mehr mit ihm" - Ex-Vertrauter fordert Kanzler-Rücktritt
Ex-CDU-Generalsekretär Mario Czaja fordert Friedrich Merz einem Bericht zufolge offen zum Rücktritt auf und spricht ihm die emotionale Intelligenz ab - während in der Fraktionssitzung ein weiterer einstiger Weggefährte zur Generalabrechnung ausholt.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
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- Friedrich Merz erhält vernichtende Bilanz von Vorgänger
- Friedrich Merz: Sollte der Bundeskanzler persönliche Konsequenzen ziehen?
- Friedrich Merz "fehlt einfach die emotionale Intelligenz"
Nach den herben Wahlniederlagen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin steht Bundeskanzler Friedrich Merz unter massivem Druck aus den eigenen Reihen. Mit einem Auftritt vor der Presse hatte Merz vor allem bei seinen Kritikern für Kopfschütteln gesorgt. Er selbst wollte bisher nichts von einem Rücktritt wissen.
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Friedrich Merz erhält vernichtende Bilanz von Vorgänger
In der Fraktionssitzung der CDU/CSU holte Merz' Amtsvorgänger als Fraktionsvorsitzender, Ralph Brinkhaus, zu einer umfassenden Abrechnung mit dem politischen Kurs des Kanzlers aus - sowohl in der Regierung als auch in der Partei. Darüber berichtet die "Bild"-Zeitung.
Der 58-jährige Brinkhaus fand demnach deutliche Worte. Die Verantwortung für die Wahlschlappen dürfe nicht auf Krisen oder andere Parteien abgewälzt werden - stattdessen müsse die eigene Politik grundlegend korrigiert werden. Seine Bestandsaufnahme fiel laut "Bild" verheerend aus:
"Wir haben ein Glaubwürdigkeitsdefizit, ein Zukunftsdefizit, unsere Politik kommt bei den Menschen und Unternehmen nicht an, wir sind im Team nicht breit genug aufgestellt."
Friedrich Merz: Sollte der Bundeskanzler persönliche Konsequenzen ziehen?
Darüber hinaus habe die Partei ihren Markenkern als verbindende Kraft eingebüßt. Besondere Brisanz entfaltete Brinkhaus' Appell, wonach sich jeder fragen müsse, ob und wie er dem Land und der Partei noch dienen könne. Mehrere Fraktionsmitglieder werteten diese Formulierung als kaum verhüllte Aufforderung an Merz, persönliche Konsequenzen zu ziehen.
Mit rhetorischen Fragen nach dem heutigen Pendant zu Norbert Blüm oder einer Rita Süssmuth machte Brinkhaus den Substanzverlust greifbar. Beide galten in der Ära Helmut Kohls als Aushängeschilder - Blüm für die soziale Dimension der CDU, Süssmuth für Frauenpolitik und Gleichberechtigung.
Friedrich Merz "fehlt einfach die emotionale Intelligenz"
Noch schärfer fiel das Urteil von Mario Czaja aus. Der frühere CDU-Generalsekretär, den Merz im Juli 2023 von seinen Aufgaben entbunden hatte, sieht keine Zukunft mehr unter dessen Führung.
- "Es funktioniert nicht mehr mit ihm", erklärte Czaja.
Dem Kanzler weitere Zeit einzuräumen, ergebe "gar keinen Sinn" - die Parteibasis werde nun "mit den Füßen abstimmen".
Den grundlegenden Vertrauensbruch datierte Czaja auf den Beginn der Kanzlerschaft: Merz habe die Schuldenbremse zugunsten seiner eigenen Machtposition aufgeweicht und damit das politische Vermächtnis Wolfgang Schäubles missachtet. Auch der Auftritt des Kanzlers am Wahlabend habe ihn fassungslos gemacht.
- "Ich glaube, ihm fehlt einfach die emotionale Intelligenz zu verstehen, was da gerade im Land passiert", so Czaja.
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rut/news.de/stg
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