Ricarda Lang: "Antidemokraten" im Fokus - Grünen-Politikerin warnt vor AfD-Regierungsmacht
Ricarda Lang warnt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eindringlich vor einer Annäherung an die AfD. In einem Instagram-Video kritisiert sie Verharmlosung und fordert klare Grenzen für antidemokratische Kräfte.
Von news.de-Redakteurin Mia Lada-Klein - Uhr
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- Ricarda Lang kritisiert den Umgang mit der AfD
- Grünen-Politikerin warnt vor politischer Annäherung an Rechtsextreme
- Follower diskutieren kontrovers über ihre Aussagen
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Ricarda Lang meldet sich nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erneut mit deutlichen Worten zu Wort. Nachdem sie bereits Bundeskanzler Friedrich Merz und die politische Aufarbeitung des Wahlergebnisses kritisiert hatte, richtet sich die Grünen-Politikerin nun in einem Instagram-Reel an die Menschen in Deutschland. Dabei warnt sie davor, die AfD politisch zu verharmlosen oder eine Zusammenarbeit mit der Partei in Betracht zu ziehen.
Ricarda Lang kritisiert Debatte nach der Wahl
Ausgangspunkt ihrer Aussagen ist das starke Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Partei erreichte 43,8 Prozent der Zweitstimmen und zog mit 39 Abgeordneten in den neuen Landtag ein.
Lang kritisiert, dass nach der Wahl schnell wieder über Friedrich Merz, die Koalition und den üblichen politischen Betrieb gesprochen worden sei. Ihrer Ansicht nach müsse stattdessen stärker darüber gesprochen werden, welche Konsequenzen der Wahlerfolg der AfD für die Menschen und die politische Entwicklung im Land haben könnte. Besonders stößt sie sich an Stimmen, die nun dafür plädieren, der AfD eine Chance zu geben, sie einfach einmal machen zu lassen oder zumindest mit einem vermeintlich weniger radikalen Teil der Partei ins Gespräch zu kommen. Genau hier setzt Lang nach eigenen Angaben an. Sie fragt, wo dieser weniger radikale Teil der AfD in Sachsen-Anhalt überhaupt zu finden sei.
Scharfe Kritik an AfD-Vertretern
Im weiteren Verlauf des Videos führt Lang mehrere Beispiele an, die ihrer Einschätzung nach gegen eine solche Einordnung sprechen. Sie verweist unter anderem auf einen Pressesprecher des AfD-Landeschefs Ulrich Siegmund und dessen von ihr thematisierte Verbindung zur Heimattreuen Deutschen Jugend. Auch eine Äußerung von Til Schneider über Berlin als "Feind" greift Lang auf. Zudem spricht sie von einem Vorfall, bei dem ein Europaabgeordneter einen Jugendlichen mit einem Baseballschläger verprügelt haben soll. Lang kommt deshalb zu dem Vorwurf, die AfD "kokettiere immer offener mit politischer Gewalt". Gleichzeitig warnt die Grünen-Politikerin davor, historische Vergleiche zu vereinfachen. Sie sagt ausdrücklich: "Nein, die AfD ist nicht die NSDAP." Historische Unterschiede seien wichtig, um daraus die richtigen Gegenstrategien abzuleiten.
Ricarda Lang zieht historische Parallele
Eine Parallele sieht Lang nach eigenen Angaben dennoch. Ihrer Argumentation zufolge habe das Bürgertum bereits in der Vergangenheit durch Opportunismus und Verharmlosung dazu beigetragen, dass eine rechtsextreme Partei staatliche Macht erlangen konnte. Daraus leitet sie ihren Appell ab. Demokratische Kräfte müssten verhindern, dass die AfD in Sachsen-Anhalt oder anderen Regionen Regierungsmacht erhalte. Antidemokratische Kräfte dürften nach Langs Überzeugung keine staatlichen Machtmittel bekommen, weil sie diese gegen die Demokratie einsetzen würden.
Auch in der Bildunterschrift zu ihrem Instagram-Beitrag findet sie deutliche Worte. Sie verweist auf Ermittlungen gegen mehrere Mitglieder der neuen AfD-Landtagsfraktion und kritisiert gleichzeitig die Diskussion darüber, ob man mit der Partei nicht doch sprechen müsse. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt habe sie persönlich sehr getroffen. Zugleich beobachte sie eine Rückkehr zur politischen Tagesordnung und eine aus ihrer Sicht problematische Verharmlosung. "Beides ist gefährlich", schreibt Lang. Deutschland stehe ihrer Einschätzung nach an einem "historischen Scheideweg".
Follower unterstützen Ricarda Lang
In der Kommentarspalte bekommt Lang für ihren Appell viel Zustimmung. Einige Nutzer fordern sogar ein Verbotsverfahren gegen die AfD. Andere äußern Sorgen vor möglichen Folgen eines solchen Schrittes. Gleichzeitig gibt es auch Kommentare, die Lang auffordern, sich mit politischen Extremen auf der linken Seite auseinanderzusetzen.
So schreiben Nutzer:
- "Es ist schon lange Zeit für ein AfD Verbotsverfahren! Bitte handeln Sie, bevor es zu spät ist!"
- "Sehr gut gesagt! Ich sehe nur ein großes Problem wenn die AfD tatsächlich verboten würde... Es könnte zu einem Bürgerkrieg kommen .... Wir wissen wie gewaltbereit die AfDler sind..."
- "Liebe Frau Lang. Bitte äußern Sie sich auch zu den Linken mit all ihren Extremen."
- "Auf den Punkt gebracht. Ich bin entsetzt über die offenen Äußerungen vieler Menschen. So viel Hass, dem Raum gegeben wird. Mir wird Angst und Bange. Liebe Frau Lang, bleiben Sie und Ihre Kollegen am Ball, bleiben Sie ehrlich uns Menschen gegenüber. Hoffentlich wachen viele Mitbürger*innen bald auf."
- "Leider scheint es doch so , dass 'altgediente' Parteien kein Konzept vorlegen können, um der AfD entgegenzutreten. Leider sieht es so aus, dass sich demokratische Parteien im Kleinen verlieren und nur darauf erpicht sind, ihre Posten und Gelder zu sichern."
Ricarda Lang will AfD-Debatte nicht den anderen überlassen
Für Ricarda Lang ist die Diskussion damit längst nicht beendet. Die Grünen-Politikerin sieht die demokratischen Parteien in der Verantwortung, sich mit dem Wahlerfolg der AfD auseinanderzusetzen, ohne deren politische Positionen aus ihrer Sicht zu verharmlosen. Ihr Appell richtet sich deshalb vor allem an jene, die über eine Annäherung oder Zusammenarbeit nachdenken. Lang macht deutlich, dass sie einen solchen Kurs ablehnt. Stattdessen fordert sie, die demokratischen Kräfte müssten gemeinsam dafür sorgen, dass die AfD keine staatliche Macht erhalte. Ihre deutlichen Worte dürften damit auch künftig für Diskussionen sorgen, denn die Frage nach dem politischen Umgang mit der AfD bleibt umstritten.
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