Wladimir Putin: Absturz kurz vor der Wahl - Kremlchef in Russland unter Druck

Die russische Bevölkerung bewertet Wladimir Putin zunehmend kritischer. Das haben mehrere Umfragen vor der Duma-Wahl vom 18. bis 20. September ergeben. Eine Niederlage der Kreml-Partei "Einiges Russland" wird trotzdem nicht erwartet.

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Wladimir Putin erlebt kurz vor der Duma-Wahl in Russland einen Umfrage-Dämpfer. (Foto) Suche
Wladimir Putin erlebt kurz vor der Duma-Wahl in Russland einen Umfrage-Dämpfer. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • Umfrage-Dämpfer für Wladimir Putin kurz vor der Duma-Wahl in Russland
  • Kremlchef verliert deutlich an Zustimmung
  • Seine Partei "Einiges Russland" wird die Parlamentswahl wohl dennoch klar gewinnen

Sowohl in den USA als auch in Russland finden in diesem Jahr noch wichtige Wahlen statt. Donald Trump hat bis zu den Midterms im November noch rund sieben Wochen Zeit, seine Republikaner stehen aber auch wegen seiner Politik massiv unter Druck. Für Kremlchef Wladimir Putin wird es bereits am kommenden Wochenende bei der Duma-Wahl vom 18. bis 20. September ernst. Große Überraschungen im neuen russischen Parlament werden zwar nicht erwartet. Dennoch machen aktuelle Umfragen deutlich, dass die Stimmung gegenüber Putin innerhalb der Bevölkerung langsam kippt.

Wladimir Putin stürzt in Umfragen vor Duma-Wahl in Russland ab

Alles andere als ein klarer Sieg der Kreml-Partei "Einiges Russland" bei der Duma-Wahl käme einer Sensation gleich. Dennoch könnte die Partei, die Wladimir Putin nahesteht, den wachsenden Unmut der Russen spüren. Eine schwächelnde Wirtschaft, steigende Energiepreise sowie Benzinknappheit infolge ukrainischer Drohnenangriffe ließen bereits in den vergangenen Monaten die Zustimmungswerte für den Präsidenten sinken. Das ergaben sogar Umfragen von staatlichen Instituten, deren Ergebnisse aufgrund ihrer Kremlnähe mit Vorsicht zu genießen sind. Aktuell sieht es für Putin weiterhin nicht gut aus. Wie "Newsweek" berichtet, ermittelte das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum in seiner jüngsten Erhebung im August immerhin noch einen Zustimmungswert von 76 Prozent für Putin. Vergleicht man dies jedoch mit dem Ergebnis aus dem Vorjahr, stürzte der Kremlchef um 13 Prozentpunkte ab. Das staatliche Institut WZIOM verzeichnete Ende August zwar wieder einen leichten Anstieg von Putins Beliebtheit von 65,5 auf 66,9 Prozent. Allerdings wurde zuvor die Methodik der Umfrage geändert. Zuvor war ebenfalls ein klarer Abwärtstrend erkennbar. 

Würde der Kremlchef aktuell keine Wahl als Kandidat gewinnen?

Der in Russland geborene Ökonom Konstantin Sonin sagte gegenüber "Newsweek" zu den Zahlen: "Ich denke, Putin ist unbeliebt – er würde gegen praktisch keinen vernünftigen Kandidaten Wahlen gewinnen, wenn es jetzt welche gäbe." Bei der Duma-Wahl am Wochenende tritt Putin selbst nicht als Kandidat an. Ernstzunehmende Konkurrenz für seine Partei ließ er bereits im Vorfeld ausschalten. Der Oberste Gerichtshof verbot die Teilnahme der Antikriegspartei "Jabloko" wegen angeblicher Verstöße gegen die Wahlkampfregeln.

Kreml-Partei "Einiges Russland" wird Parlamentswahl voraussichtlich klar gewinnen

Bei der Duma-Wahl 2026 werden laut "Newsweek" 450 Parlamentsmitglieder für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Mit 300 Sitzen würde die Partei "Einiges Russland" ihre Zweidrittelmehrheit behalten - und damit die Möglichkeit für tiefgreifende Verfassungsänderungen im Sinne Putins. Aktuell verfügt sie über 310 Sitze. Sonin glaubt, dass es keine fairen Wahlen geben wird und der Ausgang bereits im Voraus feststeht: "Der Kreml hat alles darangesetzt, den Wählern die Wahl zu nehmen; jede Partei, die noch zur Wahl steht, hat Kriegsveteranen auf ihren Listen. Sie haben wahrscheinlich ihre Zielzahlen festgelegt und werden die Ergebnisse entsprechend anpassen." Unabhängige Wahlbeobachter wurden von Moskau nicht zugelassen.

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