Donald Trump: "South Park" verhöhnt "The Don" mit Hüllenlos-Auftritt
"South Park" ist Geschichte – zumindest dem Namen nach: Zum Start der 29. Staffel wird aus der Kultserie kurzerhand "South America". Trey Parker und Matt Stone nehmen damit die Politik von Donald Trump aufs Korn. Doch auch der US-Präsident selbst bekommt sein Fett weg.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- "South Park" heißt zum Start der 29. Staffel offiziell "South America"
- Die Macher parodieren damit Donald Trumps Umbenennung des Lake Ontario in "Lake America"
- Die Premiere verbindet die Trump-Satire mit einem absurden Biker-Krieg um E-Bikes
Die 29. Staffel der Kult-Zeichentrickserie "South Park" ist mit einem Paukenschlag gestartet – nämlich mit einem völlig neuen Namen. Ab sofort heißt die Show "South America", eine unverhohlene Spitze gegen die Umbenennungspolitik von Donald Trump. Und das sollte nicht der einzige Seitenhieb auf den US-Präsidenten sein.
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"South Park" mit nächstem Seitenhieb gegen Donald Trump
Die Serienschöpfer Trey Parker und Matt Stone hatten den Namenswechsel bereits vergangene Woche auf der Plattform X verkündet. Ihre Begründung triefte dabei vor Sarkasmus: "Inspiriert vom Mut und Patriotismus von Apple und Google ändern wir den Namen von 'South Park' zu 'South America'." Damit zielten sie direkt auf die beiden Tech-Giganten, die Trumps per Dekret verfügte Namensänderungen bereitwillig in ihre Kartendienste übernommen hatten.
Following their Emmy win for Outstanding Animated Program, South Park is making a big change. Creators Trey Parker & Matt Stone announce:
— South America (@SouthPark) September 8, 2026
“Inspired by the bravery and patriotism of Apple and Google, we are changing the name of South Park to SOUTH AMERICA. We especially want to… pic.twitter.com/nRkNaoUSVp
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit 2025 setzt Donald Trump systematisch auf geografische Namensänderungen als politisches Machtinstrument. Den Anfang machte die Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika". Zuletzt verfügte er per Dekret, dass der Lake Ontario – ein Grenzgewässer zwischen den USA und Kanada – künftig "Lake America" heißen soll. Apple und Google zogen in ihren US-Kartendiensten umgehend nach und übernahmen die neuen Bezeichnungen. Außerhalb der Vereinigten Staaten werden die ursprünglichen Namen allerdings weiterhin angezeigt. Damit nicht genug: Am vergangenen Wochenende deutete Trump auf Truth Social an, auch den Bundesstaat New Mexico umbenennen zu wollen. Er veröffentlichte eine Karte, auf der das Wort "Mexico" durchgestrichen und durch "America" ersetzt war – der Staat hieße demnach "New America".
Biker-Krieg in "South America" – mit hüllenlosem Trump als Bonus
Die Premieren-Episode trägt den Titel "South American Biker Gangs" und dreht sich um einen eskalierenden Konflikt zwischen klassischen Fahrradfahrern unter Anführung von Randy Marsh und einer E-Bike-Fraktion um Cartman. Der neue Stadtname zieht sich dabei als permanenter Running Gag durch die gesamte Folge – sämtliche Figuren sprechen selbstverständlich von "South America", wenn sie ihren Heimatort meinen. Bereits im überarbeiteten Vorspann wurde der Titelsong entsprechend umgetextet. Ebenfalls wieder mit dabei: ein völlig hüllenloser Trump mit dem aus früheren Staffeln bekannten "winzigen" Geschlechtsteil.
Das Weiße Haus schießt gegen "South Park"-Macher – und trifft daneben
Die politische Bissigkeit der aktuellen Premiere reiht sich nahtlos in die vorangegangenen Staffeln 27 und 28 ein, die mit ihren konsequenten Attacken auf die Trump-Regierung selbst eingefleischte Fans überraschten. Bereits in Staffel 27 landete eine animierte Trump-Figur mit Satan im Bett – eine Provokation, die das Weiße Haus zu einer gereizten Reaktion veranlasste. Eine Sprecherin erklärte damals: "Diese Show ist seit über 20 Jahren nicht mehr relevant und hängt mit uninspirierten Ideen am seidenen Faden in einem verzweifelten Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen." Parker und Stone ließen sich davon offensichtlich nicht beirren. In einem Interview mit der "New York Times" 2025 erklärte Parker den verschärften politischen Kurs der Serie: "Es ist nicht so, dass wir plötzlich politisch geworden sind. Die Politik ist zur Popkultur geworden."
Zwischen den Zeilen: Wahlaufruf im South-Park-Stil
Neben der Trump-Satire enthält die Premiere auch kaum verhüllte politische Botschaften an die Zuschauer. Detective Harris seufzt in einer Szene: "Ja, dieses Land geht vor die Hunde. Hoffentlich wird es im November besser." Nach einer bedeutungsschwangeren Pause schiebt er nach, dass dann "Grand Theft Auto 6" erscheine. Doch die bewusst gesetzte Stille zwischen beiden Sätzen legt nahe, dass die Autoren auf die anstehenden Midterm-Wahlen anspielen.
Auch der Abschlusssong der Episode transportiert eine doppelbödige Botschaft. Die Zeile "Wir werden immer South America sein. Wir ändern uns für niemanden" klingt wie eine trotzige Kapitulationserklärung und gleichzeitig wie ein Appell, sich mit dem Status quo nicht abzufinden. Ob die 29. Staffel das politische Tempo der Vorgänger durchhält, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Material liefert die Trump-Regierung jedenfalls reichlich.
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