Donald Trump: Söhne in Lizenzgeschäft verwickelt - Wirbel um neuen Trump-Tower

85 Millionen Dollar fließen in eine Stiftung, um einen neuen Wolkenkratzer im Namen von Donald Trump in Georgiens Hauptstadt zu errichten. Der Fall rückt einen von den USA sanktionierten pro-russischen Oligarchen und Trumps Söhne in den Vordergrund.

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Donald Trumps Söhne Donald Trump Jr. (l) und Eric Trump sind in der Lizenzvergabe für den geplanten Trump-Tower in Georgien beteiligt. (Foto) Suche
Donald Trumps Söhne Donald Trump Jr. (l) und Eric Trump sind in der Lizenzvergabe für den geplanten Trump-Tower in Georgien beteiligt. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Jane Barlow
  • Neuer Trump-Tower in Tiflis
  • Millionen an Stiftung gezahlt - sanktionierter pro-russischer Oligarch nicht beteiligt
  • Donald Trumps Söhne machen mit weltweiten Marken-Lizenzen Millionen

Wirbel um ein neues Bauprojekt in Tiflis, an dem die Söhne von Donald Trump eine Rolle spielen. Für die Entwicklung eines geplanten Trump Towers in der georgischen Hauptstadt wurden 85 Millionen Dollar an die Cartu-Stiftung gezahlt – eine Organisation, die von der Familie des US-sanktionierten pro-russischen Oligarchen Bidzina Ivanishvili kontrolliert wird. Das berichtet "The Daily Beast".

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Neuer Trump-Tower - Millionen an Familienstiftung von sanktioniertem Oligarchen

Auf dem erworbenen Areal soll ein 70-stöckiger Wolkenkratzer mit dem Namen des amtierenden US-Präsidenten entstehen. Das Projekt gehört zu einer umfassenden internationalen Markenlizenz-Kampagne, die von Eric und Donald Trump Jr. gesteuert wird. Die beiden Söhne des Präsidenten hatten im April einen Branding-Vertrag mit dem georgischen Konsortium hinter dem Bauvorhaben verkündet.

Der 70-jährige Ivanishvili, Milliardär und ehemaliger Premierminister Georgiens, ist offiziell nicht an der Cartu-Stiftung beteiligt. Seine Familienangehörigen, die den Fonds leiten, unterliegen keinen US-Sanktionen.Ein Sprecher bestätigte gegenüber dem "Wall Street Journal", dass die Schlusszahlung bereits geleistet wurde.

Biden verhängte Sanktionen gegen pro-russischen Oligarchen

Die Regierung von Joe Biden belegte Ivanishvili im Dezember 2024 mit Sanktionen. Der Vorwurf: Der Gründer der Regierungspartei "Georgian Dream" habe den Einfluss des Kremls in der Region vorangetrieben und die Demokratie in Georgien systematisch untergraben.

Auslöser waren gewaltsame Niederschlagungen von Protesten sowie weitreichende Vorwürfe der Wahlfälschung bei den Parlamentswahlen im Oktober 2024. Washington verhängte daraufhin Reiseverbote und finanzielle Beschränkungen gegen mehr als 100 Personen – darunter Ivanishvili selbst.

Kreml-Verbindungen aufgedeckt

Recherchen von "The Daily Beast" deckten bereits im Mai auf, dass die am Konsortium beteiligte Archi Group von Ilia Tsulaia gegründet wurde – einem früheren Parlamentsabgeordneten von Ivanishvilis Partei. Tsulaia tauchte auf einer Liste potenzieller Sanktionsziele auf, die im Januar vergangenen Jahres dem US-Außenministerium vorgelegt wurde. Er galt dort als mutmaßlicher Finanzier des georgischen Regimes.

Tsulaias Unternehmen erhielt zuvor mehr als sieben Millionen Dollar an Industriefinanzierung von Ivanishvilis Partei. Laut dem "Wall Street Journal" reiste Tsulaia im vergangenen Jahr mit einer georgischen Delegation nach Washington, um dort für eine Lockerung der US-Sanktionen gegen Funktionäre des Landes zu werben. Zudem enthüllten gemeinsame Ermittlungen von "PunchUp" und "The Newsground" im August, dass ein weiteres Konsortiumsmitglied, Biograpi Living, teilweise dem 70-jährigen Milliardär Paata Gamgoneishvili gehört – einem Geschäftsmann mit Verbindungen nach Moskau.

Söhne des US-Präsidenten führenMillionengeschäft mit dem Namen Trump

Das Hochhausprojekt in Tiflis ist nur eines von zahlreichen internationalen Vorhaben, die Eric Trump und Donald Trump Jr. seit dem erneuten Amtsantritt ihres Vaters im Januar 2025 vorangetrieben haben. Insgesamt schlossen die beiden Brüder Markenverträge für 23 Bauprojekte mit dem Namen Trump in zehn verschiedenen Ländern ab – darunter Hotels, Wohnanlagen und Golfresorts. Ihre Lizensoffensive bringt ihnen Millionen ein. Laut der gemeinnützigen Kontrollorganisation CREW stiegen die Einnahmen aus ausländischen Lizenzgeschäften von lediglich fünf Millionen Dollar im Jahr 2023 auf 59 Millionen Dollar im ersten Jahr der zweiten Amtszeit. Zu den Ländern, in denen Trump-Projekte entstehen, zählen Indien, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman.

US-Präsident ebnet Eric und Donald Trump Jr. Weg für Lizenzoffensive

Während seiner ersten Amtszeit hatte Donald Trump der Trump Organization ausländische Lizenzgeschäfte noch untersagt – mit dem ausdrücklichen Verweis auf mögliche Interessenkonflikte. Diese Selbstbeschränkung gehört inzwischen der Vergangenheit an. Seit Beginn der zweiten Amtszeit wurden die Regeln gelockert, was den Söhnen des 80-jährigen Präsidenten den Weg für ihre globale Expansionsstrategie ebnete.

Das Weiße Haus, die Trump Organization sowie Vertreter des georgischen Baukonsortiums haben sich zu dem Bericht bislang nicht geäußert.

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