Donald Trump: US-Präsident entsetzt Wähler mit Rede - Trump beleidigt ihren Bundesstaat

Wollte er das wirklich sagen? Donald Trump reiste nach North Carolina, um dort für seinen Senatskandidaten zu werben - und nannte den Bundesstaat vor versammeltem Publikum "einen der schlimmsten im ganzen Land".

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump entsetzt mit einer Wahlkampfrede in North Carolina. (Foto) Suche
Donald Trump entsetzt mit einer Wahlkampfrede in North Carolina. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump beleidigt Bundesstaat vor seinen Einwohnern
  • Donald Trump attackiert Gegner mit falschen Behauptungen
  • Donald Trump widerspricht sich plötzlich selbst

Bei einem Wahlkampfauftritt in Gastonia in North Carolina hat Donald Trump den Bundesstaat, in dem er gerade zu Gast war, öffentlich herabgesetzt. Der US-Präsident war nach Gastonia gereist, um Michael Whatley zu unterstützen, der um den Senatssitz des scheidenden Republikaners Thom Tillis kämpft. Es ist längst nicht die einzige Rede, mit der Donald Trump zuletzt für Schlagzeilen sorgte - bei einem Auftritt sorgte er kürzlich selbst mit einem Haar-Desaster für Stirnrunzeln.

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Donald Trump beleidigt Bundesstaat vor seinen Einwohnern

Die Schuld für den angeblich desaströsen Zustand North Carolinas schob Donald Trump dem demokratischen Senatskandidaten Roy Cooper zu. Dabei griff er diesen mit einer Reihe von Behauptungen zu Kriminalität und Katastrophenschutz an - Darstellungen, denen sowohl FBI-Statistiken als auch offizielle Stellen in North Carolina deutlich widersprechen, wie "The Daily Beast" berichtet.

Der US-Präsident erklärte vor seinen - augenscheinlich entsetzten - Anhängern, North Carolina sei früher "wunderschön" und "wie Apfelkuchen" gewesen - heute hingegen gehöre der Bundesstaat "zu den gewalttätigsten und schlimmsten im ganzen Land". Videos beim Netzwerk X dokumentieren die Rede.

Donald Trump attackiert Gegner mit falschen Behauptungen

Konkret warf Trump seinem Gegner Cooper vor, dieser habe "3.500 Mörder und Kriminelle" auf freien Fuß gesetzt. Tatsächlich bezieht sich die Zahl auf einen Vergleich, den Cooper als Gouverneur im Zusammenhang mit einer Klage von Bürgerrechtsorganisationen wegen mangelnder Corona-Schutzmaßnahmen in Gefängnissen akzeptierte. Rund 3.500 Häftlinge kamen dabei vorzeitig frei - die Kläger hatten ursprünglich die Freilassung von 18.000 gefordert. Cooper hatte sich gegen eine umfangreichere Entlassung gewehrt, die ohne die Einigung möglicherweise erfolgt wäre. Wie viele der Betroffenen tatsächlich wegen Mordes verurteilt waren, ist unklar.

Trumps Behauptung, North Carolina zähle zu den gefährlichsten Bundesstaaten, hält einer Überprüfung ebenfalls nicht stand. FBI-Daten aus dem Jahr 2024 weisen für mindestens 18 andere Staaten - darunter Texas, Kalifornien und Tennessee - höhere Gewaltkriminalitätsraten aus.

Donald Trump widerspricht sich plötzlich selbst

Auch Coopers Krisenmanagement während Hurrikan Helene im Herbst 2024 versuchte Trump in ein schlechtes Licht zu rücken. "Cooper hat nichts getan. Er hat gar nichts getan", behauptete der US‑Präsident. Die Faktenlage zeichnet ein völlig anderes Bild: Cooper rief den Notstand aus, erließ zahlreiche Exekutivanordnungen, unterzeichnete Hilfsgesetze, besichtigte Schadensgebiete gemeinsam mit dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden und reiste nach Washington, um Bundeshilfe zu beantragen.

Besonders bemerkenswert: Selbst der republikanische Vorsitzende der Haywood County Commission, Keven Ensley, würdigte Coopers Einsatz ausdrücklich. "Zwei Spitzenpolitiker, die uns mehr als alle anderen geholfen haben, waren Gouverneur Cooper - er kam mehrfach hierher und verbrachte viel Zeit hier - und Senator Thom Tillis", sagte Ensley. Trump selbst hatte Coopers Reaktion auf Hurrikane in den Jahren 2018 und 2019 noch gelobt.

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