JD Vance: Verzweifelter Trump-Vize bettelt um "noch eine Chance" - sofort hagelt es Spott

Es klingt beinahe verzweifelt und nach politischem Überlebenskampf: JD Vance bittet die amerikanischen Wähler um "noch eine Chance" und bekommt die Quittung dafür sofort. Es hagelt Spott für den Trump-Vize.

Von news.de-Redakteur - Uhr

JD Vance sieht sich nach einem Auftritt mit Spott konfrontiert. (Foto) Suche
JD Vance sieht sich nach einem Auftritt mit Spott konfrontiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • JD Vance bettelt Wähler um "eine Chance" für Donald Trump
  • JD Vance schiebt die Schuld weit von sich
  • JD Vance verspottet nach Bettel-Auftritt in Podcast
  • JD Vance vollzieht kompletten Stimmungswandel

US-Vizepräsident JD Vance sorgt mit einem flehentlichen Appell an die amerikanischen Wähler für einen Sturm der Häme in den sozialen Medien. Bereits zuletzt sorgte der Trump-Stellvertreter mit einem fragwürdigen Auftritt für Schlagzeilen. Danach wurde Vance von seinen politischen Gegnern das "Charisma eines Einweggrills" attestiert.

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JD Vance bettelt Wähler um "eine Chance" für Donald Trump

Bei seinem Auftritt im "All In"-Podcast richtete JD Vance mit Blick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen im November eine Botschaft an die Bevölkerung, die eher nach Betteln klang als nach politischer Überzeugungsarbeit.

"Gebt uns noch eine Chance oder gebt uns noch ein paar Jahre, um die großartigen Dinge weiterzuführen, die wir in den letzten zwei Jahren getan haben", so Vance wörtlich. Auf der Plattform X verbreitete sich ein Ausschnitt dieser Passage rasant - und die Reaktionen fielen vernichtend aus. Nutzer und prominente Kommentatoren verglichen den Vizepräsidenten unter anderem mit einem "verzweifelten Ex-Freund".

JD Vance schiebt die Schuld weit von sich

Anlass für den mittlerweile viralen Moment war eine Frage des Silicon-Valley-Milliardärs und Trump-Großspenders Chamath Palihapitiya. Er wollte am Ende des halbstündigen Gesprächs wissen, welche Botschaft die Wähler vor der Novemberwahl erreichen müsse. Vance lieferte daraufhin zwei Argumente. Zunächst verwies er auf die bisherige Regierungspolitik - darunter Steuererleichterungen auf Trinkgelder und einen harten Kurs gegen Einwanderung.

  • "Es wurde viel Gutes getan, aber es gibt noch viel zu tun", erklärte er.
  • "Gebt denen nicht die Macht, die die Probleme verursacht haben, die wir gerade beheben."

Selbst wer nicht in jeder Frage mit den Republikanern übereinstimme, solle bedenken, dass die Gegenpartei "von Verrücktheit beherrscht" werde und ausschließlich von "linken Interessengruppen und Radikalismus" angetrieben sei.

JD Vance verspottet nach Bettel-Auftritt in Podcast

Auf der Plattform X ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Comedian Mike Drucker fasste die Absurdität zusammen:

  • "Es gibt keinen besseren Pitch, als zwei Jahre lang die komplette Regierungsmacht zu haben und dann zu sagen: 'Okay, ja, wir haben alles verbockt, aber gebt uns mehr Zeit!'"

Der politische Kommentator Brian Tyler Cohen setzte sarkastisch nach:

  • "Schließlich gibt es noch mehr Kriege zu führen, mehr Krypto-Betrügereien zu starten, mehr Rekordbenzinpreise zu verhängen, mehr Lebensmittelhilfen zu kürzen, mehr Epstein-Akten zu unterdrücken."

Podcaster Kyle Kulinski brachte es auf eine besonders bissige Formel:

  • Er attestierte Vance die Ausstrahlung eines "verzweifelten, psychisch gestörten Ex-Freundes".

JD Vance vollzieht kompletten Stimmungswandel

Besonders treffend fiel der Kommentar von YouTube-Nachrichtenkommentator Philip DeFranco aus. Er stellte einen direkten Zusammenhang zwischen Vances aktuellem Flehen und dessen berüchtigtem Ausraster im Oval Office gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im vergangenen Jahr her.

  • "JD Vance ist ziemlich schnell von der 'HABEN SIE SICH AUCH NUR EINMAL BEDANKT?!'-Energie zur 'Leute... ihr müsst uns noch eine Chance geben'-Energie gewechselt", schrieb DeFranco.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Vor wenigen Monaten noch trat Vance als aggressiver Hardliner auf, der einen ausländischen Staatschef vor laufenden Kameras zusammenstauchte. Nun wirbt er mit demütigem Tonfall um das Wohlwollen der eigenen Wählerschaft - ein Stimmungswandel, der die veränderte politische Lage der Republikaner vor den Zwischenwahlen widerspiegelt.

Katastrophale Umfragewerte untermauern Verzweiflung

Dass Vance überhaupt zu einem solchen Appell greifen muss, lässt sich an aktuellen Zahlen ablesen. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeichnet ein verheerendes Bild für die Trump-Regierung. Lediglich 27 Prozent der Befragten zeigten sich zufrieden mit dem wirtschaftspolitischen Kurs des Präsidenten.

Noch düsterer sieht es bei den Themen aus, die den Alltag der Amerikaner unmittelbar betreffen: Bei den Lebenshaltungskosten liegt die Zustimmung bei mageren 21 Prozent, bei der Inflationsbekämpfung bei 22 Prozent. Selbst beim republikanischen Kernthema Einwanderung erreicht Trump nur 39 Prozent Zustimmung.

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