Donald Trump: Yosemite vor dem Ausverkauf? Trump-Deal löst Aufstand aus

Donald Trump unter Beschuss: Soll der legendäre Yosemite-Nationalpark für einen privaten Deal tatsächlich zerstückelt werden? 153 Abgeordnete laufen Sturm gegen das umstrittene Trump-Vorhaben.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump sorgt mit einem möglichen Land-Deal für Empörung. (Foto) Suche
Donald Trump sorgt mit einem möglichen Land-Deal für Empörung. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | James Manning
  • Donald Trump will Stück vom Yosemite-Nationalpark abgeben
  • Abgeordnete machen gegen Trumps Land-Deal mobil
  • Innenministerium betont: Noch keine endgültige Entscheidung gefallen

Der Yosemite-Nationalpark gehört zu den ikonischsten Naturlandschaften der Vereinigten Staaten – und genau deshalb sorgt ein Vorhaben der Trump-Regierung gerade für einen politischen Aufschrei historischen Ausmaßes. Am Dienstag wandten sich mehr als 150 Kongressabgeordnete in einem gemeinsamen Schreiben an Innenminister Doug Burgum und forderten ihn auf, die geplante Übertragung eines Parkstreifens an den privaten Immobilienentwickler Kingsbarn Realty Capital sofort zu stoppen.

Donald Trumps Yosemite-Plan sorgt für Entsetzen

Parallel dazu schickte eine Koalition aus ebenfalls über 150 Umwelt- und Bürgerrechtsorganisationen einen eigenen Protestbrief an den Minister. Wie "Raw Story" berichtete, hatte die "Washington Sun" Ende August enthüllt, dass Bundesbedienstete unter politischem Druck standen, den umstrittenen Landtausch voranzutreiben. Der Widerstand ist parteiübergreifend – und er wächst.

Trump-Regierung prüft umstrittenen Yosemite-Landtausch

Worum geht es konkret? Kingsbarn Realty Capital besitzt ein 33,6 Hektargroßes Grundstück westlich des Yosemite-Parks und möchte eine kurze Verbindungsstraße zu einer der zentralen Verkehrsachsen des Nationalparks errichten. Das Ergebnis wäre ein äußerst seltener privater Zugang zu einem Gebiet, das ansonsten nahezu vollständig von Nationalforsten umgeben ist.

Von einem Mehrwert für die Öffentlichkeit kann dabei keine Rede sein: Es geht schlicht darum, die Fahrzeit für eine Handvoll Privatgrundstücksbesitzer zu verkürzen. Wer die TV-Serie "Yellowstone" kennt, fühlt sich unweigerlich an die Dutton-Ranch erinnert – nur dass es diesmal kein fiktiver Viehbaron ist, der öffentliches Land als sein Privatreich betrachtet, sondern ein realer Immobilienentwickler mit besten Verbindungen ins Weiße Haus. Pikant ist zudem die politische Dimension des Deals. Kingsbarn-Chef Jeff Pori hat für Trumps Wahlkampf gespendet, und die Firma wird vom politisch bestens vernetzten Anwalt Lanny Davis vertreten. Ein Geschmäckle, das selbst wohlwollende Beobachter kaum ignorieren können.

153 Abgeordnete machen gegen Yosemite-Deal mobil

Die parteiübergreifende Gruppe von 153 Abgeordneten, angeführt von den kalifornischen Senatoren Alex Padilla und Adam Schiff sowie den Demokraten Jared Huffman und Jim Costa, ließ in ihrem Schreiben an Burgum kein gutes Haar an dem Vorhaben. Yosemite sei "ein Eckpfeiler des Nationalparksystems und eines der Kronjuwelen Kaliforniens", heißt es darin.

Besonders brisant: Das Innenministerium wollte Mittel aus dem Land-and-Water-Conservation-Fund nutzen, um den Tausch zu ermöglichen – einem Fonds, der ausschließlich dem Erwerb und Schutz öffentlicher Flächen dient. Gleichzeitig konnte die Behörde auf Nachfrage des Kongresses nicht einmal benennen, welches Ersatzland im Gegenzug für den Yosemite-Streifen vorgesehen wäre. Für die Abgeordneten ein klares Indiz: Hier diene der Deal ausschließlich privaten Interessen.

Trump unter Beschuss: "Wenn Yosemite zerstückelt werden kann, ist kein Park mehr sicher"

Nicht weniger deutlich fiel die Reaktion der Zivilgesellschaft aus. Unter Führung des Center for Biological Diversity schlossen sich über 150 Organisationen zusammen – darunter der Sierra Club, Greenpeace USA, Public Citizen und die Yosemite Rivers Alliance. Ihre Botschaft an Burgum war unmissverständlich.

Laiken Jordahl, Sprecher des Center for Biological Diversity, formulierte es so: "Trump will ein Stück Yosemite herausschneiden, damit eine Private-Equity-Firma daraus einen Spielplatz für Milliardäre machen kann. Wenn Yosemite zerstückelt werden kann, ist kein Nationalpark in Amerika mehr sicher." Die Bundesregierung solle Nationalparks schützen, statt sie hinter verschlossenen Türen an Wohlhabende und politisch Vernetzte zu verteilen.

Die Koalition bezeichnete Yosemite als "Wiege des amerikanischen Naturschutzes" und warnte eindringlich: Wer Parkland an Entwickler abtrete, schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall – Amerikas Nationalparks stünden dann zum Verkauf an jeden, der genug Geld und Einfluss mitbringe.

Burgums eigenes Versprechen wird zur Bumerang-Munition

Die Organisationen griffen dabei zu einem besonders wirkungsvollen rhetorischen Mittel: Sie zitierten Burgums eigene Worte gegen ihn. Bei seiner Bestätigungsanhörung vor dem Senat hatte der Innenminister erklärt, man müsse "jeden einzelnen Zentimeter" der Nationalparks unterstützen und schützen. Die Koalition forderte ihn nun auf, genau dieses Versprechen einzulösen.

"Yosemite ist von unschätzbarem Wert, und kein Teil davon sollte auf Kingsbarns Bilanz landen", schrieben die Organisationen. "Wir erwarten, dass Sie Ihr Versprechen halten und sich an Ihre Aussagen vor dem Kongress halten."

Ob Burgum dem wachsenden Druck aus beiden Kongresskammern und der Zivilgesellschaft nachgibt, bleibt abzuwarten. Die Abgeordneten forderten ihn unmissverständlich auf, das Vorhaben aufzugeben: "Öffentliches Land gehört in öffentliche Hände."

Innenministerium betont: Noch keine endgültige Entscheidung gefallen

Das Innenministerium erklärte bislang lediglich, es gebe keine endgültige Entscheidung und keinen politischen Druck auf einen bestimmten Ausgang. Sollte ein konkreter Vorschlag vorgelegt werden, müsse dieser die geltenden gesetzlichen Vorgaben, Umweltprüfungen und Verfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit durchlaufen.

Auch diese Trump-News sind einen Blick wert:

/bua/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.