Donald Trump: Trump unter Preis-Druck - jetzt fliegt ihm seine Biden-Ausrede um die Ohren

Donald Trump macht seinen Vorgänger Joe Biden für die hohen Preise in den USA verantwortlich. Doch aktuelle Wirtschaftsdaten zeichnen ein anderes Bild: Teures Benzin und eine abstürzende Verbraucherstimmung bringen den US-Präsidenten zunehmend in Erklärungsnot.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump unter Druck: Neue Preisdaten widersprechen seiner Biden-Erzählung. (Foto) Suche
Donald Trump unter Druck: Neue Preisdaten widersprechen seiner Biden-Erzählung. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Trump gibt Biden die alleinige Schuld an den Preissteigerungen
  • Benzin kostet landesweit inzwischen mehr als 4 Dollar pro Gallone
  • Die Verbraucherstimmung stürzt aufden zweitniedrigsten Wert der Umfragegeschichte

Donald Trump macht Joe Biden für die hohen Preise in den USA verantwortlich. Doch aktuelle Wirtschaftsdaten bringen den US-Präsidenten in Erklärungsnot. Vor allem an der Zapfsäule wird seine Argumentation brüchig.

Trump macht Biden für Preis-Hammer verantwortlich

Auf Truth Social legte Donald Trump am Montag nach."Ich hoffe, jeder erkennt, dass die Preiserhöhungen in ganz Amerika von Sleepy Joe Biden und der Biden-Regierung verursacht wurden, nicht von 'TRUMP'", erklärte er. Öl werde "wie ein Stein fallen", sobald der militärische Konflikt mit dem Iran beendet sei – und das werde nicht lange dauern, so Trumps Behauptung.

Die aktuellen Zahlen des Bureau of Labor Statistics zeichnen allerdings ein deutlich komplizierteres Bild. Im August stiegen die Verbraucherpreise in den USA binnen Jahresfrist um 3,4 Prozent. Lebensmittel für den Heimverbrauch verteuerten sich um 2,2 Prozent.

Eier günstiger, Rindfleisch bleibt teuer

Trump verweist gerne auf die Eierpreise. Auf einer Veranstaltung sagte er: "Wir haben die Eierpreise gesenkt." Tatsächlich sind Eier nach dem massiven Preisschub infolge der Vogelgrippe deutlich günstiger geworden. Der Rückgang lässt sich jedoch vor allem mit der Erholung der Bestände erklären.

Beim Rindfleisch ist die Lage wesentlich unangenehmer. Die US-Rinderherde ist auf den niedrigsten Stand seit 75 Jahren geschrumpft. Trump reagierte deshalb selbst mit einer Ausweitung der Importquote für Rindfleisch um 300.000 Tonnen.

Benzinpreise werden zum Problem für Trump

Besonders heikel ist die Lage beim Benzin. Am 14. September lag der landesweite Durchschnitt laut AAA bei rund 4,32 Dollar pro Gallone.

Der Preissprung hängt wesentlich mit den Folgen des Iran-Krieges und den Spannungen rund um die Straße von Hormus zusammen. Brent-Öl überschritt zeitweise die Marke von 100 Dollar je Barrel. Trump selbst räumt ein, dass Öl derzeit eine Ausnahme darstelle – verspricht aber einen drastischen Preisrückgang nach dem Ende des Konflikts.

Amerikaner verlieren das Vertrauen

Auch die Stimmung der Verbraucher verschlechtert sich dramatisch. Wie "Newsweek" unter Berufung auf die jüngste Umfrage der University of Michigan berichtet, fiel der Verbraucherstimmungswert im September von 51,7 auf 47,8 Punkte. Das ist der zweitniedrigste Wert in der Geschichte der Umfrage. Zum Vergleich: Im September 2024, unter Biden, lag der Wert noch bei 70,1. Selbst Bidens damaliger Tiefpunkt von 50,0 im Juni 2022 wurde nun unterboten. Gleichzeitig kletterten die Inflationserwartungen für das kommende Jahr von 4,0 auf 4,6 Prozent.

Damit steht Trump vor einem politischen Problem: Die Amerikaner erleben steigende Kosten unmittelbar im Alltag. Seine pauschale Schuldzuweisung an Biden dürfte angesichts der aktuellen Daten deshalb nur schwer ausreichen, um die wachsende Unzufriedenheit zu erklären.

Auch diese Trump-News sind einen Blick wert:

/ife/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.