Melania Trump: Melania Trump blamiert sich mit kurioser Rede
Melania Trump feiert das historische Erbe des Weißen Hauses – doch über die umstrittenen Umbauten ihres Mannes schweigt sie. Während Teile des Präsidentensitzes weichen mussten, präsentiert sich die First Lady als Hüterin der Geschichte und erntet heftige Kritik.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Melania Trump hält eine Rede über die historische Bedeutung des Weißen Hauses
- Über die umstrittenen Umbauten ihres Mannes verliert sie kein Wort
- Kritiker werfen ihr deshalb Realitätsferne und Eigenlob vor
Während Donald Trump am Mittwoch in Dallas bei der Midterm-Konferenz der Republikaner weilte, trat seine Ehefrau Melania im Rosengarten des Weißen Hauses ans Mikrofon. Vor den Teilnehmern des Presidential Sites Summit der White House Historical Association hielt die First Lady eine Rede mit dem Titel "The White House: America's Architectural Autobiography" – und würdigte dabei ausführlich die architektonische Schönheit und historische Bedeutung des Präsidentensitzes.
Melania Trump blamiert sich mit Rede vorm Weißen Haus
Was sie dabei mit keiner Silbe erwähnte: die massiven und höchst umstrittenen Umbauten, die ihr Mann am selben Gebäude vornehmen lässt. Stattdessen präsentierte sich die 56-Jährige als gewissenhafte Hüterin des architektonischen Erbes und hob ihre eigenen Designleistungen hervor – ein Auftritt, den "The Daily Beast" als "realitätsferne Rede" bezeichnete.
Melania Trump schwärmt vom Weißen Haus – und lässt Trump-Umbauten unerwähnt
Das dreitägige Gipfeltreffen versammelte über 200 Verantwortliche von Präsidentenstätten aus dem ganzen Land und widmete sich laut Programm dem Austausch über Strategien, Kooperationen und die Frage, wie historische Orte in einer sich wandelnden Kulturlandschaft relevant bleiben können.
Melania Trump erklärte in ihrer Ansprache, das Weiße Haus verkörpere "die beständigen Werte von Ambition, Demokratie und bürgerschaftlichem Leben durch sein Design, seine Handwerkskunst und die darin befindlichen Objekte". Design sei ein "akribischer Prozess", bei dem jede Linie, Textur und jedes Spiel mit natürlichem Licht zu einer übergreifenden Erzählung beitrage. Kein Detail sei zu klein.
"Großartiges Design geht über ästhetischen Reiz hinaus – es formt unsere gelebten Erfahrungen", betonte die First Lady. Innerhalb der Mauern des Weißen Hauses würden diese Erfahrungen "wesentlich für unsere nationale Identität".
Melania Trump preist sich als Hüterin des Weißen Hauses – während nebenan der Bagger ihres Mannes steht
Worüber Melania Trump hingegen schwieg, ist eine beachtliche Liste. Ihr Mann lässt derzeit den East Wing des Weißen Hauses abreißen, um Platz für einen Ballsaal zu schaffen. Der Rosengarten, in dem sie ihre Rede hielt, wurde zu einer Terrasse im Mar-a-Lago-Stil umgepflastert. Der historische Jacqueline-Kennedy-Garten musste ebenfalls weichen, und der South Lawn wird für einen neuen Hubschrauberlandeplatz umgegraben.
Stattdessen sprach die First Lady über freigelegte Tapeten im Speisezimmer des Präsidenten und ihren Tennis-Pavillon aus der ersten Amtszeit. Dessen Bau sei 2018 von mehreren Bundesbehörden genehmigt worden und habe sich harmonisch in den "historischen neoklassizistischen Charakter" des Geländes eingefügt.
Der geplante Ballsaal ihres Mannes durchlief einen deutlich weniger harmonischen Prozess: Der National Trust for Historic Preservation klagte dagegen. Der Supreme Court wies die Klage im vergangenen Monat allerdings ab – nicht inhaltlich, sondern weil die Organisation keine Klagebefugnis besaß.
Melania sorgt mit Instagram-Eigenlob für Kopfschütteln
Begleitend zu ihrem Auftritt veröffentlichte die First Lady auf Instagram eine ausführliche Würdigung ihrer eigenen Designarbeit. Dort listete sie ihre "bedeutendsten gestalterischen Errungenschaften" auf: den preisgekrönten Tennis-Pavillon, die vollständige Neugestaltung des Queens' Bedroom und des zugehörigen Badezimmers, die Restaurierung historischer Zuber-Wandverkleidungen im Speisezimmer des Präsidenten sowie die Erneuerung des Rosengartens im Jahr 2020.
Doch damit nicht genug: Auch der Boden des East Room, die Marmorböden im Staatseingang, der Präsidentenaufzug, die Bowlingbahn des Weißen Hauses und der Kindergarten fanden Erwähnung. Ihre Gestaltungsarbeit erstrecke sich sogar über das Weiße Haus hinaus bis nach Camp David. Wichtiges Design, so Melania Trump, "fördert Zusammenarbeit, vermittelt Würde, inspiriert Ambition und erzeugt ein Gefühl der Zugehörigkeit zu etwas Größerem".
Das Fazit der Social-Media-User über Melanias ausschweifende Rede fiel im Anschluss eindeutig aus. "Ist das dein Ernst?", fragt sich ein Kritiker. Ein anderer merkte an: "Du und dein Mann haben das Weiße Haus ruiniert!!!!"
Melania Trump spricht von Verantwortung für kommende Generationen
Zum Abschluss ihrer Rede appellierte Melania Trump an die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. "Als Hüter der Orte, die von unseren Vorgängern geprägt wurden, obliegt es uns, Entscheidungen zu treffen, die künftige Generationen ehren", sagte sie. "Es ist unsere Pflicht sicherzustellen, dass die Entscheidungen, die wir heute treffen, des Vermächtnisses würdig sind, das wir weitergeben."
Worte, die angesichts des abgerissenen East Wing, des umgepflügten South Lawn und des verschwundenen Jacqueline-Kennedy-Gartens eine bemerkenswerte Spannung erzeugen. Das Weiße Haus reagierte auf eine Anfrage von "The Daily Beast" zu diesem Widerspruch zunächst nicht.
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sba/news.de/stg
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