Friedrich Merz: Dramatische Merz-Ansage enthüllt - er kann nicht einfach so weitermachen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat im CDU-Bundesvorstand so dramatische Worte gewählt wie selten zuvor - und dabei auch schonungslose Selbstkritik geübt. Die Partei sei "bis in die Grundfesten" erschüttert.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
Suche
- Friedrich Merz spricht von Erschütterung "bis in die Grundfesten"
- Merz gesteht emotionale Distanz zu den Wählern ein
- Friedrich Merz: Kategorisches Nein zur Zusammenarbeit mit der AfD
Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat im CDU-Bundesvorstand mit drastischen Worten auf die Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt reagiert. Laut "Bild" zeigte sich der Parteichef erschüttert über den Triumph der AfD und warnte vor einem "rechtsradikalen Ministerpräsidenten" sowie einer "sich anbahnenden rechtsradikalen Regierung" in dem ostdeutschen Bundesland.
Weitere Politik-Artikel finden Sie unter diesem Text.
Friedrich Merz spricht von Erschütterung "bis in die Grundfesten"
Zwar verfüge Deutschland über eine starke Verfassung und alle nötigen Mittel, um sich gegen eine solche Landesregierung zu wehren, betonte Merz. Doch zugleich stellte er klar:
- "Wir haben eine tektonische Erschütterung unseres Parteiensystems."
Mit einem Satz brachte der Kanzler die Dramatik der Lage auf den Punkt:
- "Das erschüttert unsere Partei bis in die Grundfesten."
Weder er persönlich noch die Bundesregierung könnten angesichts dieses Ergebnisses einfach weitermachen wie bisher.
Merz gesteht emotionale Distanz zu den Wählern ein
In seiner Rede übte der CDU-Vorsitzende auch deutliche Selbstkritik. Die Partei habe es versäumt, "einen emotionalen Zugang zu den Menschen zu finden", räumte Merz ein. Es mangele an "emotionaler Unterstützung der Bevölkerung" - eine Tatsache, die man nicht einfach beiseiteschieben dürfe.
Das Wahlergebnis bezeichnete der Kanzler als "tiefe Zäsur für die Partei". Die CDU habe "dramatisch verloren". Dabei verwies Merz laut "Bild" auch auf die internationale Dimension des AfD-Erfolgs: Sowohl aus Moskau als auch aus den USA seien Glückwünsche an die Rechtspartei eingegangen. Das politische Spannungsfeld, in dem sich die CDU derzeit bewege, sei äußerst schwierig.
Friedrich Merz: Kategorisches Nein zur Zusammenarbeit mit der AfD
Merz richtete anschließend einen eindringlichen Appell an die Parteiführung. Nur durch offenen Umgang mit den bestehenden Problemen im Führungskreis lasse sich die Krise bewältigen. Gleichzeitig mahnte er Geschlossenheit an: Wer sich öffentlich gegen die eigene Partei stelle, füge der CDU Schaden zu.
Gegenüber der AfD zog der Kanzler eine unmissverständliche rote Linie. Deren eigentliches Ziel sei "die komplette Zerstörung der CDU", warnte Merz. Eine Kooperation mit der Rechtspartei schloss er ohne jeden Spielraum aus: Es könne "mit der Partei keine Zusammenarbeit geben". Die Christdemokraten stünden unverändert auf dem Wertefundament der Ära Adenauer und Kohl - daran werde sich nichts ändern.
Schulze "massiv enttäuscht" nach beispiellosem Wahlkampf
Auch CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze meldete sich im Bundesvorstand zu Wort. Er schilderte einen "extrem harten" Wahlkampf und zeigte sich "massiv enttäuscht" über den Ausgang. Die Umfragen vor der Wahl hätten deutlich positivere Signale geliefert als das tatsächliche Ergebnis.
Die AfD habe im Wahlkampf auf "andere Mechanismen" in ihrer Kampagnenführung gesetzt, erklärte Schulze. Die Aggressivität ihrer Attacken sei ohne Vergleich gewesen. Dennoch habe die Wählerschaft das nicht gestört. Zudem sei es der Rechtspartei gelungen, in großem Umfang bisherige Nichtwähler an die Urnen zu bringen. Schulzes bitteres Fazit: "Das tut extrem weh, aber wir müssen es akzeptieren.
Merz reagiert entsetzt und kündigt Konsequenzen an
Merz zeigte sich entsetzt wegen der massiven Wahlniederlage seiner Partei in Sachsen-Anhalt:
- "Dies ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten auch eingefahren hat. Das Ganze wird natürlich Konsequenzen haben müssen", sagte der Bundeskanzler nach Sitzungen der Spitzengremien seiner Partei in Berlin.
- Das Wahlergebnis löse große Erschütterungen aus, im Land und in der CDU. Er werde versuchen, dem Ernst der Lage Rechnung zu tragen.
- Das Wahlergebnis mache auch etwas mit ihm persönlich, sagte Merz. Es habe zudem Auswirkungen auch auf die internationale Lage und finde international Beachtung.
Angesichts einer möglichen AfD-geführten Regierung in Magdeburg sagte Merz, er wolle "allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil." Das Grundgesetz schütze und garantiert diese Ordnung, und "die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird". Diese Botschaft geht auch "an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt. Wir wissen, dass Deutschland aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung trägt."
Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:
- Kremlchef verspottet - dieses Gastgeschenk kommt einer Blamage gleich
- Besessen von bizarrem Selfie - US-Kriegsminister entsetzt Experten
- Experten sprechen von Täuschung - Russen-Militär belügt Kremlchef systematisch
- Irres Video aus dem Weißen Haus - Trump entsetzt mit Superhelden-Auftritt
- Psychologe schlägt Trump-Alarm wegen Auftritt im Oval Office
rut/news.de/stg/dpa
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.