Wladimir Putin: Nachwuchs für den Krieg? Russische Firma baut Drohnen-Simulatoren für Kinder

Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten Berichte über einen Personalmangel in der russischen Armee. Der Kreml bereitet nun offenbar schon die Jüngsten auf den Militäreinsatz vor - und bekommt dabei Hilfe von einem weiteren heimischen Unternehmen.

Erstellt von - Uhr

Wladimir Putin will Schülerinnen und Schüler auf einen möglichen Militäreinsatz vorbereiten. (Foto) Suche
Wladimir Putin will Schülerinnen und Schüler auf einen möglichen Militäreinsatz vorbereiten. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Pyotr Kovalev
  • Russische Elektronikfirma LIGA Group will Drohnen-Simulatoren für Schulen herstellen
  • Aus wirtschaftlichen Gründen wurden zuvor Pläne für den Bau einer Laptop-Fabrik gestoppt
  • Wladimir Putin schlug bereits 2023 Drohnenkurse an Schulen vor

In über vier Jahren Krieg hatte Moskaus Armee große personelle Verluste zu beklagen. Ukrainischen Angaben zufolge sind seit Beginn der Invasion knapp 1,5 Millionen russische Soldaten an der Front kampfunfähig gemacht worden. Wie genau diese Zahl tatsächlich der Realität entspricht, bleibt zwar unklar. Doch offenbar sorgen die hohen Verluste in Russland für immer drastischere Maßnahmen. Aktuellen Berichten zufolge sollen wohl sogar schon Kinder auf ihren Einsatz in der Armee vorbereitet werden.

Vorbereitung auf den Krieg? Elektronikfirma will Drohnen-Simulatoren für Schulen produzieren

Laut dem Online-Portal "Meduza" will die russische Elektronikfirma LIGA Group Drohnen-Simulatoren für Schulen herstellen. Ab der 8. Klasse sollen die Mädchen und Jungen dann per Joystick und VR-Brille lernen, unbemannte Fluggeräte zu steuern.Noch in diesem Jahr soll eine erste Softwareversion fertig sein. Vergleichbare Geräte auf dem russischen Markt kosten laut "t- online" derzeit etwa 250.000 Rubel (rund 2.500 Euro) pro Stück.

Pläne für Bau einer Laptop-Fabrik auf Eis gelegt

Ursprünglich hatte die LIGA Group jedoch ganz andere Pläne - nämlich den Bau einer Laptop-Fabrik im Industriepark Kosmos in Jekaterinburg. Doch das Projekt wurde auf unbestimmte Zeit gestoppt. Geschäftsführer Alexej Leschnin nannte gegenüber dem Wirtschaftsmedium "RBC" zwei Gründe: Das zentrale Chip-Werk des Industrieparks arbeite noch immer nicht, und die ökonomischen Bedingungen seien für einheimische Laptop-Hersteller momentan schlecht. Sämtliche vergleichbaren Infrastrukturvorhaben lägen derzeit brach. Die Kosten für das neue Vorhaben bezifferte Leschnin auf "zig Millionen Rubel".

Wladimir Putin will Kinder mit Drohnen trainieren lassen

Derweil schaffte die Regierung die Voraussetzung für den Einsatz der Drohnen-Simulatoren. Am 1. September trat ein Erlass des russischen Bildungsministeriums in Kraft, der das bisherige Fach "Grundlagen der Sicherheit und Verteidigung des Vaterlandes" in zwei eigenständige Pflichtfächer aufspaltet: "Lebenssicherheit" und "Grundlegende Militärausbildung". Letzteres umfasst auch das Training mit Drohnen. Bereits im April 2023 hatte Präsident Wladimir Putin vorgeschlagen, Drohnenkurse in den Schulunterricht aufzunehmen. Für Unternehmen wie die LIGA Group könnte sich daraus ein lukrativer Absatzmarkt ergeben.

Auch diese News rund um den Ukraine-Krieg könnten Sie interessieren:

/ife/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.