Warnung vor Putin-Angriffen bei "Caren Miosga": "Wir haben eine große Schwäche" - Experte fordert härtere Konsequenzen für Moskau
Nachdem bereits Anfang August eine Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen entdeckt wurde, diskutierte Caren Miosga in ihrem ARD-Talk über die potenzielle Gefahr aus Russland. Besonders Sicherheitsexperte Nico Lange forderte ein konsequenteres Auftreten gegenüber Moskau.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Debatte über verdeckte russische Angriffe auf Deutschland bei "Caren Miosga" nach Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen
- Sicherheitsexperte Nico Lange fordert im ARD-Talk härtere Konsequenzen für Moskau
- Auch Russlandexpertin Hanna Notte ist sich sicher, dass der Kreml hinter den zunehmend hybriden Angriffen steckt, um die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen
Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in unmittelbarer Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs – der Vorfall Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle, einem zentralen Drehkreuz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine, hat die Debatte über Russlands mutmaßliche verdeckte Angriffe neu entfacht. Am Sonntagabend widmete sich Caren Miosga in ihrer ARD-Talkrunde genau dieser Frage: "Russlands hybrider Krieg – wie groß ist die Gefahr für Deutschland?"
Sicherheitsexperte fordert härtere Antworten auf mutmaßliche Angriffe aus Russland bei "Caren Miosga"
Die Gästerunde ließ kaum Zweifel daran, wer ihrer Meinung nach hinter den zunehmenden Attacken steckt. Besonders Sicherheitsexperte Nico Lange, Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, fand dabei ungewöhnlich deutliche Worte – und rechnete mit der bisherigen deutschen Passivität ab.
Langes Diagnose fiel schonungslos aus: Deutschland lasse sich seit Jahren angreifen – per Cyberattacken, Spionage, Sabotage und sogar durch "offene und verdeckte Korruption" – ohne jemals spürbare Konsequenzen folgen zu lassen. "Wir haben eine große Schwäche", stellte er fest, "wir verursachen keine Kosten auf der anderen Seite." Statt klare Grenzen zu setzen, schaue man den Vorgängen nur hinterher.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Verantwortlichen des Drohnenvorfalls kürzlich mit den Worten gewarnt: "Sie werden dafür bezahlen." Lange begrüßte das, forderte aber die Umsetzung ein: "Vielleicht ist das ein Moment des Aufwachens, dass wir genauer hingucken, ein Moment der Wahrheit, wo man sagt: Wir lassen uns das nicht mehr gefallen. Wir müssen uns endlich wehren."
Wladimir Putin hinter Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle vermutet
Den Begriff "fremde Mächte" für die mutmaßlichen Urheber hielt Lange für geradezu absurd. Das Muster weise europaweit eindeutig auf Russland hin. Die Vorstellung, Moskau würde bei lückenloser Beweislage die Verantwortung übernehmen, nannte er eine Illusion: "Russland wird immer sagen: Wir waren das nicht. Das ist aus russischer Perspektive ja auch der Witz an diesen Methoden, dass man immer abstreiten kann, dass man als russischer Staat damit etwas zu tun hat."
Lange verwies auf die jüngsten Nato-Übungen im Ostseeraum als Beispiel dafür, wie wirksame Abschreckung aussehen könne. Dabei sei unter anderem ein hochmodernes US-Flugzeug zur elektronischen Kampfführung direkt an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad eingesetzt worden. "Man könnte die Luftverteidigungssysteme, die Raketensysteme in Kaliningrad blind machen, die Elektronik ausschalten", erklärte er. Auch die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine bleibe weiterhin eine Option.
Russlandexpertin warnt vor hybrider Kriegsführung in ARD-Talk
Russlandexpertin Hanna Notte ordnete den Drohnenvorfall bei "Caren Miosga" als qualitativ neuen Eskalationsschritt ein. Moskaus Kalkül dahinter sei klar: Die Kosten für Staaten, die Kiew unterstützen, sollen so weit steigen, dass die Waffenlieferungen versiegen. Zudem wies Notte darauf hin, dass die frühere Strategie des nuklearen Säbelrasselns gescheitert sei, weshalb Moskau nun verstärkt auf die hybride Kriegsführung zurückgreifen würde.
Gleichzeitig beobachte sie in Teilen der russischen Elite eine wachsende Kriegsmüdigkeit. Putin stehe vor der Wahl zwischen Verhandlungen und weiterer Eskalation. Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnte Notte zudem: Russland erhoffe sich, dass die AfD erstarkt, damit die Ukraine nicht mehr so sehr unterstützt werde.
Die komplette Ausgabe von "Caren Miosga" am 30. August 2026 finden Sie in der ARD-Mediathek.
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