Wirbel um Putins Superwaffe: Russland droht Großbritannien mit "Doomsday"-Torpedo

Russland droht Großbritannien erneut mit einer seiner gefürchtetsten Waffen. Kremlnahe Stimmen bringen den nuklear angetriebenen Poseidon-Torpedo ins Spiel, nachdem London weitere Waffen an die Ukraine geliefert hat. Experten halten einen tatsächlichen Einsatz allerdings für äußerst unwahrscheinlich.

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Russland droht Großbritannien erneut mit einer seiner gefürchtetsten Waffen. (Foto) Suche
Russland droht Großbritannien erneut mit einer seiner gefürchtetsten Waffen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Mikhail Metzel
  • Kremlnahe Stimmen fordern wegen britischer Drohnenlieferungen an die Ukraine einen Einsatz der gefürchteten Poseidon-Waffe gegen Großbritannien
  • Der nuklear angetriebene Unterwassertorpedo gilt als besonders gefährlich, doch Experten halten einen tatsächlichen Einsatz für äußerst unwahrscheinlich
  • London weist die russischen Drohungen zurück und kündigt an, die Ukraine weiterhin mit Waffen zu unterstützen

Russlands Drohkulisse gegen Großbritannien nimmt erneut bizarre Ausmaße an: Kremlnahe Stimmen bringen ausgerechnet die gefürchtete Unterwasserwaffe Poseidon ins Spiel. Der nuklear angetriebene "Doomsday"-Torpedo soll feindliche Küsten treffen können – doch Experten halten einen tatsächlichen Einsatz gegen Großbritannien für höchst unwahrscheinlich.

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Poseidon gegen Großbritannien? Kremlnahe Stimmen fordern Einsatz des Weltuntergangstorpedos

Hinter den neuen Drohungen steht der Streit über britische Drohnenlieferungen an die Ukraine. Kiew setzte die Waffen nach vorliegenden Berichten auch für Angriffe tief im russischen Hinterland ein. Moskau reagierte darauf mit scharfen Warnungen und kündigte an, Großbritannien werde dafür einen "Preis" zahlen. Kremlnahe Medienvertreter gingen nun offenbar noch einen Schritt weiter. Sie forderten Präsident Wladimir Putin demnach auf, die russische Unterwasserwaffe Poseidon gegen das Vereinigte Königreich einzusetzen, wie der "Express" berichtet. Die russische Botschaft in London erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung. Großbritannien habe sich zum "Mittäter und Komplizen" der ukrainischen Angriffe gemacht und sich "bewusst für eine Eskalation" des Konflikts entschieden.

Nuklear-Torpedo Poseidon: Das steckt hinter der "Doomsday"-Waffe

Poseidon gilt als eine der ungewöhnlichsten Waffen im russischen Arsenal. Der als "Doomsday"-Torpedo bezeichnete Sprengkörper wird von einem eigenen Nuklearreaktor angetrieben und soll sich unter Wasser über große Entfernungen bewegen können. Nach Berichten über die Waffe soll Poseidon mit einem nuklearen Gefechtskopf ausgerüstet werden können. Der "Telegraph" beschreibt zudem ein Szenario, bei dem eine Explosion unter Wasser verheerende Auswirkungen auf eine Küstenregion haben könnte. Gerade diese Eigenschaften machen Poseidon zu einem zentralen Bestandteil der russischen nuklearen Drohkulisse. Die Waffe wird allerdings nicht zuletzt deshalb als Abschreckungsinstrument betrachtet: Ihr Einsatz würde eine massive militärische Eskalation bedeuten.

London bleibt trotz russischer Drohungen hart

Großbritannien lässt sich von den Warnungen aus Moskau derweil offenbar nicht beeindrucken. Das britische Verteidigungsministerium wies die russischen Vorwürfe zurück und bekräftigte die Unterstützung für die Ukraine. "Großbritannien steht Schulter an Schulter mit der Ukraine, und wir sind entschlossen, die Ausrüstung bereitzustellen, die die Ukraine braucht, um sich gegen Putins illegale Invasion zu verteidigen", erklärte das Ministerium. Damit machte London unmissverständlich klar: Die Waffenhilfe für Kiew soll weitergehen. Die britische Regierung betrachtet ihre Unterstützung der Ukraine als Hilfe zur Selbstverteidigung und weist die russische Darstellung einer britischen Beteiligung an ukrainischen Angriffen zurück.

Experten halten Poseidon-Angriff für äußerst unwahrscheinlich

Trotz der martialischen Rhetorik aus Russland bewerten Fachleute die Gefahr eines tatsächlichen Poseidon-Einsatzes gegen Großbritannien als gering. Dr. Richard Connolly, Experte für russische Verteidigungspolitik und assoziierter Fellow beim Militär-Thinktank Royal United Services Institute (RUSI), verweist insbesondere auf die begrenzte Verfügbarkeit der Waffe. Russland stelle Poseidon bislang nicht in nennenswerten Stückzahlen her. Zudem sei das System für absolute Extremszenarien konzipiert. "Wenn sie das tun würden, was die russischen TV-Moderatoren vorschlagen, müssten sie mit Vergeltung durch Großbritanniens nukleare Trident-Abschreckung rechnen", erklärte Connolly. "Also würden sie es nicht tun, weil sie wissen, dass sie einen Preis dafür zahlen würden."

Poseidon-Drohung vor allem ein Signal an den Westen?

Damit dürfte die jüngste Drohung vor allem als Teil der russischen Abschreckungs- und Propagandarhetorik einzuordnen sein. Der Verweis auf eine besonders zerstörerische Nuklearwaffe soll die möglichen Konsequenzen westlicher Unterstützung für die Ukraine verdeutlichen. Ein tatsächlicher Einsatz von Poseidon würde dagegen eine völlig neue Eskalationsstufe markieren. Genau deshalb erscheint ein solcher Schritt nach Einschätzung des Experten derzeit wenig wahrscheinlich.

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