News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert 10 Prozent von Trump – und droht Putin mit Raketen-Hammer
Selenskyj macht Druck auf Trump: Schon 10 Prozent der US-Patriot-Raketen könnten laut dem ukrainischen Präsidenten ausreichen, um Wladimir Putins Ballistikraketen abzufangen. Doch Washington hat selbst ein Raketenproblem.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- Selenskyj fordert 10 Prozent der US-Patriot-Bestände und droht Putin
- Sorgen in der Ukraine wachsen: Nur 15 Prozent der russischen Ballistikraketen wurden abgefangen
- Während die Ukraine um weitere Waffen kämpft, baut Russland seine Raketenproduktion weiter aus
Kiew schlägt Alarm – und Wolodymyr Selenskyj macht gegenüber Washington eine erstaunlich konkrete Ansage. Der ukrainische Präsident will deutlich mehr Patriot-Abfangraketen aus den USA. Nach seiner Einschätzung könnte bereits ein relativ kleiner Teil der amerikanischen Bestände einen gewaltigen Unterschied im Ukraine-Krieg machen.
Selenskyj will Putins Raketen zerstören:Ukraine fordert mehr Patriot-Raketen von den USA
In einem Interview mit CNN am Mittwoch, dem 12. August, bezifferte Selenskyj den gewünschten Umfang. "Wenn sie uns 5 Prozent verkaufen, kommen wir durch den Winter und retten Menschenleben. Wenn sie uns 10 Prozent verkaufen können, werden wir alle russischen Ballistikraketen zerstören."
Die Aussage zeigt, wie dramatisch die Lage für die ukrainische Luftverteidigung inzwischen ist. Selenskyj zufolge verfügt die Ukraine derzeit nur über rund ein Prozent der amerikanischen Abfangraketenbestände.
5 Prozent könnten die Ukraine durch den Winter bringen
Für Selenskyj geht es dabei nicht nur um militärische Schlagkraft, sondern unmittelbar um den Schutz der ukrainischen Bevölkerung. Russland greift weiterhin Städte und kritische Infrastruktur an. Besonders gefährdet ist die Energieversorgung – und damit auch die Versorgung der Bevölkerung im kommenden Winter.
"Dieses Jahr bitte ich die amerikanischen Partner, mir 5 Prozent der Raketen zu verkaufen, die sie auf Lager haben", erklärte Selenskyj.
Der ukrainische Präsident erhöht damit den Druck auf die Trump-Regierung. Denn Kiew benötigt dringend zusätzliche Munition für seine westlichen Luftverteidigungssysteme, während Russland seine Angriffe mit Raketen und Drohnen fortsetzt.
Ukrainische Luftabwehr fängt nur einen Bruchteil ab
Wie groß die Lücke ist, zeigen die von "The Kyiv Independent" genannten Zahlen: Im Juli fing die ukrainische Luftabwehr lediglich 29 von 195 russischen Ballistikraketen ab. Das entspricht einer Abfangquote von knapp 15 Prozent. Nach Angaben der Zeitung war der Juli zugleich der tödlichste Monat für die ukrainische Zivilbevölkerung seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022.
Die Vereinten Nationen warnen ebenfalls vor einer zunehmenden Belastung der ukrainischen Zivilbevölkerung durch russische Langstreckenangriffe. Die UN dokumentierte bereits im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Anstieg der zivilen Opferzahlen.
Trump bremst bei Patriot-Raketen
Das Problem: Auch Washington kann nicht unbegrenzt Raketen liefern. Der amerikanische Bestand ist nach Angaben des Kyiv Independent durch den Krieg gegen den Iran erheblich unter Druck geraten. US-Präsident Donald Trump machte das bereits am 6. August deutlich.
Auf die Forderungen Selenskyjs reagierte Trump mit den Worten: "Wir brauchen auch Raketen."
Damit steckt Washington in einem Dilemma. Die Ukraine benötigt dringend zusätzliche Patriot-Abfangraketen – gleichzeitig müssen die USA ihre eigenen Bestände im Blick behalten.
Hoffnung auf eigene Patriot-Produktion
Langfristig könnte eine gemeinsame Produktion helfen. Im Juli hatte sich bereits abgezeichnet, dass die USA der Ukraine Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Raketen ermöglichen könnten. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin unterstützte diesen Schritt.
Für die akute Krise kommt eine solche Lösung allerdings möglicherweise zu spät. Die ukrainische Luftabwehr braucht die Abfangraketen jetzt – und Selenskyj versucht deshalb, seine westlichen Partner zu zusätzlichen Lieferungen zu bewegen.
Russland produziert immer mehr Raketen
Während Kiew um Patriot-Munition ringt, baut Moskau seine Raketenproduktion weiter aus. Selenskyj zufolge stellt Russland inzwischen deutlich mehr ballistische Raketen her als noch im vergangenen Jahr.
Damit droht ein gefährlicher Wettlauf: Russland erhöht die Zahl seiner Angriffe, während der Ukraine gleichzeitig die Munition ausgeht, um diese Waffen abzufangen.
Kiew arbeitet deshalb parallel an eigenen Lösungen. Doch bis neue Systeme in größerem Umfang verfügbar sind, bleibt die Ukraine auf westliche Luftverteidigung angewiesen.
Selenskyj setzt auf Druck und Diplomatie
Der ukrainische Präsident versucht deshalb, ausländische Unterstützung direkt in zusätzliche Raketen umzuwandeln. Seine Verhandlungen mit den Verbündeten beschreibt er gegenüber CNN entsprechend eindringlich: "Mit jedem versuche ich, etwas gegen Raketen einzutauschen".
Seine Botschaft an Washington ist damit unmissverständlich: Schon 5 Prozent der US-Bestände könnten nach seiner Darstellung Menschenleben retten. 10 Prozent sollen sogar ausreichen, um die russische Bedrohung durch ballistische Raketen massiv zurückzudrängen.
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sba/news.de/stg
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