Ukraine-Krieg aktuell: Will Putin sein Volk täuschen? Selenskyj warnt vor geheimer Nordkorea-Mobilisierung
Bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten könnten bald auf russischem Boden stehen – und Moskau bereitet laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj parallel eine geheime Mobilmachung vor, die das eigene Volk nicht erfahren soll.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Wolodymyr Selenskyj warnt vor Nordkoreas Militärpräsenz im Ukraine-Krieg
- Russlands Militär plant laut dem ukrainischen Präsidenten, bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten an die Front zu holen
- Wladimir Putin soll eine geheime Mobilisierung planen - und die russische Bevölkerung soll es nicht mitbekommen
Nordkorea soll Putins Kriegsstreben unterstützen, wie zuletzt der ukrainische Geheimdienst berichtet hat. Nun meldete sich der ukrainische Präsident zu Wort. Wolodymyr Selenskyj hat am 8. August eindringlich vor einer dramatischen Eskalation der nordkoreanischen Militärpräsenz in Russland gewarnt. Demnach plant der Kreml, zwischen 30.000 und 50.000 Soldaten aus Nordkorea auf russischem Boden zu stationieren. Gleichzeitig bereite Wladimir Putin eine umfassende, aber verdeckte Mobilmachung vor, um seine Streitkräfte aufzustocken – ohne dies offiziell als Einberufung zu deklarieren.
Putin kann nicht gewinnen? Selenskyj warnt vor Schatten-Mobilisierung
"Er überlegt, wie er sein eigenes Volk täuschen kann", erklärte Selenskyj im Interview mit für das United-News-Telethon, das er auf der Plattform X teilte. "Eine Massenmobilisierung durchzuführen, ohne sie anzukündigen. Schattenverträge abzuschließen, Grenzen zu blockieren und so weiter. Wir sehen das. Wir beobachten bereits viele entsprechende Schritte." Der russische Präsident wisse, dass er in der Ukraine bislang keinen Sieg erringen könne, so Selenskyj. Deshalb suche er nach alternativen Wegen, seine Truppenstärke massiv zu erhöhen.
North Koreans appear on the territory of the Russian Federation from time to time. We see this, we know this. At first, we were talking about hundreds, then thousands, and now a decision has been made for 30,000 to 50,000 North Koreans to be deployed on the territory of Russia.… pic.twitter.com/PAtnPBffQB
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) August 8, 2026
Putins Suche nach einem "Sieg" für das eigene Volk
Nach Einschätzung Selenskyjs braucht Putin dringend einen vorzeigbaren Erfolg, den er der russischen Bevölkerung präsentieren kann. Derzeit konzentriere sich dieses Ziel auf die vollständige Eroberung des Donbas. Einen freiwilligen Rückzug der Ukraine schloss der Präsident kategorisch aus.
"Wir werden uns nicht von selbst zurückziehen. Was kann er also als Sieg verkaufen?", fragte Selenskyj. "Er wird die Anchorage-Bedingungen verdrehen, die sie mit der amerikanischen Seite, mit dem US-Präsidenten, besprochen haben." Nach russischer Lesart beziehen sich diese sogenannten Anchorage-Bedingungen auf inoffizielle Gespräche über territoriale Aspekte eines künftigen Friedensabkommens sowie einen Sonderstatus für den Donbas. "Niemand wird sein Land und seine Menschen aufgeben und einfach davongehen", betonte Selenskyj. Denn niemand könne garantieren, dass Putin nicht noch weiter vorrücken werde.
Nordkoreas schleichende Aufrüstung im Ukraine-Krieg
Die Präsenz nordkoreanischer Soldaten in Russland hat sich schrittweise massiv ausgeweitet. Waren anfangs nur einige Hundert im Einsatz, wuchsen die Zahlen auf Tausende an. "Nordkorea wird seine Erfahrungen in moderner Kriegsführung ausbauen, Lizenzen von Russland erhalten und sämtliche militärischen Werkzeuge von ihnen bekommen. Das verstehen wir sehr klar", warnte der ukrainische Präsident.
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes bereitet Moskau die Stationierung einer eigenen nordkoreanischen Raketeneinheit in der westrussischen Region Woronesch vor. Die rund 90 Personen umfassende Einheit soll mit bis zu 120 ballistischen Raketen ausgestattet werden. Damit würde Nordkoreas militärische Integration in den russischen Kriegsapparat eine völlig neue Dimension erreichen.
Kim-Jong-uns lukratives Kriegsgeschäft
Die Warnungen Selenskyjs decken sich mit alarmierenden Erkenntnissen über das Ausmaß der nordkoreanisch-russischen Militärkooperation. Machthaber Kim Jong-un hat seit 2022 bis zu 22 Milliarden Dollar an Auslandseinnahmen generiert, berichtet "Kyiv Post". Maßgeblich durch den Export von Munition und Soldaten nach Russland.
Laut Schätzungen des ukrainischen Geheimdienstes deckte Pjöngjang bis Ende 2025 rund die Hälfte des russischen Bedarfs an Artilleriegranaten der Kaliber 122 mm und 152 mm. Zuletzt lieferte Nordkorea zudem eine neue Charge ballistischer Kurzstreckenraketen vom Typ KN-23 und KN-24 an Moskau. Nach einer fast einjährigen Unterbrechung setzt Russland diese nordkoreanischen Waffen wieder gegen zivile Ziele ein. Am 30. Juli traf ein solcher Angriff ein Wohnhaus in der Region Krywyj Rih und forderte Todesopfer.
Selenskyj wirbt um Südkoreas Luftabwehrsysteme
Angesichts der wachsenden nordkoreanischen Bedrohung drängt Selenskyj auf eine vertiefte Verteidigungszusammenarbeit mit Südkorea. Besonders im Bereich der Flugabwehr sieht Kiew dringenden Bedarf. "Wir würden sehr gerne Unterstützung von Südkorea in einem Bereich erhalten, in dem uns ein Mangel besteht. Das sind Luftverteidigungssysteme", erklärte der ukrainische Präsident.
Neben der Luftabwehr zeigte sich die Ukraine auch zu Vereinbarungen im Drohnenbereich sowie in weiteren Feldern bereit. Ukrainische Diplomaten stünden bereits in Kontakt mit Seoul, so Selenskyj.
Allerdings steht einer umfassenden Kooperation ein Hindernis im Weg: Südkoreas Verfassung setzt der Lieferung von Waffen in Konfliktgebiete enge rechtliche Grenzen. Dennoch rechne Kiew mit einer Zusammenarbeit. "Wir sind dafür offen", betonte Selenskyj.
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bos/loc/news.de/stg
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