Hakan Fidan: Greift Putin zum "letzten Mittel"? Türkischer Außenminister warnt vor nuklearer Gefahr

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hält es für möglich, dass Wladimir Putin im Ukraine-Krieg noch auf Atomwaffen zurückgreifen könnte. Derweil warnte Wolodymyr Selenskyj vor einer weiteren Massenmobilisierung in Russland.

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Der türkische Außenminister Hakan Fidan warnt vor einem möglichen Atomwaffeneinsatz durch Wladimir Putin. (Foto) Suche
Der türkische Außenminister Hakan Fidan warnt vor einem möglichen Atomwaffeneinsatz durch Wladimir Putin. Bild: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
  • Wladimir Putin könnte laut Einschätzung des türkischen Außenministers Atomwaffen im Ukraine-Krieg einsetzen
  • Hakan Fidan warnt vor nuklearer Gefahr nach Gesprächen mit dem Kremlchef und russischen Regierungsvertretern
  • Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj glaubt an weitere Massenmobilisierung durch Moskau

Kommt es zur nächsten Eskalation im Ukraine-Krieg? Weil Wladimir Putin seine Ziele auch viereinhalb Jahre nach Beginn seiner brutalen Invasion nicht erreicht hat, wachsen im Westen die Sorgen, dass der Kremlchef künftig sogar auf Atomwaffen zurückgreift. Derartige Drohungen wurden zuletzt erneut im russischen Staatsfernsehen geäußert. Eine weitere Warnung kommt nun aus dem Nato-Staat Türkei.

Wird Wladimir Putin Atomwaffen im Ukraine-Krieg einsetzen? Türkischer Außenminister Hakan Fidan warnt

Wie aktuell das britische Boulevardblatt "The Sun" berichtet, hat der türkische Außenminister Hakan Fidan eine beunruhigende Einschätzung zum Ukraine-Krieg abgegeben.Fidan, der in den vergangenen zwei Monaten sowohl Putin als auch andere hochrangige russische Vertreter persönlich getroffen hat, sieht die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes als real an."Wenn ein Zermürbungskrieg an der Front sich in eine Zermürbung im Hinterland verwandelt, geht es nicht mehr darum, ob man den Krieg verliert, sondern ob man als Nation weiter existiert. Dann greift man zum letzten Mittel, das man hat", so das türkische Regierungsmitglied.

Bei seinem Russland-Besuch habe er den Eindruck gewonnen, dass dieses Thema durchaus aufkommen könnte – in der russischen Öffentlichkeit gebe es entsprechende Forderungen. "Wir haben dies mit westlichen Partnern besprochen, und sie sind sich dessen bewusst", warnte der türkische Chefdiplomat. "Alles, von dem die Menschen sagen, es werde nicht passieren, passiert am Ende doch."

Wolodymyr Selenskyj wirft Russland Plan für Massenmobilisierung vor

Parallel zur nuklearen Bedrohung warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut "The Sun" vor einer massiven verdeckten Truppenmobilisierung. Putin plane, nach den russischen Parlamentswahlen Ende September eine halbe Million neue Soldaten einzuziehen. "Er überlegt, wie er sein eigenes Volk täuschen kann. Er wird eine Massenmobilisierung durchführen, ohne sie offiziell zu erklären", so Selenskyj gegenüber United News.

Konkret könnten Russen durch "dubiose Verträge" für angeblich sichere Tätigkeiten fernab der Front geködert werden, um dann in Einheiten mit extremen Verlustraten zu landen. Zudem plane der Kreml, Männer im wehrfähigen Alter an der Ausreise zu hindern. "Viele dieser Schritte sehen wir bereits", erklärte Selenskyj. Der Kreml hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert und gibt generell keine Informationen zur eigenen Kriegstaktik preis.

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