Wladimir Putin: Telefonat mit totem Kommandeur? Fake-Vorwürfe gegen den Kreml

Wurde der Kreml einer dreisten Lüge überführt? Wladimir Putin soll vor wenigen Tagen mit einem Kommandeur telefoniert haben, der aktuellen Berichten zufolge eigentlich bereits seit über einem Jahr tot ist. Experten vermuten Kalkül hinter dem mutmaßlich inszenierten Gespräch.

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Hat der Kreml ein Telefonat von Wladimir Putin mit einem russischen Oberst im Ukraine-Krieg inszeniert, der eigentlich schon längst tot ist? (Foto) Suche
Hat der Kreml ein Telefonat von Wladimir Putin mit einem russischen Oberst im Ukraine-Krieg inszeniert, der eigentlich schon längst tot ist? Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire/AP | Gavriil Grigorov/Kremlin Pool
  • Bericht über mutmaßlich gefälschtes Telefonat von Wladimir Putin
  • Kremlchef soll mit bereits im vergangenen Jahr verstorbenen OberstAbdulaziz Shikhabidow gesprochen haben
  • Russischer Präsident wurde über Fortschritte der eigenen Armee beiDobropillja und Pokrowsk informiert

Während im russischen Staatsfernsehen neue Atomdrohungen gegen die Ukraine geäußert wurden, bleibt fraglich, wie lange sich Wladimir Putin der Unterstützung seiner Armee und seiner Bevölkerung tatsächlich noch sicher sein kann. Beim Versuch, Stärke zu demonstrieren, unterlief dem Kreml nun auch noch ein mutmaßlich gravierender Fauxpas.

Telefonat von Wladimir Putin mit bereits totem russischen OberstAbdulaziz Shikhabidow inszeniert?

Wie die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in einer aktuellen Analyse zum Ukraine-Krieg schreibt, veröffentlichte Moskau am 6. August die Mitschrift eines Telefonats zwischen Wladimir Putin und einem Frontkommandeur, der über die Lage bei Pokrowsk und Dobropillja berichtete.Der Gesprächspartner stellte sich als Oberst Abdulaziz Shikhabidow vor, Befehlshaber der 76. Garde-Luftlandedivision.

Shikhabidow ist nach übereinstimmenden russischen Quellen jedoch bereits seit Mai 2025 tot – er soll damals laut "t-online" in Kaspijsk beerdigt worden sein. Die Einheit wird tatsächlich von Denis Schischow kommandiert. Putin selbst nannte den Namen seines Gegenübers im Gespräch zwar nicht, doch der Fehler fiel auch in russischen Medien auf.

Fake-Vorwürfe gegen den Kreml: erfährt Putin die Wahrheit über den Ukraine-Krieg nicht?

Laut ISW stellt die Verwechslung die Glaubwürdigkeit des gesamten Austauschs infrage. Das mutmaßlich gefälschte Gespräch könne eine Reaktion auf Vorwürfe gegen Putin sein, er habe den Bezug zur Realität auf dem Schlachtfeld in der Ukraine verloren. Die Experten gehen außerdem davon aus, dass russische Einheiten ihren Vorgesetzten und letztlich Putin kein zutreffendes Lagebild liefern, sondern ein geschöntes Narrativ militärischer Erfolge konstruieren. Bereits am 3. Juli hatte Putin bei einem Treffen mit Kommandeuren in Kostjantyniwka fälschlicherweise behauptet, die Stadt sei eingenommen und der Vormarsch Richtung Druschkiwka im Gange.

Gespräch drehte sich um russischen Vorstoß bei Dobropillja und Pokrowsk

Im Telefonat versicherte der angebliche Shikhabidow dem russischen Präsidenten zudem, die gesetzten Zeitvorgaben seien realistisch. Laut Zahlen des ISW verloren russische Truppen im Raum Dobropillja im Juni 2026 zunächst 2,23 Quadratkilometer Gebiet, bevor sie im Juli 34,67 Quadratkilometer hinzugewannen. Ähnlich das Bild bei Pokrowsk: Nach einem Verlust von 3,12 Quadratkilometern im Juni folgten im Juli Geländegewinne von knapp 46 Quadratkilometern. Zwar stieg das Vormarsch-Tempo im Vergleich zum Vormonat damit deutlich an – doch laut ISW reicht das bei weitem nicht aus, um die restliche Oblast Donezk bis zu Putins selbst gesetzter Frist am 31. Dezember 2026 zu erobern. Eine Einnahme des ukrainischen Festungsgürtels bleibe auf absehbare Zeit höchst unwahrscheinlich. 

Ukrainische Drohnen setzten Putins Armee zunehmend unter Druck

Dass sich das russische Operationstempo an der gesamten Front verlangsamt, liegt maßgeblich an der ukrainischen Drohnenüberlegenheit. Laut ISW wirken dabei zwei Faktoren zusammen: Ukrainische Angriffe mittlerer Reichweite auf russische Nachschubwege sowie eine erweiterte taktische Kampfzone entlang der Frontlinie.

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