Wladimir Putin: Nach Leipziger Drohne – Experten warnen vor tödlicher Gefahr für Passagierflugzeuge
Nach dem Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle wächst die Sorge vor neuen Angriffen auf Europas Luftverkehr. Ein Sicherheitsexperte warnt, dass Passagierflugzeuge künftig ins Visier geraten könnten.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
Suche
- Sprengstoff-Drohne nahe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt
- Frachtmaschine kollidiert mit unbekanntem Flugobjekt
- Experte warnt vor möglichen Drohnenangriffen auf Flughäfen
Der Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle sorgt weiter für Unruhe. Eine mit einem Sprengsatz ausgerüstete Drohne war auf dem Flughafengelände entdeckt worden. Gleichzeitig kam es zu einer Kollision zwischen einem Frachtflugzeug und einem bislang nicht identifizierten Flugobjekt.
Sicherheitsexperten warnen nun vor den möglichen Folgen solcher Vorfälle. Besonders brisant ist die Frage, ob Drohnen künftig gezielt gegen die zivile Luftfahrt eingesetzt werden könnten.
Experte sieht erhebliche Sicherheitslücken
Der britische Sicherheitsexperte Will Geddes wertet den Vorfall als deutliches Warnsignal. Seiner Einschätzung nach habe das Geschehen gezeigt, wie schwierig es sein kann, unbemannte Fluggeräte im Umfeld großer Flughäfen rechtzeitig zu erkennen und abzuwehren.
Gegenüber der britischen Zeitung "The Sun" bezeichnete Geddes den Vorfall als "Katastrophe mit Ansage". Seiner Ansicht nach könnte eine vergleichbare Drohne theoretisch auch mit anderen gefährlichen Substanzen ausgestattet werden.
Besonders problematisch sei die Kombination aus geringer Größe, hoher Beweglichkeit und der Möglichkeit, solche Geräte aus großer Entfernung zu steuern.
Passagierflugzeuge als mögliches Ziel?
Geddes warnt davor, die Gefahr auf militärische Einrichtungen zu beschränken. Auch große Verkehrsknotenpunkte könnten ins Visier geraten. Eine Drohne müsse dabei nicht zwangsläufig direkt von einem Flughafen aus gestartet werden.
"Die Vielseitigkeit beim Starten einer FPV-Drohne besteht darin, dass man sie vom Auto aus starten kann, von zu Hause aus, praktisch von überall aus", erklärte der Experte.
Damit werde auch der Schutz des Luftraums rund um Flughäfen zu einer erheblichen Herausforderung. Besonders schwierig sei es, kleine Drohnen frühzeitig zu entdecken und anschließend zuverlässig abzufangen.
Was geschah in Leipzig?
Der Vorfall ereignete sich am Flughafen Leipzig/Halle. Dort wurde eine Drohne mit einem mutmaßlichen Sprengsatz in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt. Spezialkräfte untersuchten das Gerät und machten den Zünder unschädlich.
Der Fund führte zeitweise zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr. Mehrere Maschinen mussten ihre geplanten Routen ändern.
Für zusätzliche Brisanz sorgte ein weiterer Zwischenfall: Ein Frachtflugzeug musste seinen Landeanflug abbrechen und soll anschließend mit einem unbekannten Objekt zusammengestoßen sein. Nach der Landung in Hannover wurden leichte Schäden am Flugzeug festgestellt.
Ob beide Ereignisse miteinander in Verbindung stehen, ist bislang nicht geklärt.
Russland als möglicher Drahtzieher?
Nach dem Vorfall richten sich die Blicke auch auf Russland. In deutschen und europäischen Sicherheitskreisen wird über einen möglichen Zusammenhang mit russischen Aktivitäten spekuliert. Einen Beweis für eine russische Urheberschaft liefert der bisher bekannte Ermittlungsstand jedoch nicht.
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, äußerte sich deutlich und fragte: "Wer sonst könnte es gewesen sein als Russland?"
Auch Geddes sieht den Vorfall vor dem Hintergrund des zunehmenden Einsatzes von Drohnen im Ukraine-Krieg. Gleichzeitig warnt er davor, aus einer einzelnen Beobachtung bereits auf eine konkrete russische Strategie gegen zivile Flugzeuge zu schließen.
Erinnerungen an MH17 werden wach
Die Debatte erhält zusätzliche Schärfe durch den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 im Jahr 2014. Damals starben alle 298 Menschen an Bord, nachdem die Boeing 777 über der Ostukraine von einer russisch hergestellten Buk-Rakete getroffen worden war.
Internationale Ermittlungen kamen zu dem Ergebnis, dass das eingesetzte Raketensystem aus Russland stammte und von prorussischen Separatisten eingesetzt wurde. Russland weist eine direkte Verantwortung für den Abschuss zurück.
Der Leipziger Drohnenvorfall ist damit keineswegs mit MH17 gleichzusetzen. Er zeigt jedoch, warum unbemannte Fluggeräte im Umfeld der zivilen Luftfahrt inzwischen als ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko gelten.
Europa rüstet sich gegen Drohnen
Der Vorfall reiht sich in eine größere Debatte über Drohnenüberflüge und mögliche Sabotageakte in Europa ein. In den vergangenen Monaten wurden wiederholt unbekannte Fluggeräte in der Nähe kritischer Infrastruktur gemeldet.
Geddes spricht deshalb von einem zunehmenden Wettlauf zwischen Angreifern und Sicherheitsbehörden. "Wir haben die rasante Entwicklung der Technologie und Leistungsfähigkeit dieser Drohnen miterlebt, insbesondere in der Ukraine", sagte er.
Für Flughäfen stellt sich damit eine schwierige Aufgabe: Sie müssen einerseits den normalen Flugbetrieb aufrechterhalten, andererseits aber auch einen immer stärker umkämpften Luftraum überwachen.
Die Ermittlungen zum Vorfall in Leipzig/Halle sollen nun klären, woher die Drohne kam, wer sie auf dem Flughafengelände platzierte und ob ein Zusammenhang mit dem zweiten unbekannten Flugobjekt besteht. Bis diese Fragen beantwortet sind, bleibt auch die mögliche Verbindung zu Russland eine offene Ermittlungsfrage.
Mehr News zum tagesaktuellen Geschehen finden Sie hier:
- "Ich will das Gold!" – US-Präsident giert vor Kameras nach goldener Kugel
- US-Vize schießt gegen Journalisten – Ex-Trump-Sprecherin zerreißt ihn mit einem Satz
- Moskau richtet nach Drohnen-Abschüssen scharfe Drohung an Nato-Staat
- Das sind seine wichtigsten Verbündeten – diese Staaten halten zum Kreml-Chef
- Große Sorge um den US-Präsidenten – neues Video löst heftige Debatte aus
mlk/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.