Ukraine-Krieg aktuell: Druck auf Putin wächst - endet der Krieg in wenigen Wochen?

Im Ukraine-Krieg wird die Luft für Wladimir Putin immer dünner und lässt Wolodymyr Selenskyj Hoffnung schöpfen. Kann eine Dreifach-Offensive der ukrainischen Streitkräfte den russischen Angriffskrieg in wenigen Wochen beenden?

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Viele Beobachter gehen davon aus, dass Wladimir Putin auf die Parlamentswahl in Russland Mitte September eine weitere Mobilisierungswelle folgen lassen könnte. (Foto) Suche
Viele Beobachter gehen davon aus, dass Wladimir Putin auf die Parlamentswahl in Russland Mitte September eine weitere Mobilisierungswelle folgen lassen könnte. Bild: picture alliance/dpa/Sputnik Kremlin Pool via AP | Alexander Kazakov
  • Ukraine-Krieg aktuell: Endet Putins Angriffskrieg in wenigen Wochen?
  • Ukraine-Präsident Selenskyj legt Dreifach-Plan gegen Putin vor
  • Wladimir Putin massiv unter Druck - Selenskyj will Kreml-Chef zu Kapitulation zwingen

Seitdem Wladimir Putin Ende Februar 2022 seine "militärische Spezialoperation" gegen die Ukraine vom Zaun brach, tobt der russische Angriffskrieg, ohne dass ein Ende der Kampfhandlungen in Sichtweite wäre. Nun hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Hoffnung geäußert, dass der Ukraine-Krieg im Herbst 2026 enden könnte.

Ukraine-Krieg im Herbst 2026 beendet? Selenskyj schürt Hoffnung

Wolodymyr Selenskyj will Wladimir Putin nach eigenen Worten mit einer Dreifach-Strategie in die Knie zwingen. Vor sämtlichen ukrainischen Botschaftern in Kiew skizzierte der Ukraine-Präsident seinen Plan: Drohnenangriffe über mittlere und weite Entfernungen, internationale Sanktionen sowie diplomatischer Druck sollen gemeinsam wirken, "um Russland keine Alternative zu einem Frieden zu lassen".

Einen konkreten Zeitpunkt für ein mögliches Kriegsende wollte Selenskyj nicht nennen. Er machte jedoch deutlich, dass er auf die kommenden Monate setzt. "Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert", erklärte der Staatschef. Nach beinahe viereinhalb Jahren russischer Großinvasion soll diese gebündelte Offensive den Kreml endlich an den Verhandlungstisch bringen.

Ukraine beendet 40-tägige Geheimoperationen gegen Russland

Bereits Ende Juni hatte Selenskyj eine 40-tägige Phase verdeckter Geheimdienstoperationen ausgerufen, die Russland in Richtung Frieden drängen sollten. Diese Frist läuft am 4. August 2026 ab. Während der vergangenen Wochen kam es unter anderem zu aufsehenerregenden Attacken auf Logistikstandorte des russischen Online-Händlers Wildberries – Aktionen, die als Teil dieser verdeckten Kampagne gelten.

Parallel dazu verfolgt die Ukraine einen weiteren strategischen Ansatz und teilt ihr Fachwissen in der Drohnentechnologie mit Partnerstaaten und erhält im Gegenzug finanzielle Mittel für die eigene Rüstungsproduktion. Laut Selenskyj seien auf diesem Weg bereits Vereinbarungen mit neun Ländern zustande gekommen. Weitere Verhandlungen liefen derzeit, teilte er den Diplomaten mit.

Selenskyj plant nächsten Kriegswinter und setzt auf Waffenbeschaffung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, Russland bis Herbst so unter Druck zu setzen, dass es einem Ende des Krieges zustimmt. (Foto) Suche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, Russland bis Herbst so unter Druck zu setzen, dass es einem Ende des Krieges zustimmt. Bild: Mindaugas Kulbis/AP/dpa/dpa

Trotz seiner Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende stellte sich Selenskyj zugleich auf einen weiteren Winter im Krieg ein. Er verpflichtete die ukrainischen Diplomaten, bei den internationalen Partnern sowohl Waffen als auch technische Hilfe zu organisieren. "Jeder Botschafter muss Waffen für die Ukraine auftreiben", lautete seine unmissverständliche Anweisung.

Als zentrales Rüstungsvorhaben hob der Präsident das Raketenabwehrsystem Freyja hervor, das gemeinsam mit europäischen Partnern entwickelt wird. Erst wenige Tage zuvor hatte Selenskyj verbündete Staaten zudem erneut um die Lieferung von Patriot-Raketen gebeten, wie die "Tagesschau"berichtete. Die Botschaft an die Diplomaten war eindeutig: Selbst wenn der Frieden im Herbst gelingt, muss die Ukraine für den schlimmsten Fall gerüstet sein.

Wladimir Putins Verzögerungstaktik ist durchschaut - Mobilisierugswelle befürchtet

Der ukrainische Präsident beschuldigte Kremlchef Wladimir Putin, das Ende der Kampfhandlungen bewusst hinauszuzögern und gleichzeitig eine neue Mobilisierungswelle vorzubereiten. Dass der Kreml-Chef von seinen Kriegszielen abrücken könnte, zeichnet sich auch nach fast viereinhalb Jahren seit Beginn der Großinvasion nicht ab.

Zahlreiche Beobachter rechnen damit, dass Russland nach der Parlamentswahl Mitte September eine weitere Einberufungswelle starten könnte. Die Wahl könnte dem Kreml-Chef den politischen Spielraum verschaffen, erneut Hunderttausende Reservisten einzuziehen. Für die Ukraine bedeutet das: Selbst wenn die Druckstrategie aus Drohnenangriffen, Sanktionen und Diplomatie Wirkung zeigt, bleibt die militärische Bedrohung durch Russland auf absehbare Zeit bestehen.

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/news.de/dpa/stg

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