Wladimir Putin: Kreml-Chef verwandelt Moskau in Festung - das steckt dahinter
Aktuellen Satellitenbildern zufolge arbeitet Wladimir Putin mit Hochdruck daran, Russlands Hauptstadt Moskau in eine Festung zu verwandeln. Dutzende neue Flugabwehrtürme, Schutzstellungen und ein 40-Kilometer-Verteidigungsring zeigen, wie der Kreml-Chef aufrüstet.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin baut Moskau zu Festung um laut Analyse
- Kreml-Chef verstärkt Luftabwehr rund um russische Hauptstadt
- Das bezweckt Putin mit seinem eisernen Ring um Moskau
Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine spielt sich längst nicht mehr ausschließlich in den Landesgrenzen des russischen Nachbarstaates ab, sondern hat sich entgegen den Plänen des Kreml-Chefs bis ins Herz Russlands verlagert. Keine Woche vergeht, ohne dass die ukrainischen Streitkräfte strategisch wichtige Ziele in Russland mit Drohnenangriffen überziehen - für Wladimir Putin einer Analyse zufolge Anlass genug, Moskau im Eiltempo in eine Festung zu verwandeln.
Wladimir Putin rüstet auf und macht Moskau zur Festung laut Analyse
In den vergangenen Wochen war zu beobachten, wie der russische Präsident die Luftverteidigung rund um seine Hauptstadt in beispiellosem Tempo aufrüstet. Innerhalb der vergangenen zwei Monate wurden mindestens 24 neue Türme für das Pantsir-Flugabwehrsystem in der Region Moskau errichtet. Das geht aus einer aktuellen Analyse des OSINT-Forschers Jembob hervor, der neue Satellitenaufnahmen ausgewertet hat.
Satellitenaufnahmen belegen, wie der Kreml-Chef die russische Hauptstadt sichern lässt
Insgesamt sind demnach mittlerweile rund 125 Kurzstrecken-Luftabwehrstellungen in Moskau und dem Moskauer Gebiet bekannt. Davon befinden sich 79 Pantsir-Türme innerhalb eines 50-Kilometer-Radius um die Hauptstadt, weitere acht bis neun liegen weiter entfernt. Hinzu kommen etwa 30 Bodenrampen, darunter fünf Doppelstellungen, sowie drei bis vier Pantsir-SMD-Systeme auf Moskauer Hausdächern.
Die Koordinaten der bekannten Positionen hat der "Radio Free Europe/Radio Liberty"-Journalist Mark Krutow auf einer interaktiven Karte zusammengetragen. Dabei handelt es sich um vorbereitete Stellungen – nicht zwangsläufig um tatsächlich stationierte Systeme.
44 bestätigte Flugabwehr-Türme bilden neuen Verteidigungsring
Der Ausbau folgt der Analyse zufolge einem klaren Muster: Ein neuer Ring mit einem Radius von etwa 40 Kilometern um Moskau nimmt Gestalt an. Sämtliche 44 Türme, die Jembob diesem Ring zuordnet, sind durch hochauflösende Satellitenbilder verifiziert. Mindestens drei der neuen Konstruktionen entstanden unmittelbar neben bereits existierenden Bodenrampen. Der Forscher vermutet, dass diese älteren Stellungen künftig durch die erhöhten Plattformen abgelöst werden könnten.
???? Putin Is Building a Fortress in the Heart of Russia
— NEXTA (@nexta_tv) July 30, 2026
According to OSINT analysts, Moscow is rapidly being transformed into a multi-layered fortress. Four defensive rings have already been built around the city, with the largest — the outermost ring — now nearly complete.
????… pic.twitter.com/ZXN7gpt7sl
Parallel dazu wächst auch die weitreichende Flugabwehr der Hauptstadt. Zwei neue Standorte für S-400-Systeme sind im Umkreis von Moskau aufgetaucht. Bereits im Juni stellten Jembob und "RFE/RL"-Journalist Krutow die Vermutung auf, dass einer davon auf einer gerodeten Fläche im Moskworetzki-Park im Moskauer Bezirk Kunzewo entsteht. Größe und Form des Areals ähneln anderen neuen S-300- und S-400-Positionen, eine endgültige Bestätigung steht jedoch noch aus.
Ukraine-Attacken zwingen Putin zum Handeln - Ölraffinerie, Flughafen und Residenz des Kreml-Chefs im Schutzschirm
Jenseits des nahezu kreisförmigen Verteidigungsrings wurden zusätzliche Stellungen an besonders sensiblen Orten errichtet. Dazu zählen die Moskauer Ölraffinerie, der Flughafen Wnukowo sowie die Residenz von Präsident Wladimir Putin. Auch außerhalb der 50-Kilometer-Zone lässt sich ein gezieltes Schutzmuster erkennen. Dort sind mehrere neue Türme in weniger als vier Kilometern Entfernung von großen Umspannwerken aufgetaucht. Nach Einschätzung des OSINT-Forschers Jembob wurden diese Positionen eigens zum Schutz der Energieinfrastruktur angelegt.
Bereits im Mai hatte "Radio Free Europe/Radio Liberty" berichtet, dass ein weiterer Luftabwehrring um Moskau entsteht – vorrangig für Pantsir-Systeme. Damals zählten Journalisten gemeinsam mit OSINT-Analysten bereits mehr als 100 Stellungen. Einige der neuen Standorte entstanden auf aufgegebenen Basen des sowjetischen S-25-Berkut-Systems.
Wladimir Putin lässt seine Waldai-Residenz mit 29 Stellungen abschirmen
Der massive Ausbau der Flugabwehr beschränkt sich nicht auf die Hauptstadtregion. Im Frühjahr identifizierte "RFE/RL" sieben neue Pantsir-Türme rund um Putins Residenz in Waldai, wodurch die Gesamtzahl dort auf 27 stieg. Jembob rechnet zwei weitere Türme am Flugplatz Chotilowo und an einem nahegelegenen Munitionsdepot hinzu und kommt so auf insgesamt 29 Stellungen, die dem Schutz der Residenz dienen.
Auch russische Industriestandorte werden zunehmend befestigt. Im Juni und Juli entstanden mindestens drei neue Türme bei der Ölraffinerie in Rjasan, zwei weitere nahe der Raffinerie in Kstowo und ein bis zwei bei der Anlage in Jaroslawl. Nördlich von St. Petersburg entdeckte der Forscher neue Positionen in der Nähe großer Umspannwerke. Zusätzliche Stellungen tauchten im Ostseehafen Ust-Luga auf.
Erdwälle statt Türme: Russlands Süden setzt auf andere Strategie
Der Ausbau der Flugabwehr verläuft regional unterschiedlich. In den nördlichen Gebieten Russlands werden neue Pantsir-Türme flächendeckend errichtet. Im Süden des Landes hingegen kommen die Systeme häufiger auf Erdwällen zum Einsatz und konzentrieren sich ausschließlich auf besonders wichtige Standorte, wie Jembob feststellte. Das Gesamtbild verdeutlicht, in welchem Ausmaß Russland seine Verteidigungskapazitäten gegen Angriffe aus der Luft ausbaut. Die Geschwindigkeit der Baumaßnahmen hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Allein seit Mai hat sich die Zahl der bekannten Stellungen von rund 100 auf etwa 125 vergrößert. Der systematische Schutz von Raffinerien, Energieinfrastruktur und politisch bedeutsamen Orten zeigt, dass Moskau die Bedrohung durch ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Territorium offenbar als wachsend einschätzt.
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loc/news.de/stg
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