Wolfgang Kubicki bei "Maischberger": "Weiß nicht, wie das Spiel funktioniert!" FDP-Chef attackiert Bundeskanzler Merz

Kaum zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt, holt Wolfgang Kubicki zum Schlag gegen Friedrich Merz aus. Im ARD-Talk "Maischberger" lederte Kubicki kräftig gegen den Bundeskanzler und dessen politische Fähigkeiten.

Erstellt von - Uhr

Da war die Welt noch in Ordnung: Friedrich Merz und Wolfgang Kubicki Seite an Seite im Januar 2020 beim 25. Blankeneser Neujahrsempfang. (Foto) Suche
Da war die Welt noch in Ordnung: Friedrich Merz und Wolfgang Kubicki Seite an Seite im Januar 2020 beim 25. Blankeneser Neujahrsempfang. Bild: picture alliance/dpa | Christian Charisius
  • Friedrich Merz von Wolfgang Kubicki scharf attackiert
  • Neuer FDP-Vorsitzender rechnet bei "Maischberger" mit CDU-Bundeskanzler ab
  • Kubicki auf Konfrontationskurs - nach Merz' FDP-Aussage gibt's kein Halten mehr

Seit Ende Mai 2026 hat die FDP mit Wolfgang Kubicki offiziell einen neuen Vorsitzenden - und der lässt jetzt öffentlich richtig Dampf ab. Bei seinem ersten Talkshow-Auftritt nach seiner Wahl an die FDP-Spitze hat Wolfgang Kubicki Bundeskanzler Friedrich Merz scharf attackiert. In der ARD-Sendung "Maischberger" am 9. Juni warf der 74-Jährige dem Regierungschef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren.

Wolfgang Kubicki attackiert Friedrich Merz: "Weiß nicht, wie das Spiel funktioniert"

Besonders hart fiel Kubickis Urteil über die politischen Fähigkeiten des CDU-Politikers aus: Friedrich Merz wisse nach seinen Jahren fernab des politischen Geschäfts offenbar nicht mehr, "wie das Spiel funktioniert, also wie das System funktioniert". Das Erwartungsmanagement des Kanzlers bezeichnete der neue Liberalen-Chef als "unterirdisch".

Neuer FDP-Chef rechnet mit Bundeskanzler ab und zieht Vergleich mit Olaf Scholz

Auf die Frage, was ihn an der Amtsführung von Merz am meisten überrasche, machte Kubicki deutlich, dass er dem Kanzler deutlich mehr zugetraut hätte. Dabei zog Kubicki einen für den amtierenden Kanzler wenig schmeichelhaften Vergleich mit dessen Vorgänger. Olaf Scholz sei ein äußerst gewissenhafter Arbeiter gewesen, "ein Aktenfresser", der sich in jedes Detail eingearbeitet habe. Diese Gründlichkeit könne er bei Merz hingegen nicht erkennen.

Allerdings hielt sich die Begeisterung des FDP-Chefs für den früheren Koalitionspartner in Grenzen. Die aufkeimende Sehnsucht mancher Liberaler nach der Scholz-Ära kommentierte er mit beißender Kritik: "Wenn ich heute die Mitteilung bekomme, wir sehnen uns nach Olaf Scholz, dann sehen wir, wie tief wir gesunken sind." Olaf Scholz hatte als Kanzler die letztlich gescheiterte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geführt.

Wolfgang Kubicki schießt sich nach Merz' FDP-Aussage auf den Bundeskanzler ein

Der verbale Schlagabtausch zwischen Kubicki und Merz hat eine Vorgeschichte. Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg im März 2026 hatte der Bundeskanzler die FDP öffentlich für politisch tot erklärt und prophezeit, die Partei werde "keine Rolle mehr spielen". Dieser Abgesang brachte Kubicki derart in Rage, dass er sich zur Kandidatur für den Parteivorsitz entschloss. "Sein Auftritt hat mich geärgert", erklärte Kubicki bei "Maischberger". Die Provokation aus dem Kanzleramt bezeichnete er als "die Adrenalinspritze, die wir brauchten". Nun wolle er die Liberalen in die Zukunft führen – auch wenn er in der politischen Mitte eine Lücke sehe, die es zu füllen gelte.

Diese Pläne hat Wolfgang Kubicki als neuer FDP-Vorsitzender

Kubicki räumte bei "Maischberger" allerdings auch eigene Schwächen ein. "Ich trage mein Herz auf der Zunge. Das gereicht mir zum Teil zum Nachteil", gestand der 74-Jährige. Manchmal sei er von seinen eigenen Formulierungen so angetan, dass er nicht bemerke, wie diese missverstanden werden könnten. Dennoch gab sich der neue Parteichef kämpferisch: "Wir müssen Wahlen gewinnen, alles andere ist Kinderkram." Er habe sich vorgenommen, den Rest seiner Kräfte zu mobilisieren, um der FDP eine Zukunft zu ermöglichen. Dabei stellte Kubicki klar: "Ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber die Partei braucht eine Zukunft." Die Liberalen müssten sich aus dem "Kindergarten in Berlin befreien, wo es nur darum geht, wer wem wehtut".

Die gesamte Ausgabe von "Maischberger" vom 9. Juni 2026 finden Sie in der ARD-Mediathek zum Abruf (verfügbar bis 09.06.2027)

Weitere aktuelle Beiträge aus dem Politik-Ressort finden Sie hier:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.