Hat Wladimir Putin leichtes Spiel?: "Wie viel Zeit bleibt uns noch?" Ex-General in Sorge wegen Russland-Gefahr
Ein britischer Ex-General schlägt unmissverständlich Alarm: Die westlichen Streitkräfte sind der Einschätzung von Lord Dannatt zufolge nicht ausreichend aufgestellt, um einem Angriff von Wladimir Putin standhalten zu können. Seine drängendste Frage: "Wie viel Zeit bleibt uns noch?"
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin als Bedrohung verwundbarer Streitkräfte in Europa
- Ex-Chef der britischen Armee schlägt Alarm wegen Gefahr aus Russland
- "Wie viel Zeit bleibt uns noch?"
Der frühere Chef der britischen Armee zeigt sich hochgradig besorgt angesichts der drohenden Gefahr für den Westen aus Russland: Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs befinden sich in einem besorgniserregenden Zustand. "Ich fürchte, wir sind in jeder Hinsicht verwundbar", warnt Lord Dannatt gegenüber dem "Daily Express". "Armee, Marine und Luftwaffe waren im Frieden praktisch noch nie so klein wie jetzt."
Hat Wladimir Putin leichtes Spiel? Europas Streitkräfte waren "noch nie so klein wie jetzt"
Der 75-jährige General a.D. sieht beunruhigende Ähnlichkeiten zwischen der heutigen Lage und der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Damals war Großbritannien schlecht vorbereitet, um sich Nazi-Deutschland entgegenzustellen. In seinem Buch "Victory to Defeat" aus dem Jahr 2023 beschreibt er, wie die britische Armee vom Sieg über Deutschland 1918 zur erzwungenen Evakuierung bei Dünkirchen 1940 gelangte. Angesichts der Bedrohung durch Wladimir Putin stellt Dannatt eine drängende Frage: "Wie viel Zeit bleibt uns noch, um gerade noch rechtzeitig zu sein? Trinken wir im letzten Saloon?"
Ex-General in Sorge um Großbritannien: Von der Siegermacht zur Evakuierung in nur zwei Jahrzehnten
Die britische Geschichte liefert eine ernüchternde Lektion. Nach dem Triumph über das Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg vernachlässigte Großbritannien seine Verteidigung jahrelang. Die Folge: 1940 mussten die britischen Truppen überstürzt aus Dünkirchen fliehen. Dannatt argumentiert, dass die Briten erst spät erkannten, welche Gefahr von Hitler ausging. "Der Aufrüstungsprozess begann gerade noch rechtzeitig", erklärt er. Die Kosten dieser Verzögerung waren enorm: Vor dem Krieg investierte das Land weniger als drei Prozent seiner Wirtschaftsleistung in die Verteidigung. 1940, als es um das nackte Überleben ging, schnellte dieser Anteil auf 46 Prozent hoch. Der ehemalige Generalstabschef sieht Großbritannien heute in einer "ähnlichen Situation". Putin bedrohe die Sicherheit Europas. Die entscheidende Frage laute nun, ob genügend Zeit für eine rechtzeitige Aufrüstung bleibe.
Haben Europas Streitkräfte zu wenige Soldaten gegen Wladimir Putin?
Der frühere Armeechef fordert umfangreiche Investitionen in moderne Technologie. Großbritannien müsse "massiv in alle Arten von Drohnen investieren – für Überwachung, Aufklärung, Angriff und Verteidigung", betont Dannatt. Gleichzeitig warnt er davor, bewährte Waffensysteme vorschnell abzuschreiben. "Nur weil es neue Technologien gibt, heißt das nicht, dass man auf die alten verzichten kann", stellt er klar. Kampfpanzer, gepanzerte Infanteriefahrzeuge sowie konventionelle Artillerie würden auch künftig gebraucht.
Die Personalstärke der regulären Truppen ist dramatisch geschrumpft: von 153.000 Soldaten im Jahr 1990 auf nur noch 73.790 zu Jahresbeginn. Dannatt erinnert daran, dass früher 100.000 als absolute Untergrenze galten. Eine Rückkehr zu dieser Zahl hält er für ein "vernünftiges Ziel", ergänzt durch deutlich größere mobilisierbare Reserven. Zudem fehle ein Raketenabwehrsystem – eine "anerkannte Schwäche". Die Einführung wäre "enorm teuer", doch dringende Arbeit sei nötig.
Notwendigkeit von Aufrüstung macht schmerzhafte Einschnitte erforderlich
Die Finanzierung der Aufrüstung erfordert schmerzhafte Entscheidungen. Derzeit plant die britische Regierung, bis April nächsten Jahres 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. In der folgenden Legislaturperiode sollen es drei Prozent werden. Lord Dannatt blickt zurück auf Zeiten, als das Land fast fünf Prozent investierte. "Wir haben weitere Aggression der Sowjetunion abgeschreckt, und der Kalte Krieg wurde nie heiß", erinnert er. Eine Rückkehr zu diesem Niveau könnte der "Preis sein, den wir für unsere Sicherheit zahlen sollten". Doch woher soll das Geld kommen? Der General a.D. nennt zwei Möglichkeiten: "Wir müssen vielleicht alle die Last erhöhter Verteidigung teilen, indem wir ein paar Pence mehr Einkommensteuer zahlen." Alternativ müssten Regierungsprioritäten neu geordnet werden – insbesondere beim "ausufernden, außer Kontrolle geratenen Sozialbudget".
Patt-Situation im Ukraine-Krieg könnte Wladimir Putin in die Karten spielen
Dannatt warnt eindringlich vor einem Waffenstillstand in der Ukraine, der den Konflikt nicht löst, sondern nur einfriert. Er verweist auf die jahrzehntelange Pattsituation zwischen Nord- und Südkorea als warnendes Beispiel. "Die Vereinigten Staaten haben immer noch 25.000 Soldaten in Südkorea, die diesen Waffenstillstand garantieren", gibt er zu bedenken. Als Premierminister Keir Starmer seine Bereitschaft erklärte, britische Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands zu entsenden, stellt Dannatt die Frage: "Ist er bereit, sie dort 75 Jahre lang zu belassen?" Die eigentliche Gefahr sieht der ehemalige Generalstabschef in der Erholungsphase für Moskau. Ein Waffenstillstand würde es den "russischen Streitkräften ermöglichen, sich neu aufzustellen und zu regenerieren". Danach könnten sie entweder erneut in der Ukraine zuschlagen oder "vielleicht im Baltikum, in Skandinavien oder im Hohen Norden".
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