Donald Trump giftet gegen Bundeskanzler: "Er hat keine Ahnung!" US-Präsident knöpft sich Friedrich Merz vor

Donald Trump tobt mal wieder auf Truth Social drauflos: Bundeskanzler Friedrich Merz habe "keine Ahnung" und befürworte iranische Atomwaffen. Auslöser war Merz' vernichtende Kritik an der US-Kriegsführung vor Schülern im Sauerland.

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Friedrich Merz hat mit seinen jüngsten Äußerungen zum Iran-Krieg einen Wutausbruch von Donald Trump ausgelöst. (Foto) Suche
Friedrich Merz hat mit seinen jüngsten Äußerungen zum Iran-Krieg einen Wutausbruch von Donald Trump ausgelöst. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Donald Trump greift Friedrich Merz an: "Hat keine Ahnung!"
  • US-Präsident giftet gegen Bundeskanzler nach Aussagen zum Iran-Krieg
  • "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht!" - Donald Trump tobt in Social-Media-Post

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz auf seiner Plattform Truth Social scharf attackiert. "Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen besitzt. Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform am 28. April.

Donald Trump ätzt gegen Friedrich Merz: "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht!"

Der US-Präsident warnte vor den Konsequenzen einer nuklearen Bewaffnung Teherans: "Hätte der Iran Atomwaffen, wäre die ganze Welt in Geiselhaft." Er betonte, dass er nun gegen den Iran vorgehe, was andere Staaten und Präsidenten schon längst hätten tun sollen. Donald Trump nutzte die Gelegenheit auch für einen Seitenhieb gegen die Bundesrepublik insgesamt: "Kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und in jeder anderen Hinsicht so schlecht geht!"

Friedrich Merz kritisierte US-Strategie vor Schülern im Sauerland - Trumps Antwort kommt sofort

Auslöser für Trumps Wutausbruch waren Äußerungen des Kanzlers vom 27. April. Bei einer Diskussionsrunde mit Schülern im sauerländischen Marsberg hatte Merz die amerikanische Kriegsführung ungewöhnlich offen kritisiert. "Die Amerikaner sind ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen", sagte der CDU-Politiker. Der Bundeskanzler zog Parallelen zu früheren westlichen Militäreinsätzen. "Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus", erklärte Merz. Als Beispiele nannte er den 20-jährigen Afghanistan-Einsatz sowie den Irak-Krieg. Die Gesamtsituation bezeichnete der Kanzler als "ziemlich vertrackte Lage". Zudem verwies er auf wirtschaftliche Folgen für Deutschland: Der Konflikt habe unmittelbare Auswirkungen auf die heimische Wirtschaftsleistung.

Bundeskanzler Merz über Iran-Krieg: "Eine ganze Nation wird gedemütigt"

Merz äußerte erhebliche Zweifel daran, dass Washington den Konflikt rasch beenden könne. Die iranischen Streitkräfte erwiesen sich als "offensichtlich stärker als gedacht", so der Kanzler. Der Trump-Administration fehle es an einer "wirklich überzeugenden Strategie" bei den Verhandlungen. Dem Mullah-Regime bescheinigte Merz taktisches Geschick am Verhandlungstisch. "Die Iraner verhandeln offensichtlich sehr geschickt - oder eben sehr geschickt nicht", analysierte er die Situation.

Besonders deutlich wurde der Bundeskanzler bei seiner Einschätzung der amerikanischen Position: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", sagte Merz vor den Schülern. Laut "Bild" bezog er sich dabei insbesondere auf die Rolle der Revolutionsgarden.

Deutsch-amerikanische Beziehung bekommt Risse: Bundeskanzler Merz wird vom Trump-Versteher zum Kritiker

Gemessen an Trumps Äußerungen scheint das persönliche Verhältnis der beiden auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck am Morgen des 29. April bei einer Pressekonferenz in Berlin allerdings entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er. "Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander."

Unbestreitbar ist allerdings, dass sich die Beziehungen zwischen Trump und Merz nach einem "Traumstart" beim Antrittsbesuch im vergangenen Juni im Zuge des Iran-Kriegs dramatisch verschlechtert haben. Trump bezeichnete den CDU-Politiker damals im Oval Office als "respektierten" und "guten Mann" und versprach: "Wir werden eine großartige Beziehung zu Ihrem Land haben." Ähnlich war es auch noch Anfang März, als Merz kurz nach dem Angriff auf den Iran ins Oval Office zurückkehrte und von Trump als "sehr erfolgreicher Mann" und "ausgezeichneter Anführer" gelobt wurde, der einen "großartigen Job" mache. Merz ließ damals sogar die Kritik des US-Präsidenten an mangelnder Unterstützung Spaniens und Großbritanniens im Iran-Krieg unwidersprochen.

Für die Kehrtwende des Kanzlers kurze Zeit später gibt es eine Reihe von Gründen: Die Tatsache, dass Deutschland in die Entscheidung nicht eingebunden war. Die Unklarheit darüber, was eigentlich das Ziel ist. Die Eskalation in die gesamte Nahost-Region. Die dramatische Zuspitzung der Energiekrise durch eine Blockade der Straße von Hormus.

Merz wegen Donald Trumps Iran-Krieg "mittlerweile desillusioniert"

Der Frust des Kanzlers über den festgefahrenen Konflikt ist in den letzten Tagen immer deutlicher geworden. "Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert", räumte er am Montag am Rande der Unions-Klausur in Berlin ein. Zuvor hatte er bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland gesagt: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben."

Die Äußerungen sorgten international für Aufsehen und waren möglicherweise der Auslöser für die persönliche Attacke Trumps gegen Merz. Nun werden Erinnerungen wach an das Zerwürfnis zwischen dem früheren US-Präsidenten George W. Bush und dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen des deutschen Neins zum Irak-Krieg. Und an die Attacken Trumps gegen die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Deutschland während seiner ersten Amtszeit, als es ihm vor allem um die Verteidigungsausgaben und die Ostseepipeline Nord Stream ging.

Nicht nur Bundeskanzler Merz - Trump liegt auch mit anderen Europäern im Clinch

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst sogar zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

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