Wladimir Putin: Analyse zeigt, wie der Kreml-Chef von Trumps Iran-Krieg profitiert
Mit dem Tod von Ali Chamenei hat Wladimir Putin zwar einen wichtigen Verbündeten verloren, doch Russlands Präsident dürfte sich einer aktuellen Analyse zufolge trotzdem ins Fäustchen lachen, macht Donald Trump dem Kreml-Chef doch gleich mehrere Geschenke mit seinen Iran-Angriffen.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Eskalation im Iran nach "Operation Epic Fury"
- Analyst erklärt, wie Wladimir Putin gleich mehrfach vom Iran-Krieg profitiert
- Kreml-Chef verliert mit Ali Chamenei wichtigen Verbündeten im Nahe Osten, doch Donald Trump entschädigt mit unschätzbaren Geschenken
Ende Februar setzten Israel und die USA ihre Operation "Epic Fury" in die Tat um und töteten mit ihrem Militäreinsatz nicht nur den Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, sondern auch weitere hochrangige Militärs des Irans. Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin bedeutet Chameneis Tod den Verlust eines wichtigen Verbündeten im Nahen Osten - doch Donald Trump machte dem Kreml-Chef mit seinem Angriff auf den Iran gleich in mehrfacher Hinsicht ein Geschenk von unschätzbarem Wert, wie eine von "Newsweek" veröffentlichte Analyse im Detail erklärt.
Wladimir Putin profitiert mehrfach von Donald Trumps Iran-Krieg laut Analyse
Aus Sicht des Kremls bestätigt das amerikanische Vorgehen demnach Wladimir Putins langjährige Überzeugung, dass in der Weltpolitik Macht über Recht steht. Wenn Donald Trump seinen Militärschlag mit dem Argument rechtfertigt, der Iran habe eine inakzeptable Bedrohung dargestellt und militärisches Handeln sei notwendig gewesen, entspreche dies exakt der Logik, mit der Wladimir Putin vor mehr als vier Jahren seinen Einmarsch in die Ukraine rechtfertigte. Darüber hinaus lenke der Iran-Konflikt die Aufmerksamkeit von der Ukraine ab, treibt die Ölpreise in die Höhe, belastet die Einheit der Nato und könnte bei einem amerikanischen Scheitern neue Einflussmöglichkeiten für Russland eröffnen.
Donald Trump spielt Wladimir Putin mit Militärschlag im Iran in die Karten
Kreml-Chef Putin vertritt seit langem die Position, dass Stärke und nicht internationale Regeln das Weltgeschehen bestimmen. Wenn die USA offen auf einen Machtwechsel in Teheran hinarbeiten oder dessen Führung als legitimes Ziel betrachten, untermauert dies seine These, dass letztlich Macht entscheidet, was akzeptabel ist.
Der Angriff auf den Iran erfolgte nur einen Monat nachdem Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch einen gezielten Militärschlag entmachtet hatte. Russlands Versuch, Wolodymyr Selenskyj zu Beginn des Ukraine-Krieges zu beseitigen, wurde international scharf verurteilt. Doch wenn das Stürzen feindlicher Staatschefs zur gängigen Praxis wird, kann der Kreml argumentieren, lediglich nach denselben Spielregeln gehandelt zu haben, so die "Newsweek"-Analyse. Mit dieser Logik lasse sich auch die Invasion der Ukraine rechtfertigen: Wenn der US-Präsident eine iranische Bedrohung als untragbar einstuft, könne Putin seine Behauptung wiederholen, die Nato-Erweiterung habe eine ebensolche Gefahr an Russlands Grenzen geschaffen.
Hat sich Donald Trump mit dem Iran-Angriff übernommen? Friedensgespräche für die Ukraine könnten negativ beeinflusst werden
Während im Nahen Osten die Raketen fliegen und amerikanische Verluste steigen, wird die Aufmerksamkeit in Washington zwangsläufig geteilt. Die USA können nur eine begrenzte Anzahl von Krisen gleichzeitig bewältigen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte zwar, Russland bleibe "offen" für von den USA vermittelte Friedensgespräche zur Ukraine – doch Quellen berichteten "Bloomberg", Moskau könnte die Verhandlungen abbrechen, falls Kiew keine Gebietsabtretungen im Donbas akzeptiert. Schon jetzt beeinträchtig der Nahost-Konflikt die Gespräche. Wolodymyr Selenskyj hatte Abu Dhabi als möglichen Verhandlungsort für Anfang März vorgeschlagen. Nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran sind die Vereinigten Arabischen Emirate jedoch selbst in die Konflikte verwickelt.
Zudem warnen Beamte, dass wichtige US-Raketenabwehrbestände durch die jüngsten Operationen stark reduziert wurden. Das Pentagon steht vor einer schwierigen Entscheidung: Dieselben Systeme werden sowohl für den Schutz amerikanischer Stützpunkte als auch für die Verteidigung der Ukraine benötigt.
Wladimir Putin lacht sich wegen steigender Ölpreise ins Fäustchen
Der unmittelbarste Vorteil für Wladimir Putin dürfte wirtschaftlicher Natur sein. Die globalen Rohölpreise sind angesichts befürchteter Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus gestiegen – eine Meerenge, durch die rund 20 Prozent der weltweiten Ölexporte fließen. Brent-Rohöl näherte sich bereits der Marke von 80 Dollar pro Barrel, Analysten warnen vor einem Anstieg auf 100 Dollar oder mehr. "Bald über 100 Dollar pro Barrel", frohlockte der Kreml-Gesandte Kirill Dmitrijew auf X. Russland exportiert täglich fast fünf Millionen Barrel Rohöl und verdient bei steigenden Weltmarktpreisen deutlich mehr – selbst bei Verkäufen zu reduzierten Preisen.
$100+ oil per barrel soon. https://t.co/GA3gOWAYtu
— Kirill Dmitriev (@kadmitriev) February 28, 2026
Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow wurde noch deutlicher: "Für unser Budget ist das ein großes Plus." Sollten iranische Ölfelder getroffen werden, könnte Russland zu "einem der wenigen verbliebenen Förderländer" werden. Bei Lieferausfällen am Golf könnten Großabnehmer wie Indien und China verstärkt russisches Öl kaufen.
Europa-Bündnis bekommt nach Iran-Eskalation Risse - Donald Trump ätzt gegen Briten-Premier Starmer
Europäische Regierungen bemühen sich derzeit, ihre Iran-Politik neu auszurichten. Mit Ausnahme Israels wurden die wichtigsten amerikanischen Verbündeten vor Beginn der US-Angriffe nicht angemessen konsultiert. Das Gefühl, übergangen worden zu sein, hat neue Spannungen innerhalb der Nato offengelegt. Donald Trump kritisierte den britischen Premierminister Keir Starmer öffentlich wegen dessen Haltung zum Iran und erklärte, er sei "sehr enttäuscht" von ihm. Ein anhaltender Konflikt droht die Gräben innerhalb des Bündnisses zu vertiefen und die transatlantische Einheit zu untergraben, die im Zuge des Ukraine-Krieges mühsam aufgebaut wurde. Genau diese Art von sichtbarer Uneinigkeit – Verwirrung, öffentliche Meinungsverschiedenheiten und diplomatische Rückzieher – ist die gespaltene westliche Front, die Moskau seit langem auszunutzen versucht.
Donald Trump muss im Iran-Konflikt liefern, sonst hat Wladimir Putin alle Karten in der Hand
Sollte der Konflikt sich hinziehen oder die USA keine klaren Ergebnisse erzielen, würde Donald Trumps Glaubwürdigkeit in der Golfregion erheblich leiden. Der amerikanische Einfluss dort basiert auf der Überzeugung, dass Washington schnell und entschlossen handeln kann. Ein langwieriger, chaotischer Krieg oder anhaltende iranische Vergeltungsschläge würden bei regionalen Partnern Zweifel an der Strategie und Zuverlässigkeit der USA wecken. Golfstaaten, die um Stabilität besorgt sind, könnten den US-Präsidenten zum Rückzug statt zur Eskalation drängen. Jedes Anzeichen einer Schwächung amerikanischer Macht würde Moskau und Peking die Gelegenheit bieten, ihren Einfluss auszuweiten und sich als alternative Partner zu präsentieren. Für Wladimir Putin wäre das ideale Ergebnis kein iranischer Triumph, sondern eine amerikanische Verstrickung – eine Nahostkrise, die US-Ressourcen bindet und den Druck auf Russlands Ukraine-Krieg mindert.
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loc/news.de/stg
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