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Wladimir Putin: Eskaliert der Krieg? Er rüstet Moskau auf

Seit Februar 2022 beschießt Wladimir Putin erbarmungslos die Ukraine, scheint nun aber selbst Angriffe auf Russlands Hauptstadt Moskau zu fürchten. Der Kreml-Chef rüstet plötzlich zu Hause auf.

Fürchtet Wladimir Putin einen Angriff auf Moskau? Der Kreml-Chef rüstet die russische Hauptstadt auf. (Foto) Suche
Fürchtet Wladimir Putin einen Angriff auf Moskau? Der Kreml-Chef rüstet die russische Hauptstadt auf. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Klimentyev

Wovor fürchtet sich Wladimir Putin? Seit Februar 2022 greift Russland die Ukraine an, besetzt Gebiete des Landes und scheint es auch auf die Hauptstadt Kiew abgesehen zu haben. Nun agiert er jedoch plötzlich so, als wolle sich jemand die russische Hauptstadt unter den Nagel reißen: Er macht Moskau für Raketenangriffe bereit - doch warum?

Eskaliert der Krieg? Wladimir Putin rüstet Moskau mit Flugabwehrsystemen auf

Auf Twitter kursieren derzeit mehrere Videos, die eine Aufrüstung in der russischen Hauptstadt zu dokumentieren scheinen. Dasin Polen verortete Medienprojekt "Nexta" teilte dazu am Donnerstag, dem 19. Januar 2023, Bildmaterial. In dem ist zu sehen, wie tonnenschwere Boden-Luft-Raketensysteme des Typs Pantsir-S1 mit einem Baukran auf dem Dach des Verteidigungsministeriums sowie auf weiteren Verwaltungsgebäuden platziert werden.

Der ukrainische Politiker Anton Herashchenko teilte zudem ein Video, das ein weiteres solches Flugabwehrsystem in zehn Kilometer von Wladimir Putins Residenz in Moskau zeige.

Furcht vor Angriffen? Warum rüstet Wladimir Putin Moskau auf?

Wie "Bild" berichtet, sind die Flugabwehrsysteme des Typs Panzir-S1 lediglich zur Bekämpfung von Luftzielen in 20 Kilometern Entfernung fähig. Daher stellt sich die Frage, ob Putin einen Angriff direkt auf Moskau fürchtet oder was er mit der Aufrüstung im Schilde führt. Die Zeitung listet vier mögliche Gründe für die Aufstellung der Boden-Luft-Raketensysteme mitten in der russischen Hauptstadt auf.

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1. Putin reagiert mit Aufrüstung Moskaus auf das Gipfel-Treffen in Ramstein

Am Freitag wurde ein Gipfel-Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im US-Stützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) veranstaltet. Ist es möglich, dass Putin dem Westen mit der Aufrüstung Moskaus signalisieren möchte, dass er bereit zu einer Kriegseskalation ist, sollte man der Ukraine weitere Hilfen in Form von Kampfpanzern zukommen lassen? Die Flugabwehrsysteme könnten dafür stehen, dass er dabei selbst einen Angriff auf die russische Hauptstadt in Kauf nehmen würde. Das zumindest würden russische Kriegstreiber laut "Bild" via Telegram in die Maßnahme hineininterpretieren.

Ähnliches würden auch einige westliche Kommentatoren fürchten und vermuten, dass Putin für weitere geplante Gräueltaten mit Vergeltungsschlägen rechne. Seine Panzir-S1-Systeme könnten jedoch gegen nukleare Angriffe nichts ausrichten.

2. Der Kreml-Chef fürchtet Luftangriffe auf Moskau durch die Ukraine

Anfang Dezember hatte die Ukraine die russischen Luftwaffenstützpunkte Rjasan und Engels, die in etwa 700 Kilometer Entfernung zur ukrainischen Grenze liegen, beschossen. Moskau liegt ähnlich weit von der ukrainischen Grenze entfernt. Allerdings dürfte es wohl unwahrscheinlich sein, dass die Ukrainer einen Beschuss der russischen Hauptstadt planen.

3. Wladimir Putin fürchtet einen Putsch durch sein eigenes Militär

Möglich ist auch, dass Wladimir Putin sich auf den Fall vorbereitet, dass die Stimmung im eigenen Land kippt und fürchtet, dass sein Militär einen Putsch gegen ihn plant.

4. Die Aufrüstung Moskaus ist reine Propaganda

Wahrscheinlich ist, dass es sich bei der Aufrüstung der russischen Hauptstadt um eine Propaganda-Maßnahme handelt, die zum einen militärische Stärke symbolisieren - zum anderen in der russischen Bevölkerung Angst vor einem Nato- oder Ukraine-Angriff schüren soll. Dadurch könnte Putin eine weitere Mobilisierung rechtfertigen. Sicherheitsexperte Nico Lange erklärte gegenüber "Bild", es gebe "keinen vernünftigen militärischen Grund für diese Flugabwehr-Systeme". "Möglicherweise ist es eine Propaganda-Aktion, um so zu tun, als sei Moskau tatsächlich von der Nato bedroht. Putin hat erkennbar Probleme, seine Leute für eine weitere Mobilmachung und einen langen Krieg zu motivieren", so Lange.

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