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Karl Lauterbach: "Eine Schande für unser Land"! Gesundheitsminister nach Wut-Rede stark kritisiert

Der Auftritt von Karl Lauterbach bei einer Verdi-Demo in Magdeburg sorgt für Entsetzen. In seiner Rede machte der Gesundheitsminister ungeimpften Pflegekräften schwere Vorwürfe. Das hat Lauterbach gesagt.

Karl Lauterbach hat am Mittwoch, 22. Juni, eine Verdi-Kundgebung in Magdeburg besucht. Bild: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert

Karl Lauterbach sorgte am Mittwoch bei einer Verdi-Kundgebung in Magdeburg für einen Riesen-Eklat. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, hatten etwa 300 Krankenschwestern, Pfleger und Therapeuten am Rande der Gesundheitsministerkonferenz für mehr Personal und bessere Patientenversorgung am 22. Juni demonstriert. Darunter seien auch ungeimpfte Pflegekräfte gewesen. Bei der Veranstaltung richtete der Bundesgesundheitsminister harte Worte an die Impfgegner.

Karl Lauterbach zu Impfgegnern auf Verdi-Demo in Magdeburg: "Ihre Arbeit hat keinen Beitrag geleistet"

"Zunächst einmal möchte ich all denjenigen herzlich danken, die in den letzten zwei Jahren in der Pflege dafür gesorgt haben, dass die Menschen, die krank geworden sind, überlebt haben, dass wir durch die Pandemie gekommen sind in einer Art und Weise, wie es vielen anderen Ländern nicht gelungen ist", begann Karl Lauterbach seine Rede. Doch dann erklärte der Gesundheitsminister: "Diejenigen, die hier gegen die Impfung protestieren, haben dazu keinen Beitrag geleistet und sollten eigentlich nicht hier sein. Sie haben kein Recht hier zu sein." Auf diese Aussage reagierte die Menge mit Buhrufen und Pfiffen. Lauterbach ergänzte wütend: "Es ist eine Unverschämtheit, dass Sie noch die Stirn haben, die berechtigte Demonstration derjenigen zu missbrauchen, die gearbeitet haben, die wirklich belastet sind. Ihre Arbeit hat keinen Beitrag geleistet."

Twitter-User fordern Rücktritt des Gesundheitsministers nach Kritik an ungeimpften Pflegekräften

Die Twitter-Gemeinde ist nach diesem Auftritt des Gesundheitsministers empört. Unter dem Hashtag #lauterbachmussweg kritisieren sie seine Aussagen scharf. Ein Nutzer schreibt: "Dieser Mann ist eine Schande für unser Land. Unfassbar, was er wieder für Hass und Hetze verbreitet. Wir müssen von ihm erlöst werden." Eine weitere Userin sagt: "Ich solidarisiere mich ausdrücklich mit dem ungeimpften Pflegepersonal. Die Äußerungen von Herrn Lauterbach sind eine Unverfrorenheit. Auch die geimpften Pflegenden wissen genau, dass es ohne die ungeimpften nicht geht." Ein weiterer Nutzer meint: "Das Letzte was Mitarbeiter aus dem Gesundheitssektor benötigen ist ein hetzender und spaltender Gesundheitsminister." Und ein anderer fragt: "Wo bleibt eigentlich die Empörung über Verdi, die diesem Typen eine Bühne bieten und dessen Vertreter daneben stehen und klatschen, während der Minister aufs übelste Arbeiter beschimpft?"

Karl Lauterbach verteidigt Wut-Rede gegen Impfgegner

Bei einem Interview mit dem Deutschlandfunk verteidigte Karl Lauterbach seine Aussagen am Donnerstagmorgen: "Die Demonstration war eine Verdi-Demonstration, die Pflegekräfte waren zum Teil von weit angereist. Es war deren Demonstration und es war auch eine gute Demonstration .... Ich habe mich bedankt bei den Pflegekräften. In der Emotion der Lage habe ich es nicht für angemessen gehalten, dass die kleine Gruppe der Impfgegner, die mir ja überall begegnet, lautstark die Demonstration der Pflegekräfte gekapert hat und dort die Demonstration und auch die Anliegen der Pflegekräfte sabotiert hat." In dem Interview verteidigte Karl Lauterbach auch sein Vorhaben, kostenlose Corona-Bürgertests einzuschränken. Außerdem zeigte er sich zuversichtlich, dass sich die Koalition auf Änderungen zum Infektionsschutzgesetz und auch beim Thema Maskenpflicht schnell einig wird.

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Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder

Unterdessen zeigt die Infektionskurve weiter nach oben. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 532,9 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 488,7 gelegen (Vorwoche: 480,0; Vormonat: 312,1).

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gom/loc/news.de/dpa