03.04.2020, 07.20 Uhr

Angela Merkel: Charité-Virologe macht der Bundeskanzlerin schwere Vorwürfe

Scharfe Worte sind es, die der Arzt und Ökonom Stefan Willich im Maischberger-Talk gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Raum warf. Was er kritisiert und wie er seine Vorwürfe begründet, erfahren Sie hier.

Virologe und Ökonom Stefan Willch machte Bundeskanzlerin Angela Merkel schwere Vorwürfe bezüglich der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.   Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa-POOL/dpa

Eine rege Diskussion war es, die sich die Gäste in Sandra Maischbergers Sendung "maischberger. die woche" lieferten. Thema war - wen könnte es überraschen - die Coronavirus-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung eben dieser. Erwartungsgemäß war nicht jeder Gast vollkommen einverstanden mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens - allen voran der Charité-Arzt und Gesundheitsökonom Stefan Willich. Der hatte vor allem ein Opfer auf seiner Abschussliste: Bundeskanzlerin Angela Merkel, gegen die er ordentlich austeilte.

Angela Merkels Ansage über Verlängerung der Maßnahmen - Begründung

Auf Anraten des Robert-Koch-Instituts und weiterer Epidemiologen verkündete die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verlängerung der Maßnahmen, um die exponenziellen Wachstumskurve weiter abflachen zu lassen. Am Sonntag verdoppelte sich die Anzahl der Corona-Infizierten noch etwa alle fünf bis sechs Tage.

Doch solange das exponenzielle Wachstum der Corona-Pandemie nicht auf mindestens zehn, besser aber 12 oder 14 Tage gestreckt wird, droht eine Überforderung des Gesundheitssystems, die mit einer höheren Sterblichkeitsrate einhergehen würde. So die Botschaft des RKI und der Kanzlerin.

Virologe Willich macht eine kühne Behauptung

In Anbetracht der Tatsache, dass die Maßnahmen Menschenleben retten, wirkt die Behauptung, die der Virologe und Ökonom Stefan Willich im Talk mit Maischberger macht, kühn: "Diese Zahl ist nicht belastbar. Ich glaube, sie ist in die Welt gesetzt worden, um das Durchhalten zu stimulieren." Dabei müsste ihm doch wohl bekannt sein, dass die Kanzlerin in enger Abstimmung mit einem Team renommierter Ärzte und Virologen arbeitet und sich Zahlen und Informationen keineswegs ausdenkt.

Angela Merkel erhält auf Twitter Zuspruch

Beim Durchstöbern des Kurznachrichtendienstes Twitter fällt ins Auge, dass viele Internet-User das verantwortungsvolle Vorgehen der Kanzlerin in der Coronakrise befürworten. So schreibt ein Twitter-Nutzer: "Gott sei Dank haben wir Angela Merkel. Stellt euch mal vor, wir hätten jetzt einen Kanzler, der Corona erst als Fake News bezeichnet, nur um Tage später auf Twitter ein "BAUT SCHNELL BEATMUNGSGERÄTE, IHR DEPPEN!!!!" an den VW-Vorstand zu senden. So wäre das mit einem AfD-Kanzler", und spielt damit auf das Vorgehen des US-Präsidenten Donald Trump während der Corona-Pandemie an.

Hier geht's zum Tweet über Angela Merkel.

Schließlich lenkt Gesundheitsökonom Willich aber ein

Willich, der für eine frühstmögliche Rückkehr zur Normalität plädiert, macht aber auch Zugeständnisse. Selbst dann, wenn wir zum Alltag zurückkehren, findet er, "das persönliche Schutzverhalten, das Händewaschen, das Husten in die Armbeuge, dass Abstandhalten müssen wir aufrecht erhalten – zum Schutz der Hochrisikopatienten!" So berichtet die "Bild"-Zeitungam Donnerstag.

Virologe hält aktuelle Maßnahmen für gerechtfertigt

Im Interview mit "Focus" erklärt Stefan Willich übrigens, dass er dieaktuellen Maßnahmen für angemessen hält. "Es ist sehr wichtig, dass diese nun für mindestens zwei Wochen fortgeführt und eingehalten werden: Konsequent, vernünftig und diszipliniert. Nur dann können die Wirkungen der Maßnahmen zuverlässig beurteilt werden. Und davon hängt entscheidend ab, wie es dann weiter geht", so der Virologe laut Focus. Strikte Ausgangssperren würde der Experte jedoch für übertrieben halten.

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Willich rechnet mit schrittweiser Lockerung der Maßnahmen nach Ostern

Auf die Frage, wie es seiner Einschätzung nach nach Ostern weitergehen soll, antwortet der Mediziner: "Werden die aktuellen Maßnahmen eingehalten und führen zur einer Eindämmung bzw. Verlangsamung des Virusausbreitung, dann sollte ab Ostern eine sukzessive Lockerung der Maßnahmen erfolgen." Drücken wir die Daumen. In der Zwischenzeit bleiben wir eben einfach zu Hause.

Hier geht's zum YouTube-Video über Angela Merkel.

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sig/news.de

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