Wladimir Putin: "Russische Atomwaffen zielen auf Washington" – Ex-Nato-Chef schlägt Alarm

Kurz vor dem Nato-Gipfel richtet Ex-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg einen eindringlichen Appell an die Bündnispartner. Er warnt vor russischen Atomwaffen, wirbt für mehr europäische Verteidigungsausgaben und erklärt, warum auch die USA auf Europa angewiesen sind.

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Ex-Nato-Chef Jens Stoltenberg schlägt Alarm. (Foto) Suche
Ex-Nato-Chef Jens Stoltenberg schlägt Alarm. Bild: Sebastian Gollnow/dpa/dpa
  • Stoltenberg warnt: Russische Atomwaffen seien auf Washington und New York gerichtet
  • Der frühere Nato-Chef fordert Europa zu höheren Verteidigungsausgaben auf
  • Für Wladimir Putin sei der Ukraine-Krieg ein strategischer Fehlschlag, sagt Stoltenberg

Kurz vor dem Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara hat der frühere Generalsekretär Jens Stoltenberg die Bündnispartner zur Geschlossenheit aufgerufen. In einem Interview mit der "Welt" räumte der heutige norwegische Finanzminister ein, dass es "ernsthafte Meinungsverschiedenheiten" zwischen den USA und Europa gebe. Dennoch betonte Stoltenberg die wechselseitige Abhängigkeit beider Seiten. "Die Verteidigung der USA beginnt an der europäisch-russischen Grenze", erklärte er mit Blick auf die wiederholte Kritik von Donald Trump an den europäischen Partnern. Die Allianz könne trotz der Differenzen eine starke transatlantische Partnerschaft bleiben, da dies auch im amerikanischen Interesse liege.

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Ex-Nato-Chef warnt: Russische Atomwaffen zielen auf USA

Der ehemalige Nato-Chef untermauerte seine Argumentation mit konkreten Beispielen. Auf der russischen Kola-Halbinsel, direkt hinter der norwegischen Grenze, befinde sich eines der größten Atomwaffenarsenale weltweit. "Diese Waffen sind nicht auf Oslo gerichtet – sie sind auf Washington und New York gerichtet", warnte Stoltenberg.

Norwegen leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur amerikanischen Sicherheit, indem es russische U-Boote beim Verlassen seiner Stützpunkte verfolge. Zudem unterstütze das Land bei der Frühwarnung vor Raketenangriffen und überwache den Start von Flugzeugen. "Und ähnlich verhält es sich in Finnland und vielen anderen europäischen Ländern", fügte er hinzu. Diese Fähigkeiten seien für den Schutz der Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung.

Europa muss mehr in Verteidigung investieren

Stoltenberg unterstützte Trumps Forderung nach einer gerechteren Lastenverteilung im Bündnis. "Das Wichtigste, was Europa tun kann, um das transatlantische Bündnis aufrechtzuerhalten und das Engagement der USA auch unter Präsident Trump zu sichern, ist, mehr zu investieren", betonte er. Die europäischen Verbündeten hätten bereits reagiert. Immer mehr Nato-Staaten erreichten mittlerweile das Ziel, 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für zentrale Verteidigungsaufgaben auszugeben. Deutschland entwickle sich dabei zum größten europäischen Verteidigungsinvestor. Sollten sich die Vereinigten Staaten künftig dennoch aus Europa zurückziehen, würden eigenständige europäische Verteidigungskapazitäten umso bedeutsamer, mahnte der frühere Nato-Chef. Die gestiegenen Ausgaben seien daher in jedem Fall sinnvoll.

Klatsche für Wladimir Putin: Ukraine-Invasion als strategischer Kreml-Fehlschlag

Die russische Großoffensive gegen die Ukraine bezeichnete Stoltenberg als strategisches Desaster für den Kreml. Moskau habe den Donbass bis heute nicht vollständig unter Kontrolle gebracht, während die Ukraine enger denn je an Europa herangerückt sei. Als direkte Folge des Angriffskriegs seien zudem Finnland und Schweden dem westlichen Verteidigungsbündnis beigetreten. "Putin hat also keines seiner strategischen Ziele erreicht, obwohl Russland einen großen Preis zahlt", bilanzierte der Ex-Nato-Chef. Für den Gipfel in Ankara forderte Stoltenberg "maximale Unterstützung" für Kiew. Je umfangreicher die Hilfe ausfalle, desto schneller könne der Konflikt beendet werden – und desto wahrscheinlicher bleibe die Ukraine als unabhängiger demokratischer Staat bestehen. "Ich glaube nicht, dass wir Putin umstimmen können", räumte er ein. "Aber ich glaube, dass wir seine Kalkulation ändern können."

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/fka/news.de/dpa/stg

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