Michelle Obama: Ein Wort genügt - Ex-First-Lady demütigt Trump

Ein kurzer Satz, eine bedeutungsvolle Pause und tosender Applaus: Bei der Eröffnung des Obama Presidential Center setzte Michelle Obama einen Seitenhieb gegen Donald Trump, der saß.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Michelle Obama verteilt bei ihrer Rede einen Seitenhieb auf Donald Trump. (Foto) Suche
Michelle Obama verteilt bei ihrer Rede einen Seitenhieb auf Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jeff Roberson
  • Michelle Obama würdigte Barack Obama bei der Eröffnung seines Präsidentenzentrums in Chicago
  • Mit einer gezielten Bemerkung über den Friedensnobelpreis setzte sie einen Seitenhieb gegen Donald Trump
  • Auch Barack Obama nutzte seine Rede für indirekte Kritik am politischen Kurs der aktuellen Regierung

Bei der feierlichen Eröffnung des Obama Presidential Center in Chicago am Donnerstag (18.06.2026) nutzte Michelle Obama ihre Rede für geschickt platzierte Spitzen gegen Donald Trump. Die 62-Jährige würdigte die "strahlende Brillanz" ihres Mannes und listete dessen Erfolge während seiner acht Jahre im Weißen Haus auf – wobei sie bei einem Punkt besonders verweilte.

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Michelle Obama stichelt gegen Donald Trump

"Du hast die Arbeit des Volkes getan", sagte die ehemalige First Lady. "Die Wirtschaft gerettet, das Gesundheitswesen ausgebaut, einen Krieg beendet, den Einsatz gegen bin Laden angeordnet, eine Autoindustrie gerettet, einen Friedenspreis gewonnen." Bei der Erwähnung des Nobelpreises legte sie eine Pause ein und lächelte, während das Publikum in Jubel ausbrach. Der Friedensnobelpreis, den Barack Obama 2009 für seine Bemühungen um internationale Diplomatie erhielt, gilt als wunder Punkt für Trump und Michelle Obama wusste das offensichtlich genau.

In ihrer Lobrede auf Barack zeichnete Michelle Obama ein Bild ihres Mannes, das kaum deutlicher mit dem aktuellen Amtsinhaber kontrastieren könnte. "Du warst bei jeder Wendung unerschütterlich. Immer fokussiert. Immer ruhig. Immer mit Blick auf das große Ganze", wandte sie sich an den 64-Jährigen. Dann setzte sie nach: "Wie absurd ist allein die Vorstellung, dass du auch nur einmal unter dem Druck eingeknickt wärst, aus Frustration um dich geschlagen oder die Beherrschung verloren hättest." Das Publikum verstand die Anspielung sofort.

Die ehemalige First Lady zählte anschließend die Verdienste ihres Mannes auf – von der Rettung der Wirtschaft über die Gesundheitsreform bis zur Tötung Osama bin Ladens. Als sie den Friedensnobelpreis erwähnte, brandete tosender Applaus auf. Laut Berichten war Hillary Clinton im Publikum lachend zu hören.

Donald Trump ist vom Friedensnobelpreis besessen

Die Erwähnung des Friedensnobelpreises traf einen bekannten Nerv. Trump macht seit Jahren keinen Hehl aus seinem Neid auf Obamas Auszeichnung. "Wenn ich Obama heißen würde, hätte ich den Nobelpreis in zehn Sekunden bekommen", beschwerte er sich bei einer Wahlkampfveranstaltung 2024. "Er hat den Nobelpreis für nichts bekommen. Fürs Gewähltwerden. Aber ich wurde auch gewählt." Der 80-jährige Präsident bemühte sich im vergangenen Jahr intensiv um die Auszeichnung und behauptete wiederholt, acht Kriege "gelöst" zu haben. Das Nobelkomitee entschied sich jedoch für die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. Trump musste sich mit einem "FIFA-Friedenspreis" begnügen – einer Auszeichnung, die der Fußballverband eigens für ihn kreiert hatte.

Obama wirbt für Kooperation statt Dominanz

Auch Barack Obama selbst nutzte die Bühne für eine Botschaft, die als Kritik am aktuellen Kurs der US-Regierung verstanden werden konnte – ohne Trump beim Namen zu nennen. Alle Nationen, auch die Vereinigten Staaten, würden "wohlhabender und sicherer", wenn man auf Zusammenarbeit setze, "anstatt zu dominieren, zu tyrannisieren und jeden Vorteil auszunutzen, nur weil wir es können", erklärte der 64-Jährige. Der frühere Präsident betonte zudem, dass niemand über dem Gesetz stehe. Sein neues Museum thematisiere daher die Bedeutung von Gewaltenteilung, unabhängiger Justiz und freier Presse.

Neben Obama versammelten sich drei weitere ehemalige Staatsoberhäupter in Chicago: der Republikaner George W. Bush sowie die Demokraten Bill Clinton und Joe Biden. "Jeder der heute hier anwesenden Präsidenten, so unterschiedlich wir auch sein mögen, hat sein Bestes gegeben, um für diese Werte einzustehen", sagte Obama über seine Amtsvorgänger.

Netz feiert Michelle Obamas elegante Spitzen

Die Rede der ehemaligen First Lady löste auf der Plattform X eine Welle begeisterter Reaktionen aus. Besonders die Nobelpreis-Passage sorgte für Begeisterung. "Man kann hören, wie Hillary Clinton nach der Nobelpreis-Zeile loslacht... ich liebe es", kommentierte ein Nutzer. Viele Kommentatoren hoben den Stilunterschied zur aktuellen Regierung hervor. "Die Obamas haben mehr Klasse in ihren kleinen Fingern als der gesamte Trump-Stammbaum jemals haben wird", schrieb jemand. Ein anderer Nutzer lobte Michelle Obamas Fähigkeit, "durchdachte, inspirierende Bemerkungen zu halten und dabei beiläufig mit chirurgischer Präzision Seitenhiebe einzustreuen". Auch Trumps Trostpreis blieb nicht unerwähnt: "Trump wirft gerade Ketchup durchs ganze Weiße Haus. Wenigstens hat er einen FIFA-Friedenspreis", spottete ein Kommentator. Die Reaktionen zeigten deutlich, dass Michelle Obamas subtile Botschaft beim Publikum angekommen ist.

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