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Polio in Großbritannien: Erreger gefunden! Breitet sich das Virus jetzt aus?

Londoner Behörden haben im Abwasser Polioviren entdeckt. Sie gehen aber von keiner neuen Gesundheitsgefahr aus. Trotzdem gehen sie davon aus, dass sich die Erreger ausbreiten können. Wie gefährlich wäre ein Ausbruch für den Menschen?

In London wurden Polioviren im Abwasser gefunden. Bild: Adobe Stock/ nobeastsofierce

Jahrhundertelang sorgten Polio-Epidemien für zahlreiche Todesfälle. Nachdem 1957 in Deutschland ein Impfstoff gespritzt werden konnte und später auch als Schluckimpfung (1962) bereit stand, konnte die Ausbreitung eingedämmt werden. Dennoch ist der Erreger immer noch da. In London haben Experten im Abwasser Erreger gefunden. Darüber berichtete der "Guardian".

Poliovirus entdeckt: So hoch ist das Infektionsrisiko aktuell

Bei routinemäßigen Abwasserkontrollen im Norden und Osten der Metropole wurdenerstmals Anzeichen für eine kommunale Übertragung des Poliovirus gefunden. Bereits im Februar 2022 konnten Experten positive Proben in der Kläranlage Beckton in Newham finden, teilte die britische Gesundheitssicherheitsbehörde (UKHSA) mit. Infektionen wurden der Behörde aber nicht gemeldet. Sie geht auch davon aus, dass das Infektionsrisiko aktuell gering ist. Möglicherweise könnte ein Tourist das Virus eingeschleppt haben. Gesichert ist das aber nicht.

"Es kann sich ausbreiten!" Experten geben nach Polio-Fund Entwarnung

Dennoch "kann es sich ausbreiten, insbesondere in Gemeinden, in denen die Durchimpfungsrate niedrig ist", sagte Dr. Vanessa Saliba, beratende Epidemiologin bei der UKHSA. Deshalb plädierte dieUKHSA dafür, den Impfschutz zu überprüfen."In seltenen Fällen kann es bei Menschen, die nicht vollständig geimpft sind, zu Lähmungen führen. Wenn Sie oder Ihr Kind also nicht auf dem neuesten Stand der Polioimpfung sind, sollten Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt wenden, um dies nachzuholen", so die Epidemiologin.

Polio: Auf diese Symptome sollten Sie achten

Jahrhundertelang löste das Poliovirus bei vielen Menschen eine Poliomyelitis aus, die auch als Polio oder Kinderlähmung bekannt ist. Der Name Kinderlähmung bezieht sich darauf, dass hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren betroffen sind. Das Virus greift nach der Infektion das Nervensystem an und führt in schweren Fällen zu Lähmungen oder sogar zum Tod. Das Poliovirus ist sehr ansteckend. Auch Menschen, die nicht erkrankt sind, können ihre Mitmenschen infizieren. Polio wird durch Husten, Niesen und Objekte, die mit Fäkalien kontaminiert sind, übertragen.

Die Symptome einer Poliovirus-Infektion sind eher unspezifisch. Sie ähneln einer Grippeerkrankung. Ein saurer Rachen, Fieber, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen können auf Polio hinweisen. Die Beschwerden halten meistens zehn Tage an und verschwinden dann. In ganz seltenen Fällen leiden Betroffene unter Problemen in den Beinen. Auch das geht meistens innerhalb weniger Wochen oder eines Monats weg. Sollten Sie unter ähnlichen Symptome leiden, lassen Sie diese bei einem Arzt abklären. Sie können auch auf andere Krankheiten hindeuten.

Gibt es eine Therapie gegen Polio?

Gegen Polio gibt es keine Therapie, nur einen Impfstoff. Dieser schützt vor einer Ansteckung. Wer nicht als Kind geimpft wurde kann es immer noch nachholen.

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bos/news.de