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Punker-Mord in Nalbach (Saarland): Pärchen nach Bluttat festgenommen - Zusammenhang mit Kindermord?

Seit einer Woche galt ein Mann (60) aus dem Saarland als vermisst - bis ein 41-Jähriger gestand, den Punker getötet und zerstückelt zu haben. Nun ergeben sich düstere Zusammenhänge mit einem Kindermord.

Im Saarland sind ein 41-Jähriger und seine 50-jährige Partnerin festgenommen wurden, nachdem der Mann den Metzelmord an einem Punker gestand (Symbolbild). Bild: picture alliance/dpa | Carsten Rehder

Eine Woche lang fehlte von einem 60 Jahre alten Mann, der in einer betreuten Wohngruppe im saarländischen Nalbach lebte, jede Spur. Der Alt-Punker, mit Irokesen-Haarschnitt und Punkerkleidung eine auffällige Gestalt, war am 12. November zuletzt lebend gesehen worden. Nun wurde aus dem Vermisstenfall eine Mordermittlung: Der vermisste 60-Jährige ist getötet und zerstückelt worden.

Bluttat im Saarland: Punker (60) von Pärchen nach Streit umgebracht

Die Ermittlungen ins Rollen brachte ein 41-Jähriger, der sich am Freitagabend (19.11.2021) bei der Polizei in Saarlouis stellte und angab, dass er zusammen mit einer Frau den 60-Jährigen aus Nalbach bei einem Streit getötet habe, teilte die Polizei am 20. November mit. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. In seiner Wohnung fanden die Beamten kurz darauf die Leiche des seit einer Woche vermissten 60-Jährigen.

Pärchen tötet Punker im Suff und zerstückelt Leiche von 60-Jährigem

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 41-Jährige das ihm nur flüchtig bekannte Opfer in seine Wohnung eingeladen, wo die beiden mit der Frau Alkohol tranken. Dabei gerieten sie in einen Streit, bei dem der 60-Jährige getötet wurde. Um die Tat zu verdecken, sollen die beiden Tatverdächtigen versucht haben, sich der Leiche zu entledigen. Dafür hätten sie dem Toten die Arme und Beine abgetrennt und diese in einem nahe gelegenen Wald vergraben. Der Torso hingegen lag noch in der Wohnung. Die Suche nach den weiteren sterblichen Überresten laufe noch, erklärte die Polizei.

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Obduktion nach Fund von zerstückelter Punker-Leiche angeordnet

Die beiden Verdächtigen wurden dem Haftrichter vorgeführt und wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen zu weiteren Hintergründen dauern an. Eine Obduktion des Verstorbenen soll zeitnah erfolgen.

Düstere Theorie: Was wusste der getötete Punker über den Missbrauch und Mord an Pascal (5)?

Medienberichten zufolge könnte das Tötungsdelikt an dem 60-Jährigen auf eine Auseinandersetzung zu einem Verbrechen zurückzuführen sein, das 20 Jahre zurückliegt. Damals, im September 2001, verschwand der damals fünfjährige Pascal aus Saarbrücken-Burbach spurlos. Was folgte, waren schauerliche Enthüllungen zum Leben des Jungen, der in Pflegefamilien lebte und abartigste Missbrauchshandlungen über sich ergehen lassen musste, bevor er mutmaßlich ermordet wurde. Als Knotenpunkt des Kindesmissbrauchs wurde die "Tosa-Klause" ausfindig gemacht, ein Trinkstübchen in Burbach. Pascals Leiche wurde nie gefunden, doch im Herbst 2004 kamen mehrere Personen aus dem Umfeld der Tosa-Klause vor Gericht, die Angeklagten wurden jedoch freigesprochen. Offiziell ist der Fall Pascal auch nach zwei Jahrzehnten nicht aufgeklärt.

Der 60-jährige Punker soll nun, so berichtet es der Saarländische Rundfunk, beim Umtrunk mit den späteren Tatverdächtigen erzählt haben, sein eigener Bruder habe vor 20 Jahren den kleinen Pascal ermordet. Infolge dieser düsteren Offenbarung sei ein Streit ausgebrochen, das Paar soll dem SR zufolge gewaltsam versucht haben, den Punker zur Nennung des Mördernamens zu bewegen - mit den bekannten tödlichen Folgen für den 60-Jährigen. Derzeit ist dem SR-Bericht zufolge unklar, ob die Angaben der Tatverdächtigen zu neuen Erkenntnissen im Mordfall Pascal führen.

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loc/news.de/dpa