23.01.2021, 13.21 Uhr

"Blackout-Challenge" mit Todesfolge: Tödliche Mutprobe! Mädchen (10) durch Tiktok-Trend gestorben

Sie wollte wie Millionen anderer Teenager bei angesagten Tiktok-Challenges mitmachen - jetzt ist die kleine Antonella tot. Das zehnjährige Mädchen aus Palermo starb nach einer lebensgefährlichen Mutprobe.

Immer wieder grassieren auf Tiktok verschiedene Challenges - viele davon sind harmlos, doch einige können tödlich enden (Symbolbild). Bild: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Eduardo Parra

Der Tod einer Zehnjährigen - vermutlich infolge einer Internet-Mutprobe bei Tiktok - sorgt in Italien für Trauer und aufgewühlte Debatten.

Tiktok-Challenge mit Todesfolge! Mädchen (10) würgt sich mit Gürtel bewusstlos und stirbt

Die kleine Antonella hatte sich nach Medienberichten in Palermo auf Sizilien zu Hause mit einem Gürtel bewusstlos gewürgt. Nachdem eine Schwester das Mädchen entdeckte, brachte die Familie es ins Krankenhaus. Dort kämpften die Ärzte, mussten aber dann den Hirntod feststellen, wie eine Sprecherin des Hospitals "Di Cristina" am Freitag bestätigte. Eine Datenschutz-Aufsicht forderte Tiktok auf, das Alter der Nutzer stärker zu kontrollieren.

Heftige Kritik an Tiktok nach Tod von Antonella (10) durch "Blackout-Challenge"

Justiz und Jugendschutz nahm Ermittlungen zu den Umständen des Todes auf. Medien schrieben, das Mädchen habe an einer sogenannten Blackout Challenge oder Hanging Challenge auf der Video-App Tiktok teilnehmen wollen. Bei so einer gefährlichen Aktion strangulieren sich Teilnehmer und filmen das mit dem Smartphone. Die Bilder zeigen sie in sozialen Netzwerken. Die Polizei untersuche Antonellas Handy, schrieb die Zeitung "La Repubblica" am Freitag. Den Angaben nach stimmten die Eltern einer Organspende durch ihre Tochter zu.

Tiktok unterstützt Ermittlungen von Polizei und Jugendschutz

Ein Tiktok-Sprecher erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Adnkronos: "Wir stehen für die zuständigen Behörden bereit, um bei den Ermittlungen zu helfen." Das Unternehmen versuche, Aufrufe zu lebensgefährlichem Verhalten zu stoppen.

Der Bürgermeister Palermos, Leoluca Orlando, schrieb auf Facebook, er und vermutlich die ganze Stadt stünden "unter Schock". Eine Debatte über die Beziehungen junger Menschen zum Smartphone und zu sozialen Netzwerken sei überfällig - "besonders in Zeiten der Pandemie, die uns immer stärker in die digitale Kommunikation hinein getrieben hat".

In den Medien forderten Psychologen und Jugendexperten am Freitag, gesetzliche Verschärfungen zum Umgang von Kindern mit Handys und sozialen Netzwerken zu erwägen. Es gibt seit Jahren im Netz und in vielen Ländern "Challenges". Die Herausforderungen sind manchmal lustig, manchmal extrem gefährlich.

Schon gelesen? "TikTok"-Guide für Neulinge: So nutzt man die App richtig

Tiktok in Italien unter Druck nach Tod von Zehnjähriger

Nach dem Tod einer Zehnjährigen vermutlich bei einer Internet-Mutprobe ist die App Tiktok in Italien heftig in die Kritik geraten. Italiens Datenschutz-Aufsicht forderte von dem Unternehmen am Freitagabend die sofortige Sperrung aller Konten, bei denen das Alter der Nutzer nicht mit Sicherheit festgestellt wurde. Tiktok erklärte, man prüfe das Schreiben. "Privatsphäre und Sicherheit haben für TikTok oberste Priorität", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag eine Stellungnahme. Man arbeite am Schutz der Nutzer, besonders der jüngeren.

Da Tiktok - wie ähnliche Netzwerke - die Kontrolle des Nutzeralters aktuell kaum leisten könnte, lasse sich die Anordnung sogar als Komplett-Blockade interpretieren, hieß es in der Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf die Behörde. Eigentlich soll Tiktok erst ab 13 Jahren genutzt werden.

Da im Corona-Teil-Lockdown in Italien die Nutzung sozialer Netzwerke boomt, schlugen die Wogen der Empörung am Samstag weiter hoch. Der Jugend-Psychiater Stefano Vicari aus Rom mahnte, dass es gute Gründe gebe, dass Kinder unter zwölf Handys nicht alleine nutzen sollten. Netzwerke alleine seien nicht an Aggressionen gegen den eigenen Körper Schuld.

Die Plattform Tiktok kommt aus China und ist weltweit erfolgreich. Sie wird von mehreren europäischen Datenschutzbehörden skeptisch beobachtet.

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loc/news.de/dpa

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