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Coronavirus-News am Mittwoch: Regierung zu Schulen und Kitas: Wäre nicht zu verantworten gewesen

Die Neuinfektionen und Todeszahlen bleiben in Deutschland auf hohem Niveau. Bund und Länder zogen mit verschärften Regeln Konsequenzen. Lindner kritisiert das. Söder und Kretschmer kündigten für ihre Länder den Ausfall der Schulferien an. Die aktuellen Coronavirus-News aus Deutschland im Überblick.

Die Corona-News von Mittwoch mit Olaf Scholz. (Im Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht vor der Kabinettssitzung mit Innenminister Horst Seehofer (CSU - l). Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD - M) geht an ihnen vorbei) Bild: picture alliance/dpa/POOL afp | John Macdougall

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Corona-Zahlen am Mittwoch mit Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz und Todesfällen

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 127,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 262,1 und Thüringen mit 244,6. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.808.647 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 06.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 36 537. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.451.000 an.

Sieben-Tage-R-Wert aktuell bei 0,81 in Deutschland

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 0,81 (Montag: 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde. Am Dienstag entschied sich die Regierung daher dazu, die Lockdown-Maßnahmen bis zum 31. Januar zu verlängern und zu verschärfen.

Einen Überblick über die aktuellen Corona-Maßnahmen finden Sie hier

Coronavirus-News aus Deutschland am Mittwoch (06.01.2021) im Überblick

Die aktuellen Geschehnisse rund um die Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier in unserem News-Ticker zur aktuellen Corona-Lage.

+++ Robert Koch-Institut: Mehr als 367 000 Covid-19-Impfungen gemeldet +++

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag um mehr als 45 000 gestiegen. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel damit nun mindestens 367 331 Menschen gespritzt worden. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Mittwoch (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Pro 1000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher 4,4 Menschen gegen die Krankheit geimpft worden.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (11,2), gefolgt von Sachsen-Anhalt (7,8) und Hessen (6,6). Die wenigsten Impfungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden bisher für Thüringen (1,7), Niedersachsen (1,9) und Brandenburg (2,1) gemeldet. In absoluten Zahlen kommt Bayern auf den höchsten Wert von mehr als 82 000 laut RKI.

Die meisten Menschen - mehr als 176 000 - wurden laut RKI-Daten bislang aus beruflichen Gründen geimpft. Dazu gehört medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Unter den Geimpften sind zudem mehr als 150 000 Bewohner von Pflegeheimen. Die Impfungen können derzeit auch wegen hohes Alters und/oder aus medizinischem Anlass geboten sein.

Damit das Mittel viel Schutz bietet, müssen zwei Dosen im Abstand von etwa drei Wochen verabreicht werden. Sobald die zweite Impfung angewendet wurde, werde das ausgewiesen, erläuterte das RKI auf Anfrage.

Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

 

+++ Regierung verteidigt Lockdown-Verlängerung an Schulen und Kitas +++

Die Bundesregierung hat den Bund-Länder-Beschluss zur Verlängerung des Lockdowns auch an Schulen und Kitas bis zum Monatsende verteidigt. Die Schließung von Schulen und Kitas stelle natürlich eine große Herausforderung für die Familien dar, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. "Aufgrund der hohen Infektionszahlen blieb aber keine andere Lösung, als Präsenzpflicht auch für die Schulen für die nächste Zeit aufzuheben. Alles andere wäre mit Blick auf die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern, von Lehrkräften nicht zu verantworten gewesen."

Die Sprecherin erklärte weiter, man müsse in der derzeitigen Lage alles daransetzen, Kontaktmöglichkeiten zu reduzieren, zudem müssten Infektionsketten wieder nachvollziehbar sein. "Deshalb war der gestrige harte Beschluss absolut notwendig."

 

+++ Spahn: "Die Tage des Impfstarts sind Tage der Zuversicht" +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Impfkampagne in Deutschland gegen Kritik verteidigt. "Die Tage des Impfstarts sind Tage der Zuversicht", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Er verstehe, dass viele Menschen Fragen hätten, wenn nicht überall die Dinge gleich so funktionierten wie erhofft. Fehler müssten behoben werden.

 

In mehreren Punkten wies Spahn konkrete Kritikpunkte zurück. So gebe die Bundesregierung sämtliche Daten der Hersteller zu den Impfstoff-Lieferungen umgehend an die Länder weiter. Spahn bekräftigte: "Es wird genug Impfstoff für alle in Deutschland geben." Er betonte: "Wir haben genug, mehr als genug Impfstoff für alle bestellt." Es gebe kein Problem der bestellten Menge. Der Impfstoff sei aber ein knappes Gut.

Wenn nun wie geplant der Hersteller Biontech im kommenden Monat an einem neuen Standort in Marburg die Produktion starte, dann könne das Unternehmen die Impfstoffproduktion massiv ausbauen. "Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen.» Es handele sich um einen Rekord beim Aufbau einer solchen Produktionsstätte. Normalerweise dauere dies ein bis zwei Jahre. "In diesem Fall wären es dann wenige Monate."

Nach der nun erwarteten europäischen Zulassung des zweiten Impfstoffs - dem des US-Herstellers Moderna - solle es die Lieferung der ersten Dosen in Deutschland voraussichtlich in der kommenden Woche geben.

Eine Beratung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch zum Impfen habe der Abstimmung gedient, wie das in der Regierung üblich sei. Thema seien Möglichkeiten einer größeren Impfstoffproduktion gewesen.

Es hatte Spekulationen geben, Spahn werde die Zuständigkeit für das Impfen entzogen. Spahn betonte, dass das Vertrauen zwischen Merkel und ihm auch in der besonderen Krisenlage groß sei - nach dem Motto: "unter Stress vertrauen".

+++ Bayerns Kabinett stimmt verschärftem Lockdown bis Ende Januar zu +++

Erwartungsgemäß hat das bayerische Kabinett den seit Mitte Dezember bestehenden Corona-Lockdown in Bayern bis Ende Januar verlängert und verschärft. Der Ministerrat stimmte am Mittwoch in einer Sondersitzung dem Beschluss von Bund und Ländern vom Vortag zu. "Der Lockdown wird verlängert und an einigen Stellen vertieft", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München.

Damit bleiben in Bayern ab kommendem Montag, 11. Januar, nicht nur weiterhin weite Teile des Handels, der Hotellerie und der Gastronomie geschlossen, sondern trotz Ende der Weihnachtsferien auch Schulen und Kindergärten. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, Kinder privat zu betreuen - allerdings nur in einer festen anderen Kontaktfamilie, wie Söder sagte.

Zudem gilt ab Montag auch für die Menschen in Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Das heißt, sie dürfen sich aus privaten Gründen nur noch maximal 15 Kilometer rund um ihren Wohnort aufhalten - Einkäufe sind davon aber ausgenommen. Dadurch sollen primär touristische Ausflüge verhindert werden. Zudem wurden die Kontaktbeschränkungen verschärft.

Söder berichtete außerdem, dass die in Großbritannien verstärkt aufgetretene, mutierte Form des Coronavirus auch in Bayern nachgewiesen wurde. Das Gesundheitsministerium habe ihn am Vorabend über den Fall einer infizierten Reiserückkehrerin aus Großbritannien informiert. "Dieses mutierte Virus macht große Sorge, weil es aggressiver in der Verbreitung ist", sagte Söder. Das mutierte Virus bedeute in der ohnehin angespannten Situation ein Zusatzrisiko.

+++ Söder: Bayern sagt wegen Corona Faschingsferien im Februar ab +++

In Bayern werden wegen der Corona-Krise die Faschingsferien abgesagt. Die eigentlich vom 15. bis 19. Februar geplante Ferienwoche werde es nicht geben, in der Zeit könne Unterricht nachgeholt werden, der wegen der Pandemie ausgefallen sei, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach einer Sondersitzung des bayerischen Kabinetts in München mit.

+++ Söder wechselt Gesundheitsminister aus - Holetschek für Huml +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zieht im Kampf gegen die Corona-Pandemie personell die Reißleine: Söder löst die bisherige Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ab und ersetzt sie durch deren Staatssekretär und Leiter der Corona-Task-Force Klaus Holetschek (CSU). Holetschek habe sich zuletzt als Macher erwiesen, auch in Zusammenarbeit mit den Kommunen in Bayern, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in München. "Das ist eine souveräne Entscheidung, die mit allen besprochen ist", sagte Söder. Ich glaube, dass die Aufstellung so die beste ist.

Die Bambergerin Huml, selbst Medizinerin, hatte bereits in einigen Phasen des Anti-Corona-Kampfes eine unglückliche Figur gemacht. Im August, als es zu einer schweren Panne bei den von Söder propagierten Corona-Tests für Reiserückkehrer gekommen war und positiv Getestete nicht von ihren Testergebnissen erfahren hatten, hatte es bereits Rücktrittsforderungen gegen Huml gegeben.

Zuletzt hatte es Fragen wegen der schleppend begonnenen Impfkampagne in Bayern gegeben. An einigen Stellen war es zu Problemen beim Transport des Impfstoffs gekommen, Senioren hatten sich darüber beschwert, dass keine Impftermine vereinbart werden konnten.

Söder hatte die Corona-Politik mehr und mehr zur Chefsache gemacht. Huml wird künftig als Ministerin in der Staatskanzlei arbeiten. Söder dankte der 45-Jährigen für ihren Einsatz und ihre Leistung. "Ich schätze die Melanie sehr", sagte Söder.

+++ Lindner: Neue Corona-Beschränkungen führen zu inhumanen Ergebnissen +++

FDP-Chef Christian Lindner hat neuen Corona-Beschränkungen von Bund und Ländern als unverhältnismäßig und nicht dem Gesundheitsschutz dienlich kritisiert. Die beschlossenen Maßnahmen seien nicht praxistauglich und führten teils auch zu inhumanen Ergebnissen, sagte Lindner am Mittwoch zum traditionellen Dreikönigstreffen der Liberalen, das in diesem Jahr von Stuttgart aus digital übertragen wurde und ohne Publikum stattfand.

Wenn man nur eine weitere Person aus einem anderen Haushalt treffen könne, werde Pflege behindert und ein gemeinsamer Besuch der Großeltern unmöglich. Auch im Kampf gegen Corona müsse stets das mildeste Mittel gewählt werden. "Auch der beste Zweck heiligt dabei nicht jedes Mittel", warnte Lindner.

Auch werde das Infektionsrisiko nicht durch die Fahrstrecke in Entfernung zum Wohnort bestimmt, sondern durch den Kontakt mit anderen Menschen. So sehr er die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen sehe, "schießen die Regeln über das Ziel hinaus», sagte Lindner. «Deswegen sollten diese Regeln korrigiert werden."

+++ FDP-Abgeordneter entschuldigt sich für Skiurlaub im Corona-Lockdown +++

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Carl-Julius Cronenberg hat einen Skiurlaub in der Schweiz mitten im deutschen Corona-Lockdown als Fehler gewertet. "Ich verstehe die Kritik an dieser Entscheidung und möchte mich dafür entschuldigen", teilte der 58-Jährige am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Trotz meiner kritischen Haltung gegenüber der Corona-Politik der Großen Koalition hätte ich meine Vorbildfunktion als Bundestagsabgeordneter wahrnehmen müssen", räumte er schriftlich ein.

Zuvor hatte das Nachrichtenportal "Sauerlandkurier.de" über die Reise des Arnsberger Unternehmers und FDP-Abgeordneten berichtet. Demnach hatte Cronenberg über den Jahreswechsel mehrere Tage mit seiner Familie im Schweizer Kanton Wallis verbracht, um dort Ski zu fahren.

Gegenüber dem Online-Portal aus seinem Wahlkreis Hochsauerland hatte Cronenberg seine Entscheidung auch damit begründet, dass er die Lage in seinem Urlaubsort als deutlich risikofreier eingeschätzt habe als etwa die Situation in einigen Sauerländer Schneegebieten.

"Ich selbst habe jahrelang in der Schweiz gelebt und bin beruflich immer wieder dort, so dass ich weiß, wie strikt und konsequent die Hygienekonzepte dort umgesetzt und eingehalten werden. Für den Urlaubsort haben wir uns bewusst entschieden", wurde er zitiert. "Ich war niemand, der in der Vergangenheit geschrien hat: Bleibt zu Hause und schließt alle Hotels", so Cronenberg weiter. Er habe immer für lokale Maßnahmen in Abhängigkeit vom lokalen Infektionsgeschehen plädiert.

Zahlreiche Politiker und Experten hatten angesichts der angespannten Corona-Lage und Entwicklung der Neuinfektionen an die Bevölkerung appelliert, in den Weihnachtsferien auf touristische Reisen zu verzichten.

+++ Technikdebakel bei Erfassung der Impfungen: E-Mails statt modernes RKI-Meldesystem +++

Wie die "Welt" und "Focus" berichten, nutzen die Bundesländer das neue Meldesystem des Robert Koch-Instituts zur Erfassung der Impfungen in Deutschland nicht. Stattdessen setzen die Ämter der Länder auf das Verschicken von E-Mails. Von der Verwendung des eigens für den Impfstart entwickelten RKI-Systems wird abgesehen. Eine Sprecherin des RKI sagte gegenüber "Welt": "Einige Länder warten damit noch auf weitere technische Spezifikationen, die demnächst zur Verfügung stehen sollen."

+++ Bahn reduziert im Lockdown Angebot +++

Mit der Verlängerung des Lockdowns wird das öffentliche Leben weiter heruntergefahren. Auch die Deutsche Bahn verringert nun ihr Angebot. Im Fernverkehr soll es aber beim Grundtakt bleiben.

Die Deutsche Bahn hat angesichts des verschärften Lockdowns angekündigt, ihr Angebot im Fernverkehr zu reduzieren. "Ab dem 7. Januar wird die DB ihren Fahrgästen bis auf weiteres rund 85 Prozent des normalen Sitzplatzangebotes zur Verfügung stellen", teilte der Konzern mit.

Damit werde im Fernverkehr ein Grundtakt aufrechterhalten. "Für alle, die jetzt unterwegs sein müssen, ist damit ein verlässliches Verkehrsangebot mit ausreichend Kapazität für Abstand und Platz an Bord unserer Züge gewährleistet."

Wie schon im Frühjahr und Herbst des vergangenen Jahres werde es Anpassungen im Angebot geben, so die Bahn. So würden Verstärker-Züge sowie der internationale Verkehr in Absprache mit den europäischen Partnerbahnen reduziert und teils statt zwei Zugteilen nur noch eines eingesetzt.

Bund und Länder hatten sich zuvor bei ihren Beratungen verständigt, den Lockdown in Deutschland bis Ende Januar zu verlängern und die Kontaktbeschränkungen noch zu verschärfen. Zudem soll die Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots begrenzt werden.

Auch für Fahrgäste im Regionalverkehr wie Pendler kommen Änderungen zu. Die regionalen Verkehrsunternehmen wollen das volle Bahn- und Busangebot aber zumindest in den Stoßzeiten aufrechterhalten. Dies soll vor allem für diejenigen geschehen, "die mobil sein und zwingend zur Arbeit müssen", teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, mit.

+++ Komiker Michael Mittermeier über zweiten Lockdown: "Ich war leer" +++

Die Corona-Krise hat auch dem Comedian Michael Mittermeier nach eigenen Worten mitunter schwer zu schaffen gemacht. "Jetzt beim zweiten Lockdown hatte ich zwei Tage, da war ich deprimiert und nicht ansprechbar", sagte der 54-Jährige dem Magazin "Bunte". "Das ging so tief, dass nicht mal mehr Tränen da waren. Ich war leer."

Er habe sich dann aber erholt, sagte der Kabarettist aus Dorfen in Oberbayern. "Mir wurde klar: Corona mag die Welt bestimmen, aber Corona wird nicht mein Herz bestimmen". Auch seine Frau Gudrun sei ihm eine Stütze gewesen. "Gudrun und ich funktionieren in Krisen sehr gut zusammen. In unseren dunkelsten Stunden sind wir immer zusammengerutscht", so Mittermeier. Mittermeier und die Sängerin haben eine gemeinsame Tochter.

+++ Scholz zu Corona-Kosten: "Wir können das lange durchhalten" +++

Deutschland kann sich aus Sicht von Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie finanziell leisten. "Wir können das lange durchhalten, wir haben Vorsorge getroffen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Es gebe "keinen ganz kompletten Stillstand", in Fabriken und vielen Büros werde gearbeitet, sagte Scholz. Deutschland habe gut gewirtschaftet.

Weil Deutschland Ende des vorletzten Jahres unter 60 Prozent Staatsverschuldung gehabt habe, könne man nun Kredite aufnehmen, erklärte Scholz. Nach der Finanzkrise habe die Verschuldung bei mehr als 80 Prozent gelegen. Nun werde man nach gegenwärtigen Berechnungen "selbst wenn es sehr schlimm kommt" nicht "weit" über 70 und "auch schnell wieder runter" kommen.

+++ Thüringen und Sachsen ziehen Winterferien vor +++

Thüringen und Sachsen werden wegen der Corona-Pandemie die Winterferien vorziehen - und in Sachsen werden sie auf eine Woche gekürzt. Das haben Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstagabend mitgeteilt.

Thüringen zieht seine Winterferien von Februar auf die letzte Januarwoche vor. Statt wie geplant am 8. Februar sollen sie bereits am 25. Januar beginnen. Damit fallen die Ferien in die Zeit des verlängerten Lockdowns, in dem es keinen Präsenzunterricht geben soll. In Sachsen wird eine der normalerweise zwei Ferienwochen auf die erste Februarwoche vorgezogen werden. Sie soll als "Verschnaufpause" für Schüler, Eltern und Lehrer dienen, erklärte Piwarz. Die zweite Ferienwoche soll dann in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden.

+++ Gemeindebund: Eingeschränkter Bewegungsradius nicht kontrollierbar +++

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund zweifelt an der Umsetzbarkeit des eingeschränkten Bewegungsradius für Menschen aus Corona-Hotspots. "Klar ist, dass in Gebieten mit sehr hohen Inzidenzen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Ein solch eingeschränkter Bewegungsradius sei allerdings kaum kontrollierbar und es sei fraglich, ob er letztlich durch die vielen Ausnahmen Wirkung entfalten werde, sagte Landsberg.

Generell halte der Städte- und Gemeindebund die Verlängerung des Lockdowns für eine richtige Entscheidung, sagte Landsberg. "Das ist für die Menschen und die Wirtschaft zwar hart, aber im Hinblick auf die nach wie vor viel zu hohen Infektionszahlen und die starke Beanspruchung des Gesundheitswesens leider unvermeidbar", sagte er.

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+++ WHO-Chef zeichnet düstere Corona-Lage und mahnt zu Solidarität +++

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation hat zum Auftakt des neuen Jahres ein düsteres Bild in der Corona-Krise gezeichnet. "Die Fallzahlen sind in einigen Ländern so hoch, dass die Auslastung von Krankenhäusern und Intensivstationen ein gefährliches Niveau erreicht", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. "Die neuen Mutationen, die noch ansteckender sind, verschlimmern die Lage weiter." Kontakte müssten so weit wie möglich reduziert und Menschen in Quarantäne unterstützt werden. Er appellierte an die Länder, mehr Corona-Tests zu machen und Virusproben zu analysieren, um zu sehen, ob Infizierte die neuen Virusvarianten in sich tragen.

Tedros appellierte an die reicheren Länder, die sich Impfstoff gesichert haben, solidarisch zu sein. "Es ist im Eigeninteresse der Länder, Impf-Nationalismus eine Absage zu erteilen", sagte Tedros. "Im moralischen, wirtschaftlichen, sozialen Interesse und im Interesse der globalen Sicherheit müssen wir gemeinsam handeln, um eine gerechte Verteilung (des Impfstoffs) zu erreichen."

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sba/news.de/dpa