06.01.2021, 08.41 Uhr

Coronavirus News: Wie zerrüttet das Verhältnis von Spahn und Merkel wirklich sein soll

Obwohl Kanzlerin Angela Merkel Bundesgesundheitsminister Jens Spahn öffentlich lobt und ihm das Vertrauen ausspricht, soll es um das Miteinander der beiden nicht gut bestellt sein. Berichtet wird von einem "zerrütteten Verhältnis".

Wie ist es um das Verhältnis von Angela Merkel und Jens Spahn bestellt? Bild: dpa

Die Impfstoff-Debatte befördert hierzulande auch eine andere Frage wieder an die Oberfläche: Wie ist es um das Verhältnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bestellt? Zuletzt hatte es Kritik unter anderem des Koalitionspartners SPD an Gesundheitsminister Jens Spahn wegen dessen Impfkurs gegeben. Dies wies Merkel offiziell zurück. "Jens Spahn macht einen prima Job jetzt in den gesamten Tagen", sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach Video-Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage. Die Frage, ob er noch ihr Vertrauen genieße, stelle sich nicht. Sie sei froh, dass er so aktiv sei.

Coronavirus aktuell: Merkel "entmachtet" Spahn wegen Impf-Desaster

Man könnte also meinen, es sei alles bestens innerhalb der CDU und innerhalb der Bundesregierung. Die "Bild"-Zeitung spricht dennoch von einer "Entmachtung" Spahns. Der Grund sei das Einsetzen einer Impf-Arbeitsgruppe, der neben Spahn, Finanzminister Olaf Scholz und Bildungsministerin Anja Karliczek auch die Merkel-Vertrauten Peter Altmaier (Wirtschaftsminister) undHelge Braun (Kanzleramtsminister) angehören. Es sei laut "Bild" eine "Machtdemonstration auf offener Bühne", die die Merkel-Botschaft:"Impfstoff ist jetzt Chefsache. Und die Chefin bin ich!", beinhalten würde.

Wollte Spahn Angela Merkel die Schuld am Impf-Debakel zuschieben?

Vorausgegangen waren Berichte des Blattes darüber, dass die Kanzler bereits im vergangenen Sommer einen nationalen Sonderweg Deutschlands beim Thema Impfen abgebügelt haben soll und die Eigeninitiative von Spahn auf eine EU-Kommission übertragen haben. Spahn habe laut "Bild"-Informationen "verärgert" auf die "Intervention des Kanzleramts reagiert" und zugleich "vor massiven Verzögerungen bei der Impfstoff-Bestellung" gewarnt. Als danach ein "Entschuldigungsbrief" in der "Bild" auftaucht, den Spahn und drei weitere Gesundheitsminister an die EU verfassen sollen, sei Merkels Lesart: "Spahn stehe wegen der Versagens-Vorwürfe unter Druck und lässt jetzt Informationen in Umlauf bringen, die der Kanzlerin die Schuld am Impf-Desaster zuschieben sollen."

Jens Spahn und Angela Merkel: Wie "zerrüttet" ihr Verhältnis angeblich wirklich ist

Um die mutmaßlichen Gräben zwischen Angela Merkel und Jens Spahn weiter aufzuzeigen, blickt die "Bild" anschließend gleich mehrere Jahre zurück. Ein angeblich "zerrüttetes Verhältnis" entsteht eben nicht über Nacht. Am Beginn würde dabei Spahns Kandidatur für das CDU-Präsidium im Jahr 2014 stehen - angeblich gegen den Willen der Kanzlerin. Spahn triumphiert und verdrängt den Merkel-Vertrauten Hermann Gröhe aus der Parteispitze.

2015 legt Spahn mit seinem Buch "Ins Offene" den Finger in die Wunde von Merkels Migrationspolitik. Von "Veränderungen in unserem Land" sei darin die Rede, schreibt die "Bild". 2018 habe Spahn dem Blatt zufolge seine Berufung als Gesundheitsminister ins Kabinett erzwungen. Um eine Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz zu vermeiden, soll Merkel Spahn schließlich zum Bundesgesundheitsminister gemacht haben.

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rut/sba/news.de/dpa