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Coronavirus-News aktuell: Virologe sicher - Todesfälle in Deutschland werden ansteigen

Weltweit sind bereits weit mehr als 300.000 Menschen an dem neuen Coronavirus erkrankt, Tausende gestorben. Welche Auswirkungen das Virus künftig auf Deutschland haben wird, darüber sprachen nun anerkannte Virologen.

Das Coronavirus hält Deutschland weiter in Atem. Bild: Adobe Stock/Jezper

In Zeiten von Corona zählen Ärzte, Mediziner und Virologen aktuell zu unseren wichtigsten Waffen im Kampf gegen Covid-19. Tagtäglich beantworten sie uns neue Fragen zum Coronavirus. Doch nicht immer sind die Antworten positiv. Im Gespräch mit "Bild" erklärte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit jetzt, warum die Sterberate in Deutschland trotz zahlreicher Maßnahmen noch weiter steigen wird.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland im News-Ticker

Coronavirus-Virologe sicher: Sterberate in Deutschland wird steigen

Insgesamt fielen in Deutschland 84 Menschen dem Virus zum Opfer. (Stand: 22.03.2020) Bei über 22.000 Infizierten liegt die Sterberate in Deutschland den Experten zufolge aktuell bei etwa 0,3 Prozent. Das ist im internationalen Vergleich zwar sehr gering, dennoch warnt der Experte vor einer vorzeitigen Entwarnung: "In Ländern, in denen das Gesundheitssystem dramatisch überlastet ist wie in Italien, gibt es viel höhere Sterberaten. Außerdem ist bei uns bislang der allergrößte Teil der Infizierten unter 60 Jahre alt. Sobald sich das ändert, wird leider auch die Sterberate steigen."

Bislang gehen Mediziner davon aus, dass sich die Rate - sollten die Krankenhäuser nicht überlastet sein - knapp einem Prozent annähern wird.

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Corona-Experten warnen: Immer mehr junge Patienten in den Kliniken

Auch weisen die Experten noch einmal ausdrücklich daraufhin, dass das Virus auch für jüngere Menschen zu einer tödlichen Gefahr werden kann. Dass das Coronavirus auch junge Menschen töten kann, machte jüngst ein Fall in Polen deutlich. Dort verstarb eine erst 27-jährige Frau an den Folgen von Covid-19. Und auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle, bei denen auch junge Infizierte im Krankenhaus behandelt werden müssen. Nach Angaben von Clemens Wendtner (54), Chefarzt der Infektiologie in der Münchner Klinik Schwabing, seien die jüngsten Corona-Patienten in seiner Klinik Anfang 20. "Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation.", zitiert "Bild" den Mediziner.

Kampf gegen Covid-19: Mediziner halten Eindämmungsmaßnahmen bis 2021 als wahrscheinlich

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, könnten die drastischen Corona-Maßnahmen noch einige Monate andauern. Das zumindest erwartet die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), das sind die Experten für Berechnungen, wie sich Infektionskrankheiten ausbreiten. Ohne derartige Maßnahmen würde das Virus sonst bis zum Sommer 50 bis 70 Prozent der Bevölkerung infizieren. Epidemiologen der Uni Basel gingen dabei sogar noch einen Schritt weiter. Ihren Untersuchungen zufolge müssten die Eindämmungsmaßnahmen wahrscheinlich sogar bis ins Jahr 2021 gelten, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

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sba/news.de