Polizei-News Lüneburg, 17.03.26: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 für die Polizeidirektion Lüneburg

Ein Fall von Cyberkriminalität wurde aktuell von der Polizei in Lüneburg gemeldet. Alle bekannten Details zum Fall.

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Die Polizei meldete einen Mord (Symbolbild). (Foto) Suche
Die Polizei meldete einen Mord (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Sebastian Gollnow

Weiter hohe Aufklärungsquote über Landeswert in der

Aufklärungsquote erneut gestiegen

Die Polizei im Nordosten Niedersachsens konnte die Aufklärungsquote aller erfassten Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion (PD) Lüneburg weiter steigern (2025: 64,61% / 2024: 64,33%).Die Aufklärungsquote liegt damit niedersachsenweit an dritthöchster Stelle und um 1,89%-Punkte über dem durchschnittlichen Wert auf Landesebene (62,72%).

Gesamt-Fallzahl gesunken

Im Zuständigkeitsbereich der PD Lüneburg, der sich auf die Landkreise Celle, Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme), Stade und Uelzen erstreckt, sind für das Jahr 2025 72.402 Straftaten statistisch erfasst. Dies bedeutet eine Abnahme von 6.814 Taten (-8,60%) im Vergleich zu 2024. Die Entwicklung liegt deutlich über dem rückläufigen landesweiten Trend (-4,28%).In der Langzeitbetrachtung ist erkennbar, dass sich die Fallzahlen für das Jahr 2025 unterhalb (-4,90%) des zehnjährigen Mittelwertes (76.133 Taten) befinden und den zweitniedrigsten Wert seit 30 Jahren darstellen.Im Vergleich zu 2024 sind Anstiege zum Beispiel bei den Straftaten gegen das Leben, bei den Raubtaten und den Diebstählen von Kfz zu erkennen. Alle anderen Delikte sind rückläufig.

Polizeipräsidentin Kathrin Schuol dazu: "Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg leben weiterhin in einer der sichersten Regionen Niedersachsens. Besonders erfreulich ist, dass die Gesamtzahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr rückläufig war. Zugleich ist es uns gelungen, unsere Aufklärungsquote erneut zu steigern. Mit rund 65 Prozent belegen wir landesweit einen Spitzenplatz und liegen deutlich über dem Durchschnitt in Niedersachsen.Diese Entwicklung verstehen wir als Bestätigung unserer Arbeit, jedoch keineswegs als Anlass, uns zurückzulehnen. Auch bei sinkenden Fallzahlen bleibt unser Anspruch unverändert hoch. Sicherheit ist kein Selbstläufer. Deshalb investieren wir weiterhin konsequent in Prävention, stärken die frühzeitige Erkennung neuer kriminalistischer Phänomene und legen besonderes Augenmerk auf das rasche Erkennen und konsequente Verfolgen von Serientaten.Dass uns dies gelingt, ist der Verdienst unserer Mitarbeitenden. Mit Professionalität, Ausdauer und einem klaren Blick für das Wesentliche leisten sie tagtäglich einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit in unserer Region."

Tatverdächtige

Zu den 2025 bekannt gewordenen 72.402 Straftaten konnten insgesamt 33.136 Tatverdächtige ermittelt werden. Altersmäßig verteilt sich diese Zahl auf 25.850 Erwachsene, 2.430 Heranwachsende, 3.099 Jugendliche und 1.757 Kinder. Die Anzahl der tatverdächtigen Kinder hat im Vergleich zum Vorjahr etwas zugenommen, sowohl absolut als auch prozentual.23.226 Tatverdächtige, also rund 70,09% der Gesamtzahl, besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. 9.910 nichtdeutsche Staatsangehörige wurden als Tatverdächtige registriert.Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Anteil kindlicher Straftäter/innen leicht gestiegen

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen im Kindes- und Jugendalter ist auf 4.856 (2024: 5.145) gesunken. Der Anteil der jugendlicher Tatverdächtiger an der Gesamtzahl ist auf 9,35 Prozent gesunken (2024: 10,03%). Der Anteil tatverdächtiger Kinder ist dabei von 4,69 Prozent auf 5,30 Prozent gestiegen. Die größten Fallzahlen sind in den für Kinder- und Jugenddelinquenz typischen Bereichen Ladendiebstahl, einfache Körperverletzung, Bedrohungen, Sachbeschädigung aber auch in der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte zu verzeichnen.

Häufigkeitszahl unter dem niedersachsenweiten Wert

Im Berichtsjahr 2025 sind in der Polizeidirektion Lüneburg 21.386 (2024: 22.568) Personen Opfer einer Straftat geworden. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der abnehmenden Zahl registrierter Straftaten.Die Häufigkeitszahl, die angibt, wie wahrscheinlich es ist, Geschädigter oder Opfer einer Straftat zu werden, beträgt in der Polizeidirektion Lüneburg im aktuellen Berichtsjahr 5.697 pro 100.000 Einwohner und liegt somit - wie auch in den vorherigen Jahren - unter dem niedersachsenweiten Wert von 6.329.

Diebstahlsdelikte und Wohnungseinbruchdiebstähle gestiegen

Die zahlenmäßig größte Deliktsgruppe, die Diebstahlsdelikte, hat einen Rückgang der Taten zu verzeichnen. Während es im Jahr 2024 insgesamt 25.822 Taten gab, sind im Jahr 2025 23.038 Taten zu verzeichnen, was einem Rückgang von -10,78% entspricht. Die Aufklärungsquote ist nahezu gleichbleibend bei 36,01 (2024. 36,12%).Bei den Ladendiebstählen haben die Fallzahlen um -12,04% auf insgesamt 4.216 Taten abgenommen.Der Rückgang der Fahrraddiebstähle um -25,09% ist erfreulich.Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle ist im Vergleich zu 2024 (1.410) um 28 Fälle auf 1.438 gestiegen - das bedeutet einen Anstieg von 1,99%. Die erfassten 1.438 Taten liegen aber noch deutlich unter dem zehnjährigen Mittelwert von 1.715 Taten.Die Aufklärungsquote liegt in diesem sehr ermittlungsintensiven Deliktsfeld bei 20,79% (2023 20,14%) und somit über dem Landesdurchschnitt von 18,00%.Durch die Taten wurden Werte in Höhe von ca. 3,8 Millionen Euro erlangt.

Die Polizei empfiehlt weiterhin Wohnungs- und Eingangstüren immer abzuschließen und nicht nur zuzuziehen. Ferner sollten auch bei kurzer Abwesenheit Fenster, Balkon- und Terrassentüren geschlossen werden. Wohnungs- und Haustürschlüssel nicht draußen verstecken, sondern bei einer Vertrauensperson hinterlegen. Besonders im ländlichen Raum sollte auch tagsüber auf den Verschluss von Hof- und Haustüren geachtet werden. Steighilfen, wie Leitern sollten nicht zugänglich für jedermann stehen gelassen werden. Wertsachen oder Hinweise auf deren Aufenthalt sollten Bewohner nicht offen im Haus lagern.

Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen

Die Taten im Bereich "Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen" sind im Vergleich zu 2024 mit 3.186 auf 2.756 um 13,50% gesunken. Dennoch sind Firmentransporter mit hochwertigen Gerätschaften/Werkzeugen im Fokus der Täterschaft und auch immer wieder sind achtlos im PKW zurückgelassene Wertgegenstände begehrt.Die Aufklärungsquote liegt bei 24,46 % und ist somit im Vergleich zum Vorjahr (2024: 17,48%) stark gestiegen.

Cybercrime/Internetkriminalität

Die Straftaten mit dem "Tatmittel Internet" sind im Vergleich zu 2024 (4.514) um -15,77% auf 3.802 Fälle gesunken. Dies betrifft auch den Bereich "Verbreitung kinderpornografischer Inhalte", bei der "Verbreitung jugendpornografischer Inhalte" gab es hingegen einen Anstieg der Fallzahlen.Beim Waren- und Warenkreditbetrug gab es hingegen ansteigende Fallzahlen (+22,13%).Insgesamt sind die Straftaten bei Cybercrime/Internetkriminalität gegen den Trend angestiegen. Während es im Jahr 2024 noch 1.159 Fälle waren, sind es für 2025 1.345 Fälle.Im Hinblick auf Hasskriminalität im Internet sind in den vergangenen Jahren weiterhin diverse Informations- und Präventionskampagnen durchgeführt worden, die ein vermehrtes Anzeigeverhalten der Opfer zur Folge hatten. Die öffentliche Wahrnehmung und die konsequentere strafrechtliche Verfolgung der entsprechenden Straftatbestände sind als weiterer Grund für gestiegene Fallzahlen anzusehen. So kann zum Beispiel auch der Anstieg bei den Beleidigungen über das Internet erklärt werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Im Jahr 2025 gab es im Vergleich zu 2024 eine allgemeine Abnahme der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 7,82 Prozent auf nunmehr 11.366 Fälle.Betrug und Erschleichen von Leistungen verringerten sich um 9,19 Prozent, während Veruntreuungen um 6,38 Prozent und Unterschlagungen um 6,12 Prozent zurückgingen.Auch die Urkundenfälschung sank um 5,73 Prozent.Einzig die Geld- und Wertzeichenfälschung sowie die Fälschung von Zahlungskarten und anderen Zahlungsinstrumenten verzeichneten einen Anstieg um 68,57 Prozent.Maßgeblich ist hier der Anstieg beim Falschgeld auf 163 Fälle.Insolvenzstraftaten gingen um 28,57 Prozent zurück.Die Schäden haben sich unterschiedlich entwickelt:Während der Schaden bei den Veruntreuungen um über 40 Mio. Euro auf ca. 5,7 Mio. Euro zurückgegangen ist (Einmaleffekt aus Corona-Testzentren), steigen Unterschlagungen um fast 1 Mio. Euro auf ca. 6,3 Mio. Euro an.Die Aufklärungsquote in der HG 5 "Vermögens- und Fälschungsdelikte" steigt auf 72,87 % (71,11%).

Phänomenbetrachtung "Falsche Polizeibeamte"

Bei der Betrachtung des Phänomenbereiches falscher Polizeibeamter bzw. falscher Amtsträger ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen (von 109 auf 179 Taten). Die Gesamtfallzahl beim Callcenter-Betrug stieg insgesamt von 149 auf 214 Fälle. 95 (2024: 79) Taten wurden dabei vollendet. Dies zeigt, wie flexibel die Täterschaft ihr Tatgeschehen zum Beispiel auf die Präventionsarbeit anpasst.Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass vor allem in diesem Deliktsfeld eine gewisse "Tatort-Problematik" besteht, da die Tatorte häufig nicht in Deutschland sind und somit nicht wirksam für die Polizeiliche Kriminalstatistik sind.

Sexualdelikte

Bei den Sexualdelikten ist im Vergleich der Jahre 2024 und 2025 ein deutlicher Rückgang von 2.525 auf 2.237 Fälle zu verzeichnen, was einer Abnahme um 288 Fälle beziehungsweise 11,41 Prozent entspricht. Während einzelne Deliktsbereiche wie sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff sowie insbesondere der sexuelle Missbrauch von Jugendlichen Zuwächse verzeichneten, gingen andere Kategorien, darunter sexuelle Belästigung, die Verbreitung pornographischer Inhalte und Zuhälterei, zurück. Die Zahl der Vergewaltigungen bleibt mit 270 Fällen auf einem gleichbleibend hohen Niveau, wobei lediglich 15 Taten als Versuch eingestuft wurden. Exhibitionistische Handlungen und die Erregung öffentlichen Ärgernisses, Delikte mit hoher öffentlicher Wahrnehmung, nahmen um 15,38 Prozent auf nunmehr 110 Fälle ab. Sexualdelikte führen regelmäßig zu erheblichen Belastungen der Betroffenen, weshalb jeder feststellbare Rückgang besondere Bedeutung hat. Die Aufklärungsquote der Hauptgruppe 1 Sexualdelikte liegt im Jahr 2025 bei 91,55 Prozent (Vorjahr: 91,80 Prozent) und ist damit leicht rückläufig, aber immer noch sehr hoch.

Rohheitsdelikte

Bei den Rohheitsdelikten ist ein Rückgang um 818 Taten auf 15.144 im Vergleich zu 2024 (15.962) zu verzeichnen. Der Rückgang ergibt sich insbesondere aus den Körperverletzungen und den Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Im Bereich der Raubdelikte ist hingegen eine Zunahme zu verzeichnen. Die Fallzahlen stiegen von 530 Taten im Jahr 2024 auf 559 Fälle im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg um 5,47 Prozent.Die Aufklärungsquote im Bereich der Rohheitsdelikte liegt bei 90,84% (2024: 90,68%).

Straftaten im Schulkontext

In der PD Lüneburg kam es im Jahr 2025 zu 955 Straftaten im Schulkontext. Dies entspricht einer Zunahme von neun Straftaten im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Delikten handelt es sich vorrangig um Körperverletzungen, Diebstähle, Bedrohungen, Beleidigungen und Sachbeschädigungen.Die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sind mit 475 Fällen unverändert zum Vorjahr. Es hat eine Verschiebung in den Untergruppen stattgefunden.Leichte Körperverletzungen waren rückläufig, während die gefährlichen Körperverletzungen leicht angestiegen sind. Ebenso sind Bedrohungen und Nachstellungen leicht angestiegen.Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind insgesamt rückläufig gewesen.In acht Fällen kam es zu dem Phänomen "Messerangriff" im Schulkontext. Dabei handelte es sich um sechs Bedrohungen, einen Raub und eine gefährliche Körperverletzung.

Häusliche Gewalt nimmt im Vergleich zum Vorjahr leicht ab

Im Berichtsjahr 2025 registrierte die Polizeidirektion Lüneburg insgesamt 4.868 Fälle häuslicher Gewalt (Vorjahr: 4.945). Damit ist ein leichter Rückgang festzustellen. Erfasst werden in diesem Zusammenhang familiäre Gewalt, partnerschaftliche Gewalt sowie sogenannte niederschwellige Massendelikte.Von den 4.868 Straftaten entfielen 1.520 Fälle auf familiäre Gewalt. Den Schwerpunkt bildeten hierbei mit 1.417 Fällen Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Im Bereich der partnerschaftlichen Gewalt wurden 2.841 Straftaten verzeichnet, überwiegend ebenfalls Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (2.692 Fälle) sowie 142 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Die niederschwelligen Massendelikte umfassten 614 Straftaten, darunter 402 sonstige Straftatbestände sowie 107 Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze.Insgesamt betrifft der überwiegende Teil der Taten die Hauptgruppe der Rohheitsdelikte. Hier wurden 4.002 Fälle registriert (Vorjahr: 4.080).Von den erfassten Fällen waren in 3.233 Fällen Frauen betroffen (Vorjahr: 3.021), 1.440 Opfer waren männlich. Besonders deutlich zeigt sich die geschlechtsspezifische Betroffenheit im Bereich der Sexualdelikte: Hier waren 226 Opfer weiblich und 19 männlich. Bei den Tatverdächtigen wurden 1.102 Frauen und 3.803 Männer erfasst (neun Personen ohne Erfassung); 206 Tatverdächtige verfügten über einen Flüchtlingsstatus. Die Zahlen bewegen sich insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr und sind leicht rückläufig.Hinsichtlich der Verletzungsfolgen wurden zwei Personen getötet (Vorjahr: vier), 19 schwer und 2.072 leicht verletzt. Bei der Altersstruktur der Opfer überwiegen mit 3.820 Fällen Heranwachsende und Erwachsene, zugleich waren jedoch auch 853 Kinder und Jugendliche betroffen.

Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte und Rettungskräfte weiterhin auf hohem Niveau

Im Berichtsjahr 2025 kam es in 507 Fällen (Vorjahr: 631) zu Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte. Damit ist ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen festzustellen. Insgesamt wurden 1.303 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte Opfer entsprechender Taten (Vorjahr: 1.475), davon 871 männliche und 432 weibliche Einsatzkräfte. 213 Beamtinnen und Beamte wurden leicht verletzt (Vorjahr: 199). Trotz sinkender Fallzahlen ist damit ein Anstieg bei den Verletzten zu verzeichnenDie Gewalt ereignete sich - wie bereits in den Vorjahren - insbesondere im Zusammenhang mit Maßnahmen der Identitätsfeststellung, Sachverhaltsklärung sowie bei Festnahmen und Ingewahrsamnahmen.Unter den gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte gerichteten Straftaten befanden sich zwei versuchte Tötungsdelikte. In einem Fall wurde ein Beamter mit einem Teleskopschlagstock angegriffen, in einem weiteren Fall fuhr ein Täter mit einem Pkw gezielt auf eine Beamtin zu. Darüber hinaus wurden unter anderem zwei Raubdelikte, sieben gefährliche Körperverletzungen, vier Nötigungen, 32 Bedrohungen, 250 Widerstandshandlungen sowie 210 tätliche Angriffe registriert.Neben der Polizei sind auch weitere Einsatzkräfte betroffen: Bei sonstigen Rettungskräften wurden 43 Gewaltdelikte erfasst, darunter drei gefährliche und fünf einfache Körperverletzungen, eine Nötigung, neun Bedrohungen, sechs Widerstandshandlungen sowie 19 tätliche Angriffe. Bei Angehörigen der Feuerwehr wurden fünf Gewalttaten registriert, darunter zwei Nötigungen, eine Bedrohung, eine Widerstandshandlung und ein tätlicher Angriff.Insgesamt wurden 1.303 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte, 72 sonstige Rettungskräfte (Vorjahr: 72) sowie 10 Feuerwehrangehörige (Vorjahr: 18) als Opfer gezählt.

Polizeipräsidentin Kathrin Schuol dazu: "Die weiterhin hohe Zahl an Gewalttaten, denen unsere Kolleginnen und Kollegen im Dienst ausgesetzt sind, erfüllt mich, wie bereits in den vergangenen Jahren, mit größter Sorge. Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sowie Rettungskräfte leisten tagtäglich einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft: Sie helfen Menschen in Not, schützen unsere Demokratie und wahren die Rechte jedes Einzelnen. Dafür verdienen sie nicht nur unseren Respekt, sondern auch echten Schutz und Sicherheit bei der Ausübung ihrer Tätigkeit.Jeder tätliche Angriff auf eine Polizeibeamtin oder einen Polizeibeamten ist nicht nur ein Angriff auf die betroffene Person, sondern zugleich ein Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Gewalt gegen Einsatzkräfte darf in einem Rechtsstaat keinen Platz haben und muss klar geächtet werden. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen, mit den Gewerkschaften und den Berufsverbänden, um wirkungsvolle Maßnahmen zu erarbeiten, die sowohl Schutz verbessern als auch klare Signale setzen: Wir verurteilen solche Angriffe aufs Schärfste und verfolgen sie strafrechtlich konsequent. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass gesellschaftlich wieder ein stärkerer Respekt gegenüber jenen entsteht, die ihren Dienst zum Schutz aller leisten."

Einsatz von Stichwaffen - Phänomen "Messerangriff"

Im Zuständigkeitsbereich der PD Lüneburg ist die Zahl der Straftaten, bei denen eine Stichwaffe eingesetzt wurde, im Jahr 2025 rückläufig. Insgesamt wurden 465 solcher Straftaten registriert, was einem Rückgang von 38 Fällen gegenüber 2024 entspricht. Von diesen Delikten entfielen zwölf auf Straftaten gegen das Leben, eine auf eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 449 auf Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie drei auf sonstige Straftatbestände. In allen Fällen kam ausschließlich ein Messer zum Einsatz; andere Stichwaffen wie Säbel, Schwerter, Bajonette oder Dolche spielten keine Rolle.Bei der Betrachtung einzelner Deliktsbereiche zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die Gesamtzahlen rückläufig sind, ist der Messereinsatz im Bereich Raub deutlich gestiegen. Bei klassischen Raubtaten wurde im Jahr 2025 insgesamt 78-mal ein Messer eingesetzt, im Vorjahr waren es 61 Fälle - eine Steigerung von nahezu 30 Prozent. Im Kontext häuslicher Gewalt kam es 2025 in 91 Fällen zum Einsatz eines Messers, leicht steigend gegenüber 77 Fällen im Jahr 2024 und 82 Fällen im Jahr 2023. Der Messereinsatz durch Personen mit Flüchtlingsstatus ist rückläufig und sank von 60 auf 49 Fälle. Auch bei der Auswertung nach weiteren Erfassungsmerkmalen zeigt sich insgesamt ein rückläufiger Trend.

Polizeipräsidentin Kathrin Schuol dazu: "Die Zahl der Straftaten, bei denen Messer zum Einsatz kommen, bleibt auch im Jahr 2025 auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Jeder Einsatz einer Stichwaffe verdeutlicht die erhebliche Gefährdung für die betroffenen Personen und unterstreicht die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen, Aufklärung und konsequenter polizeilicher Ermittlungsarbeit. Messerangriffe sind kein isoliertes Phänomen, sie spiegeln gesellschaftliche Spannungen wider und erfordern ein konsequentes, koordiniertes Handeln von Polizei und Präventionspartnern."

Fazit von Polizeipräsidentin Kathrin Schuol:

"Die insgesamt gesunkene Zahl der registrierten Straftaten ist ein ermutigendes Zeichen und Ausdruck der wirksamen Arbeit unserer Polizei sowie vielfältiger präventiver Maßnahmen. Gleichzeitig beeinflussen gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Mobilität sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklungen weiterhin das Kriminalitätsgeschehen.Besonders hervorheben möchte ich unsere hohe Aufklärungsquote: In deutlich mehr als 64 von 100 Fällen konnten Tatverdächtige ermittelt werden. Diese ohnehin starke Quote haben wir im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern können. Das ist eine herausragende Leistung und erfüllt mich mit großem Stolz.Der Langzeitvergleich zeigt zudem klar: Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf ihre Polizei verlassen. Wir leben in einer sicheren Region.Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Mitarbeitenden für ihr außerordentliches Engagement, ihre Professionalität und ihre Einsatzbereitschaft. Gleichwohl wissen wir um unsere fortwährende Verpflichtung: In der Präventionsarbeit zur Verhinderung von Straftaten ebenso wie in der akribischen Tatortarbeit - insbesondere im Bereich einzelner Deliktsfelder - dürfen wir nicht nachlassen.Wir werden uns auch künftig mit Nachdruck und Verantwortungsbewusstsein für die Sicherheit der Menschen im Nordosten Niedersachsens

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Lüneburg vom 17.03.2026 gegen 10:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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