Höhere Beiträge drohen: Steuerzahler sollen mehr für Arbeitslosenkasse zahlen

Die Wirtschaft schwächelt, immer mehr Menschen verlieren ihre Jobs. Das führt nun zu einem Finanzloch in der Arbeitslosenversicherung. Warum die Arbeitslosigkeit zunimmt und wie stark der Beitragssatz steigen könnte, lesen Sie hier.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Die Arbeitslosigkeit steigt - und damit könnte bald auch der Beitrag zur Arbeitslosen-Kasse steigen. (Foto) Suche
Die Arbeitslosigkeit steigt - und damit könnte bald auch der Beitrag zur Arbeitslosen-Kasse steigen. Bild: picture alliance/dpa | Soeren Stache
  • Die Bundesagentur für Arbeit hat neue Zahlen veröffentlicht
  • Offenbar droht nun ein massives Finanzloch, das gestopft werden muss
  • Dafür könnten die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bald erhöht werden

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Für Steuerzahler folgt derzeit eine Hiobsbotschaft auf die nächste: Die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit künden von einem gigantischen Finanzloch, das gestopft werden muss. In der ersten Jahreshälfte 2026 (Januar bis Juli) flossen laut einem Bericht der "Bild" mehr als 17,7 Milliarden Euro für Arbeitslosengeld ab. Damit sind die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Milliarden Euro gestiegen.

So teuer könnte die Beitragserhöhung für Arbeitnehmer werden

Demnach sei für das Gesamtjahr mit einem Minus von 8 Milliarden oder mehr zu rechnen. Bislang wird das Finanzloch mit Darlehen des Bundes gestopft. Doch die Rücklage könnte schon bald aufgebraucht sein. Andreas Peichl vom Ifo-Institut warnte laut "Bild" zudem, dass ein Ausgleich über den Beitragssatz nur mit einer Erhöhung von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten zu schaffen sei. Aktuell liegt der Beitrag noch bei 2,6 Prozent – im schlimmsten Fall könnte das also eine Erhöhung auf 3,1 Prozent bedeuten. Der Beitrag wird zu gleichen Teilen vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Wie hart Sie eine solche Beitragserhöhung treffen würde, können Sie mit unserem Beitragsrechner herausfinden: Einfach Ihr Gehalt eingeben und die Szenarien (aktuell, Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte oder Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte) miteinander vergleichen.

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Maximal berücksichtigt: 8.450 €

Bei einem höheren Gehalt steigt der Beitrag 2026 nicht weiter.

Vereinfachte Modellrechnung für regulär sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen den Beitrag hier jeweils zur Hälfte. 2,9 % und 3,1 % sind mögliche Szenarien, keine beschlossenen Beitragssätze. Für Minijobs und Midijobs gelten Sonderregeln.

Arbeitslosigkeit steigt schon seit Jahren

Für die deutsche Wirtschaft sieht es derzeit alles andere als rosig aus: Die Bundesagentur für Arbeit meldete für Juli 2026 rund 3,007 Millionen Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote lag damit zuletzt bei 6,4 Prozent. Gegenüber Juli 2025 waren das 28.000 Arbeitslose mehr und eine um 0,1 Prozentpunkte höhere Quote. Auch in den Vorjahren zeichnete sich bereits eine steigende Arbeitslosigkeit ab:

Zeitraum Arbeitslose Arbeitslosenquote
Juli 2026 3,007 Mio. 6,4 %
2025 Jahresdurchschnitt 2,948 Mio. 6,3 %
2024 Jahresdurchschnitt 2,787 Mio. 6,0 %
2023 Jahresdurchschnitt 2,609 Mio. 5,7 %
2022 Jahresdurchschnitt 2,418 Mio. 5,3 %

Die historischen Jahreswerte stammen aus der BA-Statistik (abrufbar bei der Bundeszentrale für politische Bildung). Der Trend ist damit recht deutlich: Von 2022 bis 2025 nahm die durchschnittliche Zahl der registrierten Arbeitslosen um rund 530.000 bzw. knapp 22 Prozent zu. Die Bundesagentur für Arbeit führt die jüngste Entwicklung insbesondere auf die anhaltende wirtschaftliche Schwäche und eine geringe Arbeitskräftenachfrage zurück. Für 2026 gibt es zwar noch keinen endgültigen Jahresdurchschnitt, doch die Zahlen sprechen für sich.

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