Börse bröckelt: Crash droht - wie lässt sich das angelegte Geld retten?
Befinden wir uns in der Spätphase des Börsenbooms? Typische Anzeichen deuten darauf hin – Anleger sind optimistisch, stark investiert und auf wenige Trendthemen wie KI konzentriert. Nun droht eine stärkere Korrektur.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
Suche
- Anleger sind aktuell stark auf KI und Tech konzentriert
- Experten befürchten bereits den nächsten Crash
- Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Geld schützen können
Mehr rund um Finanzen finden Sie am Ende dieses Beitrags.
In naher Zukunft könnte an der Börse bald ein böses Erwachen drohen. Als wichtigster Indikator dafür gilt aktuell eine Umfrage der Bank of America unter 200 Profi-Anlegern, die insgesamt mehr als 500 Milliarden Dollar verwalten. Die Umfrage zeigt: Es sind zu wenig Barreserven im Markt. Was das bedeutet und wie Sie sich auf einen möglichen Crash vorbereiten können, lesen Sie hier.
Warum erwarten Experten aktuell einen Crash?
Die Cash-Quote fiel laut der Umfrage der Bank of America auf nur noch 3,9 Prozent - unter vier Prozent gelten dort bereits als Warnsignal. Es zeigt: Viele Investoren haben ihr Geld bereits investiert, während gleichzeitig nur sehr wenige "freie" Investoren vorhanden sind, die Kurse weiter antreiben können. Kommt es zu schlechten Nachrichten für die Börse - beispielsweise Inflation, Zinsen, geopolitische Krisen etc. – fehlen dann Käufer zur Stabilisierung.
Bedeutet: Die Kurse können schneller sinken. Das ist zwar noch kein automatisches Crash-Signal, zeigt aber, dass die Börse empfindlicher wird. Gleichzeitig werden auch Rückschläge wahrscheinlicher.
Anleger sind zu sehr auf KI und Tech fokussiert
Derzeit sind viele Anleger stark auf Trendaktien im Bereich KI und Halbleiter konzentriert. Dabei halten sogar 73 Prozent der Profis diesen Bereich für "überfüllt". In diesen Bereich fallen vor allem Unternehmen wie Nvidia, Micron Technology oder Intel. Das Hauptproblem: Sind die meisten Anleger bereits voll investiert, reichen bereits kleine Enttäuschungen für Kursverluste.
Die "Magnificent Seven" machen rund 35 Prozent des S&P 500 aus – einem der wichtigsten Börsenindizes überhaupt, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA umfasst. Zu diesen zählen Microsoft, Apple, Amazon, Alphabet, Meta und Nvidia. Für ETF-Anleger wichtig: Viele ETFs wirken zwar breit gestreut, sind aber stark abhängig von genau diesen Unternehmen. Diese planen aktuell zwar Investitionen in Milliardenhöhe, was Anleger auf große Gewinne hoffen lässt. Doch klappt das nicht, droht die Korrektur. Das gilt insbesondere für Anleger, die beispielsweise nur auf MSCI World oder S&P-500-ETFs setzen.
Vorsicht - lieber nicht direkt aussteigen
Trotz aller Risiken gilt es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren. Komplett auszusteigen ist riskant - wer in Panik alles verkauft, folgt eher Emotionen als Strategie. Das führt dazu, dass Anleger den Wiedereinstieg verpassen. Besteht das Depot vor allem aus US-Tech, KI, Nasdaq und S&P 500, ist es für Anleger sinnvoll, die Gewinne teilweise mitzunehmen und breiter zu streuen. Sinnvoll wären jetzt beispielsweise zusätzliche europäische ETFs, Schwellenländer-ETFs, Qualitätsaktien außerhalb von Tech sowie defensive Branchen.
Zu letzteren gehören unter anderem Unternehmen wie Procter & Gamble, Beiersdorf und PepsiCo. Diese Firmen verkaufen Produkte, die Menschen unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen so gut wie immer kaufen: Zahnpasta, Shampoo, Getränke und Haushaltsprodukte. Solche Aktien fallen in Krisenzeiten weniger stark. Deutsche Qualitätsaktien aus der Industrie können sich ebenfalls lohnen - dazu zählen beispielsweise Siemens, Schneider Electric und Caterpillar.
Wie sehr lohnt sich Gold im Portfolio?
Hohe Dividenden wie bei Allianz, Munich Re und Chevron sind nicht nur ein nettes Plus, sondern können auch als psychologische und finanzielle Faktoren Gewicht haben. Regelmäßige Ausschüttungen können Stabilität bringen und helfen, psychischem Druck standzuhalten.
Zusätzlich kann Gold ein Stabilisator im Portfolio sein: Aus historischer Sicht läuft Gold bei Unsicherheit häufig gut und schützt vor Inflation und Währungsängsten. Zu bedenken ist dabei, dass bei Gold keine Dividenden ausgeschüttet werden und keine Gewinne erzielt werden. Langfristig kommen Anleger daher auf meist geringere Renditen als bei Aktien. Daher sollte Gold maximal etwa 10 Prozent ihres Portfolios ausmachen.
Mehr Infos zu weiteren Finanzthemen lesen Sie hier:
- Neue Steuerreform soll Ihr Netto-Gehalt endlich erhöhen
- Hier können Sie Ihren Schufa-Score kostenlos berechnen
- Rente wird immer weiter gekürzt – doch was ist mit Pensionen?
- Das sind die besten Arbeitgeber in Deutschland für Ihre Karriere
- Wie Sie richtig Geld sparen und Ihre finanziellen Ziele erreichen
sfx/bua/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.