Große Entlastung geplant: Neue Steuerreform soll Ihr Netto-Gehalt endlich erhöhen
Die schwarz-rote Regierung plant zum 1. Januar 2027 eine große Steuerreform. Nun liegt ein Konzept vor, das vor allem kleine und mittlere Einkommen entlasten soll. Was auf die Steuerzahler zukommt, lesen Sie hier.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Eine neue Reform soll Steuerzahler im geringeren und mittleren Einkommensbereich entlasten
- Finanzpolitiker der CDU legen ein Konzept mit konkreten Maßnahmen vor
- Neben Lob gibt es auch Kritik an den vorgeschlagenen Änderungen
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Gemeinsam mit dem Steuerzahlerbund haben Union und SPD nun ein Konzept für eine große Steuerreform vorgelegt. Die Pläne der Koalition sollen künftig vor allem Einkommen im kleinen und mittleren Bereich entlasten. Wir verraten Ihnen, mit welchen Neuerungen Steuerzahler rechnen dürfen.
CDU versteht Vorschlag als "Signal, dass sich in Deutschland etwas zum Guten bewegt"
"Die Reform wäre ein Durchbruch in der aktuellen Steuerdebatte", so CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gegenüber "Bild". Sie sei "genau das richtige Signal, dass sich in Deutschland etwas zum Guten bewegt". Geplant seien Maßnahmen, die grundsätzlich alle Einkommen entlasten würden. Der Fokus liege aber auf kleineren und mittleren Einkommen, so die für das Konzept verantwortlichen Finanzpolitiker Yannick Bury (CDU) und Florian Dorn (CSU) im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Doch welche Pläne sind konkret vorgesehen?
Diese Maßnahmen stehen im Konzept für die Steuerreform
Zum einen soll der Grundfreibetrag pro Erwachsenem von derzeit 12.348 Euro pro Jahr um mindestens 1.000 Euro steigen. Das würde bedeuten, dass ein größerer Teil von Lohn und Rente steuerfrei bleiben würde. Zum anderen soll der Spitzensteuersatz erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 85.000 Euro im Jahr angewendet werden. Dem Steuerzahlerbund zufolge könnte diese Maßnahme Steuerzahler je nach Einkommen um bis zu 246 Euro im Monat entlasten.
Der Soli, den aktuell noch 10 Prozent der Topverdiener zahlen, soll vollständig wegfallen. Seit 2021 ist er faktisch für den Großteil der Bevölkerung abgeschafft. Doch Topverdiener können nicht vollständig aufatmen: Für die höchsten zu versteuernden Einkommen ab 210.000 Euro soll der Steuersatz von 45 auf 47,5 Prozent erhöht werden. Bislang lag die Grenze deutlich höher (278.000 Euro).
Um die Lücken im Bundeshaushalt auszugleichen, sieht das Konzept weiterhin einen großflächigen Abbau teurer Subventionen vor. Laut "Wirtschaftswoche" handelt es sich allein bei den Finanzhilfen um eine Summe von 60 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2015 waren es noch etwa 5,5 Milliarden Euro.
Wie wahrscheinlich sind Entlastungen wirklich?
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar hält die vorgeschlagenen Entlastungen für hohe Einkommen für "nicht gerecht". Grundsätzlich drängt die SPD bereits seit Monaten auf eine Reform, die insbesondere höhere Einkommen zugunsten niedrigerer belastet.
Zudem ist bislang unklar, welche Subventionen überhaupt gestrichen werden sollen. So lassen sich für viele der staatlichen Finanzspritzen gute Argumente finden - man denke beispielsweise an die Förderung der Energiewende durch das Heizungsgesetz und die EEG-Umlage (30 Milliarden Euro). Ob aus dem Vorschlag noch eine echte Reform hervorgeht, bleibt daher noch abzuwarten.
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